05.07.2017
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„Tu das, wovon du überzeugt bist“

Bevor Ro Bergman nächsten Freitag zum Konzert lädt, traf ihn der Kitzbüheler Anzeiger zum gemütlichen Plausch am Schwarzsee.

Kitzbühel | Der heimische Musiker spricht über Inspirationen, seine Leidenschaft zur Musik und warum es wichtig ist, seinen eigenen Weg zu gehen.

Vor einem Jahr hast du mit dem Song „Best Time“, den du Marcel Hirscher gewidmet hast, für Furore gesorgt. Wie kommt man dazu, einen Song für einen Skistar zu schreiben?
Der Manager von Marcel hatte mich schon öfters gefragt, ob ich für ihn einen Song schreiben möchte. Ich habe aber gezögert. Erst als ich dann die staatliche Skilehrer-Prüfung machte und selbst erlebte, wie es sich anfühlt, durch Tore zu fahren, konnte ich dieses Gefühl in einen Song umwandeln. Marcel hat mein Song gefallen und er wurde veröffentlicht. Innerhalb von 10 Tagen haben sich über 65.000 Menschen „Best Time“ heruntergeladen. Das war ein großartiges Gefühl.

Kennst du Marcel persönlich?
Ich habe Marcel ein paar Mal getroffen, aber gut kennen wir uns nicht.

Musikexperten vergleichen deinen Stil mit dem vom „Coldplay“ oder „Muse“ – wo holst du dir deine Inspirationen?
Inspiration ist glaube ich  auch etwas Unterbewusstes. Ich frage mich oft, wo kommt jetzt plötzlich diese Melodie in meinem Kopf her? Im Prinzip kann alles inspirierend sein. Die ganze Welt ist spannend, man muss nur hinschauen und hinhören.   

Hast du Vorbilder in der Musikszene?
Ich finde es bewundernswert, wenn jemand den Mut hat, seine Ziele zu verfolgen oder besonders tiefschürfende Musik macht. Ich habe aber eigentlich keine konkreten Vorbilder, denen ich nacheifere. Ich glaube, das ist auch authentischer. Jeder muss selbst seinen Weg finden.

Wie wichtig sind dir die Texte in deinen Liedern?
Texte sind mir sehr, sehr, sehr wichtig – aber auch mühsam. Eine Melodie hat man ziemlich schnell fertig, aber dann muss man das Lied auch textlich zu Ende bringen. Ich arbeite an manchen Liedern Jahre, weil ein Wort fehlt oder sich etwas nicht ganz stimmig anfühlt. Eine guter Song besteht aus einer Einheit von Melodie, Text und Rhythmus. Jeder Teil davon ist wichtig.

Es gibt den Spruch: Der Prophet ist im eigenen Land nichts wert. Wie schwer ist es, als österreichischer Musiker Fuß zu fassen?
Es gibt einige Musiker, die tolle Sachen machen, aber meilenweit davon entfernt sind, davon leben zu können. Wichtig, um Erfolg zu haben ist sicher die Qualität der Musik, aber auch Strategie und Marketing. Wenn ich einen Song schreibe, dann möchte ich frei sein und nicht strategisch denken. Ich möchte Musik machen, die eine Bedeutung hat. Wenn man auf der Bühne steht und die Leute sind berührt von der Musik, hat man schon etwas erreicht. Auch wenn man vielleicht nur vier oder fünf Zuhörer hat.

Ich bin mir sicher, dass mehr als vier oder fünf Zuhörer zu deinem Konzert am 7. Juli  am Schwarzsee in Kitzbühel kommen werden. Was erwartet die Besucher neben einer traumhaften Kulisse?
Ich spiele zusammen mit meiner Band aus Berlin ein Pop-/Rock-Konzert. Bei Sonnenuntergang beginnen wir zu spielen. Es wird von ruhigen bis zu lauten Momenten alles dabei sein. Ich möchte mit meiner Musik berühren und verschiedene Facetten präsentieren.

Und wie geht es weiter bei dir? Konzerte? Neue Single?
Ich habe noch so viele Ideen für Lieder in meinen Kopf. Zurzeit produziere ich weitere Songs in Berlin und plane eine Veröffentlichung noch in diesem Jahr.

Träumen wir ein wenig von der Zukunft. Wo würdest du dich in 10 Jahren am liebsten sehen?
Ich weiß genau, wo ich hin will. Man wird aber nicht an seinen Worten, sondern an den Taten gemessen. Natürlich möchte ich auf Tour gehen, Konzerte spielen und Lieder machen, die berühren. Ich weiß, das wird kein einfacher Weg – aber ich scheue mich nicht davor. Das Leben ist kurz. Man sollte das tun, wovon man überzeugt ist. Alles, was man träumen kann, kann auch in Erfüllung gehen. Und jetzt freue ich mich auf das Konzert am kommenden Freitag!
Johanna Monitzer

 
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