22.03.2020
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Tourismus blickt nach vorne

Die Situation könnte wahrlich besser sein, aber weder die Tourismusverbände noch Betriebe blasen Trübsal. Der Blick ist nach vorne gerichtet, die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Einschränkungen und einen Neustart im Tourismus lebt.

Bezirk | Zeitausgleich und Urlaub sind bei den Tourismusverbänden derzeit angesagt, die Tätigkeit in den Büros wurde auf ein Minimum reduziert bzw. ins Home Office verlegt. „Für uns ist es, als wenn man einen Schnellzug von 250 km/h auf null runter bremst. Wir hätten noch zahlreiche Veranstaltungen am Plan gehabt, die natürlich jetzt alle auf nächstes Jahr verschoben werden mussten“, sagt Max Salcher, GF vom Tourismusverband Kitzbüheler Alpen Brixental. Allein für das Winter Woodstock der Blasmusik hätte man mit 3.000 Personen in den Gemeinden Kirchberg, Brixen und Westendorf gerechnet, doch das ist nicht der einzige Event, der verschoben wurde. „In meiner 38-jährigen Tätigkeit im Tourismus hab ich noch nie auch nur was ansatzweise Ähnliches erlebt“, sagt Salcher, der auch das Krisenmanagement des Landes lobt.

Zeit für Untätigkeit oder Frustration gibt es im Brixental aber nicht. Derzeit werden noch die letzten Spuren des Winters beseitigt – Aufräumarbeiten sind angesagt. „Unser Büro ist über die Hotline erreichbar, wir werden auch alle Emails beantworten, nur eben den persönlichen Kontakt wird es nicht geben“, sagt Salcher, der auch auf die 24-Stunden-Bereiche bei den TVB-Büros verweist, wo man Zugang zu allen Informationen wie zum Beispiel Zugfahrpläne hat und diese auch ausdrucken kann.  Die Mitglieder des Verbandes werden laufend über Newsletter informiert.
„Wenn wir die Sache durchgestanden haben, werden wir alle wieder bei null anfangen“, blickt Salcher in die Zukunft, für die der Verband gerüstet ist. Die Erfolge der letzten Sommer- und Wintersaison geben dem eingeschlagenen Weg recht, es gilt dann die Systeme hoch zu fahren und das Marketing zu starten.

Marketingbudget erhöhen
Fast identisch läuft es auch beim TVB Pillerseetal ab. Die Bürotätigkeiten wurden minimiert, Home Office gestartet und dazu werden auch Überstunden und Urlaube abgebaut. „Unsere Mitarbeiter sind sehr loyal gegenüber dem Verband. Das ist natürlich schön. Aber sie wissen auch, dass sie ihren Job nicht verlieren“, sagt Armin Kuen, GF des Tourismusverbandes Pillerseetal, der sich bereits mit der Zeit nach dem Coronavirus beschäftigt. „Wir werden das Budget so nicht halten können. Zudem brauchen wir mehr Mittel für das Marketing. Derzeit arbeite ich entsprechende Lösungen aus und werde sie dem Vorstand vorlegen“, erzählt Kuen, der auf geplante infrastrukturelle Maßnahmen verzichten will, um damit das Budget für das Marketing erhöhen zu können.
Der frühe Saisonschluss schmerzt natürlich im Pillerseetal, denn man visierte ein Spitzenergebnis mit einem zweistelligen Plus an.

Kein Stillstand bei Kitzbühel Tourismus
Bereits vor dem Shut Down im Tourismus durch die Verordnung des Landes Tirol, spürte man bei Kitzbühel Tourismus die ersten Auswirkungen des Coronavirus. Das geplante Audi-World-Finale wurde vom Partner abgesagt. „Von Audi wurden sämtliche Dienstreisen gecancelt, daher war die Absage des World-Finales nur eine logische Konsequenz“, kommentiert Kitzbühel Tourismus GF Viktoria Veider-Walser die Absage. Bereits abgesagt wurden auch sämtliche Aktivitäten zu Ostern – zum Schutz der Bevölkerung und der Mitarbeiter. „Es wird nicht von einem Tag auf den anderen wieder alles wie früher sein“, sagt Veider-Walser, die beim Neustart auf gemeinsame Marketing-Strategien von der Tirol Werbung mit den Tourismusverbänden und den Betrieben setzt. „Wir wollen dann natürlich unsere Häuser so schnell wie möglich füllen“, sagt Veider-Walser.

Nach 15 Jahren erstmals geschlossen
In der Hotellerie kam es für die einen zu einer frühzeitigen Zwischensaison, die anderen – die Ganzjahresbetriebe – wurden mit der Schließungsregelung vor neue Tatsachen gestellt. „Wir hatten jetzt 15 Jahre lang durchgehend geöffnet, da ist nun sowas natürlich ein Schlag“, sagt Signe Reisch, Wirtin vom Rasmushof und Präsidentin von Kitzbühel Tourismus. Für sie steht aber fest: „Wir wollen alle unsere Mitarbeiter behalten und keine Kündigungen aussprechen.“ Dabei hofft sie, dass die Betriebe vom Staat nicht ganz im Stich gelassen werden und Unterstützung erhalten. Jene Mitarbeiter, die aus dem Ausland sind, wurden bereits frühzeitig heimgeschickt, damit sie die Zeit mit ihren Familien verbringen können. Derzeit wird am Rasmushof noch gearbeitet. Der große Saisonputz wird durchgeführt, dazu werden die vorhandenen Lebensmittel, so weit es geht, verarbeitet.

„Wir müssen das Beste daraus machen“
Ähnlich sieht die Situation beim Lärchenhof in Erpfendorf aus. Hotelier Martin Unterrainer, will seine Jahresangestellten halten. Immerhin 50 Prozent seiner ca. 150 Mitarbeiter arbeiten ganzjährig im Lärchenhof. „Wir sind derzeit in engen Kontakt mit unserem Steuerberater und sind bemüht für jeden einzelnen die beste Lösung zu finden. Ein generelles Rezept gibt es nicht“, erzählt Martin Unterrainer, der auf viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel Kurzarbeit verweist.
Derzeit würde am Lärchenhof die Stammgästewoche laufen und damit Hochbetrieb im Hotel sein. „Wir haben natürlich alle Gäste verständigt“, erzählt Unterrainer.
Eine Zwangspause gab es auch für den Golfplatz. „Der ÖGV (Anm. Österreichische Golf Verband) hatte alle Golfplätze für 14 Tage gesperrt“, erzählt Martin Unterrainer, der aber optimistisch in die Zukunft blickt: „Wir müssen halt das Beste daraus machen.“ Elisabeth M. Pöll

So wie der Rasmushof hat die gesamte Hotellerie und Gastronomie geschlossen.

 
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