14.10.2018
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Tirolerabend mit Geiselnahme

Statt in Going, nahm Markus Koschuh letzte Woche die Besucher in St. Johann in kabarettistische Geiselhaft.

St. Johann | Die zuerst Ein- und dann wieder Ausladung der Gemeinde Going von Kabarettist Markus Koschuh sorgte  im Sommer für Schlagzeilen und brachte nun der Alten Gerberei in St. Johann ein mehr als volles Haus. Der Kabarettabend mit Koschuh war schon seit Wochen restlos ausverkauft.

Dank Mediathek-Inhaber Hannes Hofinger und der Musik Kultur St. Johann, die sofort auf die Absage in Going reagierten, kamen die Besucher somit im Nachbarort in den Genuss eines turbulenten Tirolerabends samt integrierter Geiselnahme.

Koschuh hielt mit seinem neuen Programm „Hochsaison – der Letzte macht das Licht aus“ den Touristikern einen humoristischen Spiegel vor. Nach einer echt traditionellen touristischen Begrüßung in allen Sprachen, klärte er das Publikum über den Ursprung von Juchizer und Tiroler Traditionen auf: „Wennst ebbas drei Mal gmacht hast in Tirol, dann isch des a Tradition -das es woaschs!“

Schneerakete?! Koschuh dreht durch

Richtig rund ging es, nachdem Radio Tirol verkündete, dass eine Schneerakete ganz Tirol ganzjährig mit einem weißen Plastikfilm überziehen wird. Ein lang gehegter Traum der Touristiker und Seilbahner geht damit in Erfüllung: Hochsaison das ganze Jahr! Daraufhin dreht Koschuh durch und nimmt das Publikum als Geiseln, um mit dem obersten Touristikern zu sprechen – wie hieß der nochmal? Günther Platter? „Namen mit harten P, wie Platter, gibt es in Tirol sowieso nicht. Alles weiche B – hören sie mal genau hin!“ Während draußen die (B)Polizei mit dem Christopherus Eins anrückt (der Polizeihubschrauber ist kaputt) und in Vollbesetzung (zwei Mann) auf die Cobra wartet, geht das Programm heiter weiter. Koschuh spottet über fehlenden Schnee, wirre Ideen von Touristikern und die Zukunft des Tourismus in musikalischer und sprachgewaltiger Form, gepaart mit vollem Körpereinsatz (Kompliment für diesen Hüftschwung!).

Großes Finale: Seitenhieb auf Going

Dem Publikum ist das Lachen trotz (oder gerade wegen) der vielen Wahrheiten nicht im Halse stecken geblieben – es wurde lauthals gelacht. Und zum guten Schluss gab es noch den heiß ersehnten Seitenhieb auf Going. Mit dem Lied „If you are going not to Going“ nahm Koschuh die Absage seines bereits fixierten Termins in der Nachbargemeinde, wie es sich für einen Kabarettisten gehört: mit Humor. Das Publikum war begeistert und stimmte in den Refrain mit ein. Am Ende gab es in der Alten Gerberei Standing Ovations für Markus Koschuh. Verdient.

Ein Selfie mit Bgm. Stefan Seiwald

Auch Kultur-LR Beate Palfrader kündigte sich für den Abend an, kam aber nicht. Dafür ließ sich der St. Johanner Bürgermeister Stefan Seiwald den Kabarettabend nicht entgehen und posierte mit Koschuh noch für ein Selfie vor dem vollem Saal.

APP downloaden und Video schauen!

Humor hat man oder eben nicht. Und wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten: In diesem Fall Markus Koschuh, denn er hat mit der Going-Posse nicht nur für Schlagzeilen gesorgt, sondern nun wohl auch jede Menge neue Fans in St. Johann dazugewonnen.
Johanna Monitzer

Bild: „If you are going not to Going“ – Markus Koschuh antwortete auf die Ausladung in Going mit Humor. Sehen Sie sich das Video im Living Paper in unserer App an! Foto: Monitzer

 
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