20.10.2017
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Tirol sagt Nein zu den Spielen

In Tirol sprachen sich 53,25 Prozent der Stimmen bei der Volksbefragung gegen eine Bewerbung Innsbruck/Tirols für die olympischen Winterspiele 2026 aus. Nach Auszählung der Stimmkarten stimmten im Bezirk Kitzbühel 56,4 Prozent für die Winterspiele.

Innsbruck, Bezirk | Auch im dritten Anlauf, nach 1993 und 1997, sprach sich die Tiroler Bevölkerung gegen die Austragung von olympischen Winterspielen aus. Tirolweit stimmten 53,25 Prozent für eine Bewerbung für die Austragung im Jahr 2026. Im Bezirk Kitzbühel hingegen war man mehrheitlich für die Winterspiele, 56,4 Prozent waren für eine Bewerbung. In der Bezirkshauptstadt waren 52,4 Prozent dagegen. Damit war die Gamsstadt die einzige Gemeinde im Bezirk, die sich gegen die Kandidatur von Innsbruck/Tirol aussprach. Ein mehr als deutliches Ja zu olympischen Winterspielen kam von Hochfilzen. 81,71 Prozent waren für die Bewerbung.

Entscheidung pickt
„Die Bevölkerung hat eine Entscheidung getroffen, das ist zu akzeptieren. Diese Entscheidung pickt! Wir werden dem IOC kein Angebot für Olympische und Paralympische Winterspiele 2026 in Innsbruck/Tirol legen. Das tief sitzende Unbehagen weiter Teile der Bevölkerung gegen das IOC und seine jahrzehntelange Gigantomanie konnte in wenigen Monaten nicht abgebaut werden. Ich war und bin überzeugt, dass unser Angebot für redimensionierte Spiele eine Chance für Tirol, aber natürlich auch eine Chance für die Olympische Bewegung gewesen wäre. Ich finde es schade, dass die Abstimmung knapp negativ ausgegangen ist, freue mich aber besonders über die rege Beteiligung an der Befragung, die fast dreimal so hoch war, wie beim letzten Mal“, so Tirols Landeshauptmann Günther Platter in einer ersten Reaktion.

Leidenschaftlicher Kampf
„Ich nehme das Ergebnis zur Kenntnis“, meint ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel in einer ersten Stellungnahme. „Wir haben die letzten Monate leidenschaftlich um diese Chance gekämpft, weil wir der festen Überzeugung sind, dass die Zeichen der Zeit für ein maßvolles Tiroler Angebot gesprochen hätten. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Vorteile einer Bewerbung die Nachteile klar ausgestochen hätten.“

Persönlich enttäuscht
Von dem Abstimmungsergebnis ist Hochfilzens Bürgermeister Konrad Walk persönlich enttäuscht. Für ihn wäre es eine Chance für die Jugend gewesen, die niemanden benachteiligt hätte. Seinen Dank spricht Walk aber dem Tiroler Landeshauptmann, seinem Stellvertreter und dem ÖOC für die Vision und auch den Mut aus. „Man hat von Anfang an gewusst, dass die Abstimmung auch negativ ausgehen kann, aber wir haben die Chance bekommen“, sagt Walk, der von Beginn an als Bürgermeister eines Austragungsortes voll in die Planung eingebunden war. „Es gab keinen Unterschied zwischen klein und groß, es wurde immer auf Augenhöhe gesprochen“, erzählt Walk. Stolz ist der Bürgermeister auf seine Bürger, die sich mit mehr als 80 Prozent für die Bewerbung aussprachen. „Sich nach einer Großveranstaltung für eine weitere auszusprechen, beweist das Vertrauen in die Veranstalter, die Gemeinde und auch an das Land“, sagt Walk. Elisabeth M. Pöll

 
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