18.02.2018
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„Tirol ist praktisch schuldenfrei.“

Im Anzeiger-Interview sprach Landeshauptmann Günther Platter über die Themen, die den Bezirk bewegen.

Bezirk | Am 25. Februar wählt Tirol seine Landesregierung für die nächsten fünf Jahre. Exklusiv mit dem Kitzbüheler Anzeiger sprach Landeshauptmann Günther Platter über Themen, die den Bezirk Kitzbühel bewegen. Leistbares Wohnen gehört zu den Dauerbrennern, aber auch über die Situation im Tourismus oder das Thema Freizeitwohnsitze wurde gesprochen.

Sie sind nun seit zehn Jahren Landeshauptmann von Tirol. Was würden Sie persönlich als Ihren größten Erfolg für das Land Tirol bezeichnen?
Tirol ist heute das Bundesland mit der geringsten Pro-Kopf-Verschuldung, der niedrigsten Arbeitslosigkeit und dem höchsten Wirtschaftswachstum. Während andere Länder überlegen müssen, wie sie die Zinsen für ihre Schulden auftreiben, haben wir Handlungsspielräume. Auf diesen Vorsprung möchte ich aufbauen und der nächsten Generation ein Land übergeben, das ihnen alle Chancen bietet.

Der Tourismus gehört im Bezirk Kitzbühel zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. Leider wird es immer schwieriger, Mitarbeiter für den Tourismusbereich zu finden. Welche Hilfestellung kann die Landesregierung den Betrieben geben, um wieder qualifiziertes Personal zu finden bzw. junge Menschen für einen Beruf im Tourismus zu begeistern?
Wir können die heimischen Tourismusbetriebe insofern unterstützen, indem wir für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen. Dazu zählen Maßnahmen wie die Stärkung der Lehre sowie der Arbeitsplätze im Tourismus, die Fortsetzung der Fachkräfteoffensive, das Schaffen von Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für jene, die im Tourismus beschäftigt sind sowie innovative Wege in der Tourismusausbildung. Die generationenübergreifende Unternehmensnachfolge möchten wir erleichtern und viel mehr auf eine nachhaltige, raumverträgliche Tourismusentwicklung sowie verstärkt auf Qualität und Wertschöpfung setzen.

Das Thema „leistbares Wohnen“ bewegt auch den Bezirk Kitzbühel. Welche Maßnahmen sind hier geplant?
„Leistbares Wohnen“ ist eines der drängendsten Themen, das uns auch in Zukunft sehr beschäftigen wird. Mit dem 5-Euro-Wohnen, also fünf Euro Miete pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten, ist uns ein Vorzeigeprojekt gelungen. Es freut mich, dass auch in der Stadt Kitzbühel so ein Projekt realisiert wird. Für mich ist klar, dass die Vertragsraumordnung künftig in Tirol flächendeckend Standard werden muss. Wenn Gemeinden größere Flächen widmen, muss auch die Allgemeinheit profitieren. Die gemeinnützigen Wohnbauträger sind jedenfalls in der Lage, ihr Bauvolumen zu erhöhen.

Illegale Freizeitwohnsitze treiben die Mieten nach oben, mit welchen Maßnahmen will das Land diese eindämmen?
Wir sind uns des Problems sehr wohl bewusst und haben hier maßgebliche Verschärfungen beschlossen. Gesetzlich sind wir an der Grenze dessen, was verfassungsrechtlich zulässig ist. Zum Beispiel sind die Gemeinden verpflichtet, die Freizeitwohnsitze offenzulegen. Außerdem haben nun die Gemeinden bei Verwaltungsstrafverfahren Parteistellung. Darüber hinaus haben die „Beschuldigten“ künftig in einem Strafverfahren eine verstärkte Mitwirkungspflicht. Zukünftig werden wir den Schwerpunkt deshalb vor allem auf verschärfte Kontrollen legen.

Thema Verkehr: Die Planungen für eine Umfahrung in Kitzbühel bzw. eine Unterflurtrasse in St. Johann sind am Laufen. Wie realistisch sehen Sie hier eine zeitnahe Umsetzung?
Was die Umfahrung in Kitzbühel betrifft, so gibt es hier gute Gespräche zwischen der Stadt und dem Land Tirol. Experten prüfen derzeit noch Details im Bereich der Hahnenkamm-Talstation. In St. Johann wird die Situation an der B 178 heuer mit Ampeln und Straßenadaptierungen verbessert, auch hier gibt es eine enge Abstimmung mit der Gemeinde. Ich bin jedenfalls guter Dinge, dass wir hier rasch Lösungen erzielen werden und gemeinsam an die Umsetzung gehen können.

Das Gespräch führte
Elisabeth M. Pöll

Bild: „Tirol ist heute das Bundesland mit der geringsten Pro-Kopf-Verschuldung“, sagt Landeshauptmann Günther Platter im Interview mit dem Kitzbüheler Anzeiger. Foto: Tiroler VP

 
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