26.02.2021
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Tiefe Coronaspuren am Arbeitsmarkt

Das AMS Kitzbühel zeigt in seinem Jahresrückblick 2020 auf, welch tiefe Spuren die Corona Pandemie auf dem heimischen Arbeitsmarkt hinterlassen hat. Der Bezirk Kitzbühel gehört zu jenen Regionen, die am meisten von der Wirtschaftskrise betroffen waren und weiterhin sind.

Bezirk | In den letzten Jahren kamen vom Arbeitsmarkt regelmäßig gute Nachrichten, doch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Viren hatten nun die schwerste Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg zur Folge. Die Corona Pandemie wirbelt bereits seit 11 Monaten unser aller Alltag durcheinander. „Die Folgen sind nicht nur im Gesundheitsbereich, sondern auch am Arbeitsmarkt dramatisch“, so Manfred Dag, der Leiter des AMS Kitzbühel. „Die Tourismusregionen – und damit auch der Bezirk Kitzbühel sind besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen. Ende März, April und auch aktuell ist die Arbeitslosigkeit in einer Rekordhöhe, die ich mir bis vor Ausbruch der Corona Pandemie für den Bezirk Kitzbühel nie vorstellen konnte“, berichtet Dag.

„Die Arbeitslosigkeit hat sich im Vorjahresvergleich verdoppelt“, berichtet Dag. Im Jahresdurchschnitt waren 2.539 Personen im Bezirk arbeitslos, um 1.274 Arbeitslose bzw. um 104 Prozent mehr als 2019. Im Laufe des Jahres erfolgten beim AMS Kitzbühel 10.753 Arbeitslosmeldungen. Insgesamt waren 8.254 Personen im Bezirk von Arbeitslosigkeit betroffen, das bedeutet eine Steigerung um 30 Prozent bzw. um 2.000 Personen. „Der Bezirk Kitzbühel gehört zu jenen Regionen, die österreichweit den größten Rückgang an unselbstständig Beschäftigten verzeichneten“. Im Jahresschnitt gab es im Bezirk 25.344 unselbstständig Beschäftigte, im Vergleich zum Vorjahr war dies um 6,4 % weniger (- 1.728 Beschäftigte). Besonders Ende März 20, Ende Dezember 20 und auch jetzt Ende Jänner 21 war der Rückgang der Beschäftigung dramatisch hoch. Und das obwohl die Kurzarbeit eine deutlich höhere Arbeitslosigkeit verhindert hat.

Arbeitslosenquote von 9,1 Prozent

Zu Beginn der Pandemie verzeichneten alle Wirtschaftsbranchen einen Rückgang der Beschäftigten. Ab dem Sommer konnten die Branchen Bau, Information und Kommunikation, Öffentliche Verwaltung, Gesundheit- und Sozialwesen sogar mehr Arbeitskräfte als im Vorjahr beschäftigen. Am härtesten hat es im Bezirk den Tourismus bzw. auch die vom Tourismus abhängigen Branchen betroffen. Die Arbeitslosenquote (Anteil Arbeitslose am Arbeitskräftepotential) betrug im Jahresschnitt 9,1 %, im Vorjahr lag diese noch bei 4,5%. Am höchsten war die Arbeitslosenquote Ende März mit 16,9%, am niedrigsten Ende Februar mit 3,4%.



Rekordarbeitslosigkeit

Das Jahr 2020 startete im Bezirk noch mit einer sinkenden Arbeitslosigkeit und die Wintersaison verlief sehr gut. „Mitte März änderte sich jedoch alles schlagartig. Die Wintersaison musste vorzeitig beendet werden und es folgte am 16. März der erste österreichweite Lockdown. „Dieser hatte einen explosionsartigen Anstieg der Arbeitslosigkeit zur Folge, binnen zwei Wochen meldeten sich mehr als 4.100 Personen beim AMS Kitzbühel arbeitslos“.  Zum Stichtag Ende März verzeichnete man mit 4.664 Arbeitslosen den höchsten Wert seit dem 2. Weltkrieg. Im weiteren Jahresverlauf wirkten sich die einzelnen Lockerungen und weiteren Verschärfungen mit neuerlichen Lockdowns stark auf den Arbeitsmarkt aus. Die Sommersaison verlief in der Folge besser als befürchtet, endete aber durch verschiedene Reisewarnungen bereits im Oktober. Am 3. November mussten die Tourismusbetriebe wieder schließen und konnten bisher immer noch nicht aufsperren. Im Laufe des Jänners 2021 überschritt die Zahl der Arbeitslosen wieder die 4.000er Grenze. „Für alle Beteiligten bedeutet die jetzige Situation einen riesigen Schaden, sowohl betriebswirtschaftlich als auch für alle Arbeitslosen und Beschäftigten in Kurzarbeit“, so Dag.

Blick nach vorne

„Das letzte Jahr hat gezeigt, wie schwer derzeit Prognosen sind, da diese massiv vom weiteren Infektionsverlauf abhängig sind. Jeder weitere Lockdown bzw. jede weitere Reisebeschränkung verschärft die Situation, vor allem in den Tourismusregionen“, berichtet Dag. „Alle hoffen jedoch auf eine schrittweise Verbesserung der Situation im zweiten Halbjahr“. Die Auswirkungen der Pandemie werden sich jedoch auf dem Arbeitsmarkt noch länger auswirken. Daher startet mit der Corona Joboffensive eine große Aus- und Weiterbildungsoffensive. Der Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung von Fachkräften (Lehrabschluss), Ausbildungen im Pflegebereich, aber auch auf gezielte individuelle Weiterbildungen. Nähere Infos: www.ams.at/jetztweiterbilden

Bild: Der Bezirk Kitzbühel gehört zu den am schwersten betroffenen Regionen. Grafik: AMS Kitzbühel

 
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