11.04.2017
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TVB sucht neue Geschäftsfelder

Wie gesund ist Winterport? Eine wissenschaftliche Studie ergründet die Auswirkungen von Skitouren auf den Körper. Die Touristiker erhoffen sich dadurch neue Geschäftsfelder. Das Ergebnis der Studie ist aber noch ungewiss.

St. Johann | „Auffi auf`n Berg!“, hieß es für die insgesamt fünfzig Teilnehmer der wissenschaftlichen Studie beinahe täglich. In der einwöchigen Studienphase wurde ihnen lediglich ein Entspannungstag gegönnt – ansonsten hieß es Ski anschnallen und aufgrund der frühsommerlichen Temperaturen sehr hoch hinauf ins alpine Gelände. „Im Rahmen der ersten Studienphasen werden die Auswirkungen von Skitourengehen auf die Muskulatur und auf das Wohlbefinden von gesunden Menschen erfasst. In zwei Gruppen werden die Teilnehmer eine Woche beobachtet, untersucht und befragt“, erklärt Studienleiter Prim. Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger. Der exakte Studientitel lautet: „Die Auswirkungen von geführten Skitouren auf die muskuläre Ermüdung“.

Teilnehmer unter 250 Bewerbern ausgesucht  

Unter 250 Bewerbern wurden die Teilnehmer für den  ersten Teil der Studie ausgesucht. Es handelte sich dabei um Frauen und Männer im Alter zwischen 40 und 65 Jahren, die bereits Erfahrungen im Skitourengehen haben und keine nennenswerten gesundheitlichen Beschwerden haben.

Zweiter Teil: Studie mit Prothesenträgern

Im zweiten Teil der Studie, die im nächsten Winter durchgeführt wird, werden die Auswirkungen auf die Muskulatur und das Wohlbefinden von Männern und Frauen untersucht, die eine Knieprothese haben. „Viele mobil eingeschränkte Menschen  möchten weiterhin sportlich aktiv bleiben oder zum Sport zurückkehren. Im Bereich des alpinen Skisports gibt es dazu bereits Studien, beim Skitourengehen warten wir nun gespannt auf die Ergebnisse“, erklärt Schobersberger.

„Wir betreiben keine Auftragsforschung“

Die Ergebnisse der Studie sollen dabei helfen, fundierte gesundheitstouristische Angebote zu entwickeln, obwohl der Ausgang der Studie offen ist. „Wir haben natürlich eine gewisse Erwartungshaltung, aber wir betreiben keine Auftragsforschung in St. Johann. Was dabei herauskommt, werden wir dann sehen“, betont Schobersberger.

Ab 2019 bereits erste touristische Angebote?

Die Region St. Johann sieht eine große Chance im Bereich Gesundheitstourismus. „Solche touristischen Angebote machen uns unabhängiger von Witterungskapriolen. Außerdem spielen Sport und Gesundheit eine immer größere Rolle im Tourismus“, erklärt TVB-GF Gernot Riedel. Der Geschäftsführer hofft, dass ab 2019 die ersten Angebote für die Touristen bereits geschnürt werden können. Auch das Ortsmarketing erhofft sich neue Impulse für die Wirtschaftstreibenden in der Marktgemeinde.  

St. Johann bietet die ideale Infrastruktur

Die Region St. Johann bietet mit ihren insgesamt 150 Dienstleistern im Gesundheitsbereich und dem Bezirkskrankenhaus auch die passende Infrastruktur für den Tourismuszweig an. „Wichtig ist, dass Gesundheitstourismus auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht“, betont Projektleiter Arnulf Hartl von der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg.

An dem grenzüberschreitenden EU-Projekt, bei dem nun auch St. Johann eine wichtige Rolle einnimmt, beteiligen sich auch Regionen in Salzburg, Südtirol und Udine. Johanna Monitzer

Bild: Kick-Off für das Projekt „WinHealth“ in St. Johann. Im Bild v. li.:  Vize-Bgm. Hubert Almberger, Andrea Haas (Standortagentur Tirol), Marije Moors (Ortsmarketing), Studienleiter Wolfgang Schobersberger, TVB-GF Gernot Riedl und Projektleiter
Arnulf Hartl. Foto: Monitzer

 
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