12.01.2018
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Sturm legte Hornbahn lahm

Eine in der Einfahrt zur Mittelstation eingeklemmte Gondel stoppte vergangene Woche den Betrieb der Hornbahn. 24 Passagiere mussten aus den Gondeln geborgen werden.

Kitzbühel | Sturmtief „Burglind“ fegte am letztwöchigen Mittwoch auch über den Bezirk hinweg, begleitet wurde dieses Tief im Raum Kitzbühel von einem Wintergewitter. Ein Blitzschlag ließ den Betrieb der Hornbahn vorerst ruhen, doch der war nur der Vorbote eines herausfordernden Tages für die Berg­bahn AG Kitzbühel und die Einsatzkräfte der Bergrettung, Feuerwehr, Polizei und des Roten Kreuzes. Nach der Wiederaufnahme des Betriebes wurde das Leerfahren fortgesetzt. In der Sektion 2 der Anlage, vom Alpenhaus bis zur Mittelstation, war dieser Vorgang bereits abgeschlossen, sprich alle Wintersportler waren bereits bei der Mittelstation, als eine Windböe eine bergwärts fahrende, leere Gondel erfasste und diese sich in der sogenannten Einfahrtstrompete zur Mittelstation verkeilte. „Die Windgeschwindigkeiten lagen zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der Betriebsbedingungen. Die Messungen zeigten Werte zwischen 30 und 40 Stundenkilometer“, erzählt Josef Burger, Vorstand der Berg­bahn AG Kitzbühel. Ein Betrieb bis 60 Stundenkilometer Wind ist im absoluten Sicherheitsbereich. Mit der verkeilten Gondel war aber ein weiterer Betrieb der Anlage nicht mehr möglich.

Mit der Alarmierung der Einsatzkräfte wurde auch gleich die Rettungskette gestartet. Die 24 Personen wurden mittels Lautsprecherdurchsagen über die weiteren Vorgangsweisen informiert und von der Bergrettern aus den Gondeln abgeseilt.

Jene Personen, die sich noch im Bereich der Mittelstation befanden, wurden mittels Skidoo oder gelände- und wintertauglichen Fahrzeugen der Bergbahn AG Kitzbühel sowie der Bergrettung zum Gasthof Hagstein gefahren und von dort ins Tal gebracht.

An der aufwändigen Bergeaktion waren ca. 100 Mann der Bergrettungsortsstellen des Bezirkes Kitzbühel, 30 Mann mit fünf Fahrzeugen und Drehleiter der Stadtfeuerwehr Kitzbühel, 21 Mann der Rettung des Bezirkes Kitzbühel mit fünf Fahrzeugen, zwei Notärzte, acht Bedienstete der Polizei und ein Mitglied der Stadtpolizei Kitzbühel im Einsatz.

Eines hat dieser Ernstfall bewiesen: Die Bergbahn AG Kitzbühel hat im Vorfeld mit den zahlreichen, jährlichen Übungen gute Arbeit geleistet. Das Zusammenspiel der einzelnen Rettungsorganisationen sowie das Kennenlernen der örtlichen Gegebenheiten gehören ebenso dazu wie die Erstellung der Kommunikation- und Informationskette und anschließend der Rettungskette.

Hornbahn wieder in Betrieb

Seit Montag läuft die Hornbahn wieder, alle Schäden wurden nach der Begutachtung durch die oberste Seilbahnbehörde behoben. Die defekte Gondel wurde aus dem Betrieb genommen, die Beschädigungen an der Einfahrtstrompete behoben. 250 Meter des Seils mussten getauscht werden. Im Zweischichtbetrieb arbeiteten die Mitarbeiter der Firmen Doppelmayr, Teufelberger, Kogler und der Bergbahn an der Einspreißung bzw. an der Schadensbehebung. Nach einem fünfstündigen Probebetrieb und dem Vorliegen des behördlichen Wiederaufnahme-Bescheides ging die Seilbahn wieder in Betrieb.
Elisabeth M. Pöll, Foto: Zoom-Tirol

 
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