09.11.2008
News  
 

Streif-Vorläufer sind Mangelware

Der Kitzbüheler Ski Club (KSC) gilt weltweit als perfekter Organisator des Hahnenkammrennens.  Doch  abseits des Skispektakels hat der Veranstalter ein Riesenproblem: Für den Weltcup-Abfahrtslauf  auf der Streif finden sich nur ganz schwer geeignete Vorläufer,  die für Jury und Rennläufer aussagekräftige Testläufe absolvieren können.

Sechs Stammläufer

Seit Jahren besteht ein vom Organisator zusammengestelltes Vorläufer-Stammteam mit sechs Athleten. Doch jetzt besteht Handlungsbedarf: Die FIS fordert einen Vorläufer-Pool mit zehn bzw. 12 Läufern. Warum der ÖSV ausgerechnet für das schwierigste Abfahrtsrennen der Welt keine Nachwuchsläufer nominieren kann?

Bei der FIS-Herbsttagung in Zürich begründet Alpindirektor Hans Pum: „Während der Hahnenkammwoche finden wichtige Wettkämpfe der Nachwuchs-Speedfahrer in der Europacupserie statt. Deshalb kann der ÖSV keine ausgebildeten Nachwuchsläufer stellen.“ Ehemalige Kaderläufer  – für den KSC-Generalsekretär Michael Huber auch eine Alternative – will Pum als Vorläufer in Kitzbühel allerdings nicht starten lassen. Der Höllenritt über die Streif sei für ehemalige Athleten ein Risiko. Pum: „Weil sie nicht in vollem Umfang konditionell vorberereitet und technisch auf dem neuesten Stand sind“.

Bewerbung im Internet

Für das kommende Hahnenkammrennen (23. bis 25. Jänner) muss sich der KSC selbst behelfen: „Sollte es in Österreich Top-Athleten geben, die sich konditionell und technisch eignen, als Vorläufer an den Hahnenkamm Abfahrts- bzw. Super G-Rennen teilzunehmen, werden entsprechende Anfragen mit Lebenslauf gerne entgegen genommen“, sagt Michael Huber.  Ein Bewerbungsbogen kann unter News auf der Homepage  www.hahnenkamm.com abgerufen werden.
 Alexandra Fusser

Opas Traum: Vorläufer auf der Streif
Ein Vorläufer muss laut IWO (Internationale Wettkampfordnung) der Jury Schneeverhältnisse,  Sicht und Linienführung  beschreiben können. Er muss deshalb über das entsprechende skiläuferische Können verfügen, um die Strecke wettkampfmäßig befahren zu können.
Die Funktion und Aussagen des Vorläufers ist nicht nur für die Jury, sondern auch für die Rennläufer enorm wichtig. Doch der Großteil der Bewerber unterschätzt offenbar Qualifikation und Funktion eines Vorläufers. Einige
der im Büro des Kitzbüheler Ski Clubs eingelangten Bewerbungen regen deshalb zum Schmunzeln an:

„Ich möchte meinem Mann zum 50. Geburtstag die Vorläuferfahrt schenken.“
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„Ich war bei den Schulskikursen immer in der ersten Gruppe.“
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„Ich trainiere immer im Urlaub auf den Skipisten und fahre schnell Ski“, schreibt ein 52-Jähriger an den KSC.
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„Ich fahre ungefähr wie Hermann Maier, aber Skirennen bin ich noch nie gefahren.“
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„Wir wollen unserem Opa zum 65. Geburtstag einen Lebenstraum erfüllen und ihn deshalb als Vorläufer auf der Streif anmelden“, schreiben die Enkerln aus Oberösterreich.
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„Ich (17 Jahre) möchte meinem Freund (22 Jahre) die Vorläuferfahrt ermöglichen. Er hat vor fünf Jahren am Semmering Skifahren gelernt und der Skilehrer war echt gut.“
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„Ich will die Streif runterfahren, um meine Kunden zu beeindrucken“, schreibt ein Firmenchef. ali

 
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