03.08.2020
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Starker, verspäteter Saisonstart

Die Ausgangssituation war schwierig: Coronavirus, Grenzschließungen und hohe Hygienemaßnahmen forderten von den Touristikern im Vorfeld viel ab. Jetzt im laufenden Sommergeschäft zeigt sich, dass sich die Arbeit gelohnt hat: Die Gäste genießen ihren Urlaub im Bezirk.

Bezirk | Mit deutlicher Verspätung haben heuer viele Hotels im Bezirk aufgesperrt. Ein bis zu knapp zwei Monate später als gewohnt, manche haben überhaupt zugelassen. Das Minus in den Monaten Mai und Juni ist groß – zwischen 80 und bis über 90 Prozent. Mit den warmen Sommertemperaturen steigt auch die Laune bei Vermietern und Urlaubern: die Lust auf Erholung ist groß. Kurzfristige Buchungen sind sehr stark im Kommen. Und für Juli gibt es nun gute Nachrichten. Die Zahlen zeigen klar nach oben – viele Unterkünfte sind gut gebucht.
„Die Situation ist besser als prognostiziert“, erklärt Geschäftsführerin Viktoria Veider-Walser von Kitzbühel Tourismus. Präsidentin Signe Reisch ergänzt, dass die Erstbesucher heuer im Juli deutlich mehr sind. Außerdem sprechen die beiden von vielen kurzfristigen Buchungen: „Die Menschen fahren öfters und kürzer auf Urlaub“, sagt Reisch. Die Planungen für die Saison sind schwierig, da die Gäste bis 48 Stunden vorher gratis stornieren können. Flexibilität ist nicht nur für Urlauber, sondern auch für Vermieter zum Gebot der Stunde geworden.

Flexibilität in der Sommersaison gefragt
Deutlich besser als noch vor wenigen Wochen erwartet ist die Buchungslage beim TVB St. Johann. Von einem „durchschnittlichen Juli“ spricht TVB-Geschäftsführer Gernot Riedel. Besonders großer Andrang herrscht bei den Attraktionen, wobei es heuer am Mittwoch- abend etwas ruhiger zugeht, da es keine größeren Veranstaltungen gibt. Ein Wermutstropfen sind die fehlenden Gäste aus Großbritannien und Irland.

Fehlende Gruppen- und Busreisen
Verlierer in der Krise sind Hotels, die auf Busreisen gesetzt haben. „Gruppenreisen fehlen bis dato fast zur Gänze“, schildert Riedel. Dem stimmt auch Max Salcher, TVB-Geschäftsführer im Brixental, zu: „Die Busreisen sind sehr verhalten.“ Im Brixental ist die Nachfrage nach Unterkünften da, jedoch nicht mit jenen in der Kärntner Seeregion vergleichbar. „Für Juli rechnen wir mit einem großen Minus. Die Pfeile zeigen nun aber wieder nach oben“, sagt Salcher. Auswirkungen auf den Tourismus aufgrund des positiven Corona-Falls in Kirchberg hat man keine gespürt: „Alle haben professionell reagiert.“
Den Trend hin zu vielen kurzfristigen Buchungen merkt man auch beim TVB Wilder Kaiser.
Dort ist man optimistisch, obwohl man an die Zahlen der vergangenen Jahre nicht herankommt: „Wir gehen weiterhin davon aus, dass wir für Hochsommer und Herbst in etwa 80 Prozent des Vorjahres schaffen werden“, sagt Geschäftsführer Lukas Krösslhuber.
Außerdem ist die Nachfrage in allen Regionen nach Appartments, Chalets, Häusern bis hin zu Hotels mit Wellnessbereichen gestiegen. Das größte Plus gibt es wohl auf den Campingplätzen im Bezirk.

Trend geht zu Camping, Chalet und Appartment
Von diesem Trend profitiert der Kaiserwinkl. „Die Campingplätze sind randvoll“, erklärt TVB-Obmann Gerd Erharter und ergänzt, dass er sich an so einen Andrang noch nie erinnern kann. Außerdem entpuppt sich der Walchsee als Magnet, so Erharter. Der ganze Kaiserwinkl ist ausgebucht, die weitere Buchungslage schaut gut aus. Ebenso Positives gibt es aus dem Pillerseetal zu berichten: „Es gibt kein Zimmer mehr. Wir sind sehr, sehr gut gebucht“, sagt TVB-Gechäftsführer Armin Kuen. Die Buchungslage im Juli bewegt sich auf Vorjahresniveau, vielleicht geht sich sogar ein kleines Plus aus, schildert Kuen.

Schreckgespenst Corona im Sommerurlaub
(Heimat-)Urlaub machen in Zeiten von Corona ist beliebt, schwierig wird es, wenn ein positiver Coronafall auftaucht. „Ich bin zutiefst enttäuscht, dass es keine klaren Regeln von Seiten des Bundes bei einem positiven Fall gibt“, erklärt TVB-Obmann Erhater. Dies stresst Kuen jedoch nicht: „Für mich ist klar, dass von Fall zu Fall unterschiedlich reagiert werden muss.“
Angelaufen sind im Bezirk auch die Tests für Tourismusmitarbeiter, die vom Bund finanziert werden. Eine Testung von Seiten der TVB wird empfohlen, jedoch beruhen diese auf Freiwilligkeit. Im Pillerseetal sind rund 50 Prozent dabei, in anderen Regionen weniger. Verena Mühlbacher

Foto: Der Bezirk Kitzbühel ist unterschiedlich stark ausgebucht. Am ehesten wird man bei der Suche nach einem Zimmer im Brixental und Kitzbühel fündig, hingegen sind der Kaiserwinkl und das Pillerseetal fast ausgebucht. Foto: APA

 
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