29.04.2020
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Sport und Abenteuer in aller Welt

Top-Ten-Skirennläuferin mit später Medaillenflut, Geschwindigkeitsweltrekord mit Serienskiern, Taucherbegegnungen mit Haien, Skilehrerin von Robert Kennedy.

Kitzbühel | Die Berufslaufbahn deutete nicht auf eine Dominanz des Sports hin. Die Tochter der Hebamme Theresia und des Zimmererpoliers Hans Staffner kam als Lehrling nach Innsbruck. Die begeisterte Skifahrerin schloss sich der Turnerschaft Innsbruck an und fuhr für diesen Club Rennen. Mit 19 Jahren wurde die österreichische Jugendmeisterin Mitglied der Nationalmannschaft. Fünf Jahre lang hielt die bei Kästle beschäftigte Allroundfahrerin konstant in der Spitze mit, nach den vorolympischen Bewerben in Innsbruck hoffte sie auf eine Nominierung für 1964, scheiterte aber an der starken heimischen Konkurrenz – auch Christl Haas gehörte dazu – und schloss mit 24 Jahren  das Kapitel Rennsport ab.

Ungewöhnliche Höhepunkte für Sportlerin
Das Jahr 1964 brachte aber auch zwei besondere Ereignisse. Christl Staffner durfte als Mitglied eines Innsbrucker Vereins das Olympische Feuer in das Berg-Isel-Stadion tragen, einige Wochen später sicherte sie sich in Cervinia den Geschwindigkeitsweltrekord (143,027 km/h).  Damals fuhr man mit Serienskiern, niedrigen Lederschuhen und ohne hautnahen Rennanzug. Der Rekord wurde erst nach 17 Jahren unterboten.
Das frühe Aus in der Nationalmannschaft ermöglichte den Umstieg zum Skilehrern. Zusammen mit dem sportbegeisterten Gatten  Dr. Harald Herbert, ursprünglich  erfolgreich als Wasserballer und Handballer, arbeitete sie als Skilehrerin in Neuseeland und in Aspen/Colorado. Robert Kennedy, mehrere Filmstars und einige Jugendliche, die sie bis in die US-Nationalmannschaft führten, waren ihre Schützlinge.

Karriere bei den Masters Weltmeisterschaften
In den Sommermonaten betrieb Christl Herbert einen Importgroßhandel für Skibekleidung unter ihrem Namen. Nach der Rückkehr in die Heimat war die Familie die wichtigste Aufgabe, aber im Sport fanden sich neue Möglichkeiten. Mit 40 Jahren startete die zweite Karriere im Skisport. Das Ehepaar Herbert stieg in die  Masters-Skirennen ein. Harald Herbert stieg zum Referatsleiter bei der FIS auf und leitete es über Jahrzehnte. Auch aktiv fuhr er mit und sammelte Medaillen, stand aber dabei immer im Schatten seiner Gattin, die wiederholt alle erreichbaren Goldmedaillen des Jahres einfuhr. Die Medaillensammlung von Christl Herbert zwischen 1981 und 1999 stellt einen nicht übertroffenen Rekord dar. Allein die Zahl der Goldmedaillen stieg auf geschätzte 25 an.

Bergsteigen, tauchen, Tiefschneefahrten
Neben den Seniorenbewerben gehörten viele Jahre Trekkingtouren im Himalaja, im Pamir und im Karakorum zum Programm der auch als Bergsteigerin unerschrockenen Sportlerin, die sich auch durch Verletzungen nicht abhalten ließ. Beim Eintritt ins amtlich festgelegte Seniorenalter entdeckte sie Freude am Tauchen. Hunderte Begegnungen mit Haien aller Gattungen und Größen und Tauchgänge von den Galapagos bis zu den Malediven, wiederholt nach Ägypten und in den Sudan hat sie überstanden, dann aber dem Alter Tribut gezollt.
Dann folgten Tiefschneefahrten  in den kanadischen Rocky Mountains und auf den Vulkanen Kamtschatkas.  Wiederholt leitete sie Gruppen auf Erlebnisreisen durch Nordamerika.

Sport dominiert in der Familie
In Kitzbühel wirkte die mehrsprachige Hostess  durch eineinhalb Jahrzehnte als Teamleiterin und war im Pressebüro und im Veranstaltungsbereich eine vorbildliche Botschafterin  des Skisports und des Kitzbüheler Skiclubs.
Die Dominanz des Sports in der Familie bestätigen die Erfolge der Tochter Birgit in der Snowboard-Nationalmannschaft und des Sohnes MMag. Konrad, der in Ausdauerbewerben erfolgreich war. Auch die Schwiegertochter Petra und die Enkel Tim und Tina sind sportlich aktiv.
Christl Herbert, seit Kindertagen „Staffner Putz“ gerufen, ist durch ihren Optimismus, ihre Kameradschaft – u. a. mit früheren Rennfahrerkolleginnen -  und ihre Hilfsbereitschaft eine  beeindruckende Frau. Mit Begeisterung fährt sie kleine Touren mit dem Rad und ist auch im tiefsten Winter mit diesem unterwegs. Möge das lange über den nun erreichten Achtziger hinaus so bleiben. Hans Wirtenberger

Foto: Mehrere Sportarten bestimmten das Leben von Christl Herbert. Foto: privat

 
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