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17.09.2019
News  
 

Spanische Lehrlinge starten durch

Ein Pilotprojekt will wie berichtet den akuten Fachkräftemangel in der regionalen Hotellerie und Gastronomie lindern helfen. Spanische Jugendliche absolvieren im Bezirk eine Lehre. Demnächst starten sie in ihren Gastgeberbetrieben durch.

Bezirk  | Vor allem die Jugendarbeitslosigkeit ist in Spanien anhaltend hoch und lag im Juli bei über 32 Prozent – der zweitschlechteste Wert innerhalb der EU. Junge Talente werden in der Region Kitzbühel allerdings stark gesucht, hier vor allem im Tourismus. Das Projekt „Talents for Europe“ verbindet diese beiden Pole nun und schuf ein Beschäftigungsprojekt für junge Menschen der iberischen Halbinsel. Der Startschuss für den Lehrgang fiel wie berichtet bereits vergangenes Jahr. Die Teilnehmer sind alle über 18 Jahre und erhalten die Basisausbildung sowie einen Deutschkurs auf B1-Niveau in ihrem Heimatland. Anschließend absolvieren die Spanier das zweite und dritte Lehrjahr in einem Kitzbüheler Betrieb und schließen dann die Ausbildung mit der Lehrabschlussprüfung ab.

System Lehre als Exportschlager
Der entsprechende Arbeitgeber vor Ort und „sein“ künftiger spanischer Lehrling wurden im Vorfeld miteinander „gematcht“. Demnächst ist es soweit – der Schritt nach Österreich steht an: „Die Jugendlichen sind schon aufgeregt und waren fleißig in den Sprachkursen. Sie kommen jetzt im Herbst, abgestimmt mit dem jeweiligen Arbeitgeber, zu uns“, führt Hannes Missethon von „Talents for Europe“ gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger aus. Sieben Lehrlinge wurden über das Programm in die Region Kitzbühel vermittelt. Die Teilnahme ist für die Betriebe kostenpflichtig, neben der Vermittlung umfasst die Leistung  auch ein Gesamtpaket der Organisation und Begleitung.
Österreich kann in Sachen Jugendbeschäftigung mit dem System Lehre punkten. „Es ist natürlich ein phänomenales System, das wir in den deutschsprachigen Ländern haben, das es aber sonst auf der ganzen Welt nicht gibt“, so Missethon.
Das Interesse daran steigt allerdings auch über die deutsche Sprachgrenze hinaus. „Wir setzen den Schritt, das zu internationalisieren. Es ist zwar ein komplexes System dahinter, aber machbar“, führt der Talente-Entwickler aus. Die jungen Spanier erhalten die Vorqualifikation in ihrer jeweiligen Fachschule in Spanien –  somit können sie in der Alpenrepublik die verkürzte Lehre absolvieren.

Große Nachfrage in Spanien
„Wir haben jetzt in Spanien die Strukturen aufgestellt. Die Nachfrage ist groß.“ Sobald die ersten Teilnehmer dann in den Gastländern im Einsatz sind, rechnet Missethon nochmals mit einem großen Schub, was die Öffentlichkeitswirksamkeit betrifft. Denn die jungen Leute werden ihre Eindrücke und Erfahrungen vermutlich über die sozialen Kanäle verbreiten und dadurch zu Hause im Westen Europas das Interesse an dem Programm noch weiter steigern. Es besteht auch die Hoffnung, dass sich die Teilnehmer vor Ort in Österreich stark vernetzen und sozusagen eine „Community“ aufbauen.
Übrigens braucht niemand zu glauben, die iberischen Fachkräfte würden den jungen Leuten in der Region die Jobs wegnehmen. Es gebe schlichtweg „ein Manko an österreichischen Jugendlichen. Die demografische Entwicklung wird uns vor noch größere Probleme stellen“, ist sich Missethon sicher. Gerade im Westen zieht sich der Fachkräftemangel bekanntermaßen quer durch alle Branchen. Daher freut sich Missethon auch „sehr, dass die Jugendlichen kommen. Dann werden wir sehen, wie sie hier ihre ersten Schritte machen“.

„Weg in die berufliche Zukunft“
Eines der vielen Gesichter der Talents-for-Europe-Bewegung  ist der 21-jährige Richard Jiménez. Er schildert seinen Weg: „Als ich das erste Mal davon gehört habe, dachte ich mir: ‚Spannend, das will ich machen!‘. Neue Sprache, neues Land, einfach eine neue Erfahrung.“ Alex Martì ergänzt: „Das Programm gibt mir Hoffnung auf eine sichere berufliche Zukunft.“
Auch die Wirtschaftskammer Kitzbühel begrüßt den Vorstoß und den doch recht kreativen Ansatz zur Bekämpfung des Fachkräftemangels: „Das ist für uns eine gute Möglichkeit, an Lehrlinge zu kommen“, sagte Obmann Klaus Lackner bereits im Vorfeld. Elisabeth Galehr

¡Hola!  Austria: Die spanischen Jugendlichen freuen sich bereits sehr auf ihren Auslandsaufenthalt. Bevor sie nach Österreich kommen, absolvieren die jungen Fachkräfte, von denen auch einige in der Region Kitzbühel zum Einsatz kommen, einen Deutschkurs in ihrem Heimatland Spanien.  Foto: Talenteentwicklung Missethon GmbH

 
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