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23.09.2019
News  
 

Sorge um ein Landschafts-Juwel

Die geplante Forststraße der ÖBF am Niederkaiser ruft Bürger auf den Plan. Sie sorgen sich um das Naturjuwel.

St. Johann | Einen massiven Einschnitt in die Natur im Naherholungsgebiet rund um die Einsiedelei am Niederkaiser orten einige Bürger. Es geht darum, dass die Österreichischen Bundesforste (ÖBF) eine Forststraße bauen wollen. In einem Schreiben teilen die „Freundi*innen des Niederkaisers“ dem Kitzbüheler Anzeiger ihre Bedenken mit. Unterstützung erhalten sie dabei von den St. Johanner Grünen.  
Wanderern sind die vielen umgestürzten Bäume vermutlich schon aufgefallen. „Der Schneebruch aus dem letzten Winter hat auf einer Fläche von rund 15 Hektar den Schutzwald stark in Mitleidenschaft gezogen. Mit der warmen Jahreszeit kam noch der Borkenkäferbefall hinzu. Ohne weitere Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen droht der Schutzwald zusammenzubrechen“, erklärt Pressesprecherin Pia Buchner die Beweggründe der ÖBF.  

Gibt es eine Alternative zur Forststraße?
Die einzige Alternative zur Forststraße wäre der Einsatz eines Hubschraubers – was von den ÖBF aus Kostengründen jedoch ausgeschlossen wird.

Vier Meter breite Straße
Die Bürgerinitiative betont, dass es sich bei der geplanten Forststraße nicht um einen feinen Wanderweg, sondern um eine LKW-taugliche, vier Meter breite Straße handelt. Das stimmt, sagen die ÖBF: „Es handelt sich um eine 450 Meter lange Stichstraße, die so naturschonend wie möglich gebaut wird. Es wurden mehrere Varianten geprüft und diese mit Naturschutz, Gemeinde und Forstbehörde abgestimmt“, erklärt Buchner.

Genehmigung liegt vor
Der Bescheid der Bezirkshauptmannschaft für die Errichtung der dauerhaften Forststraße ist im Gemeindeamt bereits eingelangt. Die Gemeinde St. Johann hätte Parteistellung. „Der Bescheid ist rechtens. Alles wurde sorgfältig unter Einbezug von Experten abgearbeitet. Es gibt hier keine andere Möglichkeit, um den Schutzwald zu erhalten und es handelt sich um einen sehr geringen Eingriff in die Natur“, erklärt Bürgermeister Hubert Almberger (VP). Weder die Wanderwege noch die Abgeschiedenheit der Einsiedelei werden durch die Forststraße beeinträchtigt, so der Bürgermeister.

Was sagt die Umweltanwaltschaft?
Die Grüne GRin Melle Strele, sieht das anders: „Auch die Umweltanwaltschaft äußerte sich mit Bedenken zu diesem Projekt.“ Beschwerde gegen den Bescheid der BH wird die Tiroler Umweltanwaltschaft jedoch nicht einlegen, wie Naturschutzbeauftragter Anton Feiersinger erklärt: „In unserer Stellungnahme haben wir das Projekt durchaus kritisch gesehen, da die hochwertige Landschaft beeinträchtigt wird. Wir haben die BH gebeten abzuwägen, ob das öffentliche Interesse überwiegt – und das hat es nun wohl nach Ansicht der BH.“

Baubeginn frühestens im Oktober
Da die Forststraße behördlich bereits genehmigt ist, wollen die ÖBF, sofern kein Einspruch einlangt, frühestens im Oktober mit dem Bau beginnen. Die „Freundi*nnen des Niederkaisers“ sowie die St. Johanner Grünen überlegen, weitere Schritte zu setzen. Johanna Monitzer

Bürger sorgen sich um das Naturjuwel. Am Niederkaiser soll eine Forststraße errichtet werden. Die Abgeschiedenheit der Einsiedelei (im Bild) soll dadurch aber nicht beeinträchtigt werden, so die ÖBF und der Bürgermeister. Foto: Monitzer

 
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