21.12.2020
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Skigebiete starten in einen Winter mit Fragezeichen

Keine Urlauber und wohl kaum Tagesgäste. Hohe Verluste sind bereits mit Saisonstart vorprogrammiert.  Alle Bergbahnen im Bezirk nehmen zu Weihnachten dennoch ihren Betrieb auf – wenn auch mit einem verkleinerten Angebot. Ein Start in einen Skiwinter mit vielen Fragezeichen.

Bezirk | Die Schneekanonen laufen auf Hochtouren, an den Pisten wird eifrig gearbeitet. Zu Weihnachten dürfen die Skigebiete öffnen (Stand 15. Dezember). Ohne Touristen und mit wenig Tagesgästen wird es auf den Pisten im Bezirk, wo sich sonst zehntausende Skifahrer tummeln, aber zum Saisonstart ungewohnt ruhig werden.

Bis zu 90 % weniger Gäste und Umsatz
Die Skigebiete im Bezirk rechnen in den Weihnachtsferien mit 70 bis 90 Prozent weniger Erstzutritten. Lediglich die Buchensteinwand, die von der Pletzer Gruppe betrieben wird, gibt sich optimistischer: Man rechne mit etwa der Hälfte der Skifahrer, teilt man dem Kitzbüheler Anzeiger mit.
Die Prognosen der Umsatzrückgänge während der Weihnachtsferien gehen in die selbe Richtung: Von mindestens 80 Prozent geht man z.B. in der SkiWelt aus. Bergbahn Fieberbrunn Geschäftsführer Toni Niederwieser rechnet gar mit 90 Prozent.

Nicht aufsperren? Keine Option für Bergbahnen
Trotz fehlender Touristen, keiner Gastronomie am Berg und dem Mehraufwand durch ein umfangreiches Sicherheitskonzept, stellt das Nicht-Aufsperren für die Bergbahnen im Bezirk keine Option dar.

Am 24. und 25. Dezember geht es los
Am 24. Dezember starten KitzSki, der Skicircus mit Fieberbrunn, SkiStar St. Johann und  Hochkössen in die Wintersaison. Am 25. Dezember nehmen die SkiWelt, die Steinplatte und die Buchensteinwand ihren Betrieb auf. Den Heiligen Abend schenken sie sich und ihren Mitarbeiten, wie Anita Baumgartner von der SkiWelt erklärt: „So können unsere Mitarbeiter Weihnachten im Kreise ihrer Familie verbringen.“ Und Andreas Brandtner, GF bei der Steinplatte in Waidring, ergänzt, dass ab Mittag das Skigebiet am Heiligen Abend sowieso immer schon schlecht besucht war.

Bergbahnen starten mit verkleinertem Angebot
„Aus wirtschaftlicher Sicht, wäre ein Vollbetrieb zu Weihnachten in keinster Weise sinnvoll“, erklärt SkiStar GF Peter Grander. In St. Johann werden vorerst die Eichenhoflifte, der Jodlalm Lift und die Harschbichlbahnen geöffnet. „Wir werden sehen, wie sich die Frequenzen entwickeln und je nachdem mehr Lifte aufsperren“, so Grander.
KitzSki öffnet fast das gesamte Skigebiet. Vom Resterkogel, über den Hahnenkamm, bis Aschau, werden über 40 Liftanlagen aufsperren, teilt Elisabeth Laiminger mit. Auch das Kitzbüheler Horn und die Rodelbahn in Kirchberg werden mit 24. Dezember in Betrieb genommen.

SkiWelt: 120 verbundene Pistenkilometer
Im größten Skiverbund im Bezirk, der SkiWelt, wird mit einem verkleinerten Angebot gestartet. Es wird 120 direkt verbundene Pistenkilometer mit Talabfahrten geben, informiert Anita Baumgartner. Alle SkiWelt Verbindungen und auch die Rodelbahnen in Going und Söll werden geöffnet.

Fast alle Pisten auf der Steinplatte geöffnet
Nachdem die Skifahrer mit der Gondel auf die Steinplatte gebracht wurden, erwarten sie dort vier Sessellifte: Kammerkör, Plattenkogel, Steinplatte sowie die heuer neugebaute Kapellenbahn. „Außer der deutschen Seite, wo wir voraussichtlich nicht vor 10. Jänner öffnen dürfen, werden nur drei Bahnen nicht in Betrieb sein. Dafür sind aber fast alle Pisten geöffnet“, veranschaulicht GF Brandtner.

Der Skicircus dreht sich
Auch der Skicircus dreht sich, wenn auch etwas kleiner: In Fieberbrunn sind bis auf die Bahnen Streuböden und Lärchfilzkogel alle Bahnen geöffnet.

Schneelage entscheidet
Auf der Buchensteinwand werden der SL Hochleiten und der Pletzipark geöffnet. In weiterer Folge, je nach Schneelage, auch der Schlepplift Hochfilzen 1.
Hochkössen startet ebenfalls mit einem verkleinerten Angebot, welche Lifte geöffnet werden, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Die Gondeln werden zur Hälfte besetzt
Für die Skigäste arbeiteten die Bergbahnen ein umfangreiches  Sicherheitskonzept aus. Neben einer Entzerrung der Einstiegszonen, der Pflicht des Tragens eines Mund-Nasenschutzes und der Desinfektion von Gondeln mit Kaltnebel, dürfen die Gondeln nun auch nur zur Hälfte besetzt werden.  „Die Sicherheitsmaßnahmen haben sich im Sommer bewährt. Wir entwickeln das Konzept stetig weiter, sodass einem sicheren Skitag nichts im Wege steht“, erklärt Bergbahn Kitzbühel Vorstandsvorsitzender Anton Bodner.
Dennoch beginnt der Skiwinter mit vielen Fragezeichen. Die Mitarbeiter wurden eingestellt, die Beschneiung gestartet, die Betriebskosten laufen – jedoch ob und in welchem Ausmaß Tourismus in diesem Winter möglich sein wird, ist offen.  

Wie geht es weiter? Die Politik ist gefordert
Die Bergbahnen im Bezirk fordern daher Ausgleich und Unterstützung für die Umsatzverluste sowie Planungssicherheit für die weitere Skisaison. „Wir wünschen uns klare und praxistaugliche Regelungen, um die Planbarkeit zu verbessern. Skifahren ist ein Sport, der sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Das Gefühl von Freiheit beim Skifahren und die Ruhe in den Bergen beruhigen den Geist. Skifahren ist ein Sport, der Freude macht! Wir wünschen uns, dass genau dieses Bild vom Skifahren wieder hergestellt wird“, betont Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn Kitzbühel.

Tenor: Menschen haben Lust auf Skifahren
Dass die Menschen (auch außerhalb Tirols) Lust auf Skifahren haben, davon gehen die Bergbahn-Betreiber im Bezirk aus. „Wir können das aus unseren zahlreichen Kundenanfragen entnehmen. Natürlich sollte man eine gesunde Portion Eigenverantwortung mitbringen, Rücksicht aufeinander nehmen, den Mindestabstand einhalten und dort wo es vorgeschrieben ist, die Maske tragen“, betont Andreas Brandtner von der Steinplatte. Und Anita Baumgartner von der SkiWelt sagt: „Wir bleiben optimistisch und machen das beste aus der Situation. Jetzt können einmal alle die leeren Pisten genießen. Wir freuen uns über jeden Besucher.“
Johanna Monitzer

Außerdem - Wohin, wenn man mal muss?
Die Gastronomie am Berg hat zu. Wohin also, wenn man mal muss? Diese Sorge ist weitgehend unbegründet, wie die Bergbahnen informieren.

Genug stille Örtchen
Im Gebiet von KitzSki gibt es bei allen Zubringerbahnen WC-Anlagen. „Es werden ausreichend Toiletten bei den Liften und auch bei manchen Gastronomiebetrieben zur Verfügung stehen“, informiert Vorstandsvorsitzender Anton Bodner.
Im Skicircus sind in den meisten Tal- und Bergstationen Toiletten. So auch auf der Steinplatte und im St. Johanner Skigebiet. In Hochkössen sind WCs im Bereich der Gondel (Ein- und Ausstieg) vorhanden.

Hier könnte es „knapp“ werden
Auf der Buchensteinwand gibt es hingegen nur an der Talstation  des 4 SB Buchensteinwand
Toiletten, heißt es gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger. jomo

 
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