30.12.2018
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„Sicher keine Autobahn für Taxis“

Das stadtnahe Grün ist wieder einmal in Gefahr. Für eine Erweiterung des Taxi-Standplatzes am Sterzinger Platz will FPÖ-GR LAbg. Alexander Gamper die Fahrspuren verbreitern und damit den Stadtpark verkleinern.

Kitzbühel | „Im Stadtpark wird es sicher keine Autobahn für Taxis geben“, zeigt sich Anna Werlberger (ÖVP), Ausschuss-Obfrau für Bauhof, Friedhof, Entsorgung und Ortsbild, kämpferisch und setzt sich dafür ein, dass die Grünfläche und der Stadtpark in seiner jetztigen Form erhalten bleibt. Geht es nämlich nach FPÖ-GR Alexander Gamper (Ausschuss-Obmann Innenstadt, ruhender Verkehr und Taxi), soll die Zufahrt zum Sterzinger Platz über den Stadtpark verbreitert werden, um den Taxi-Standplatz auf die Tagesstunden auszuweiten.

Sechs Meter breite Fahrbahn durch den Park

„Laut den Plänen und dem eingebrachten Gutachten müsste der fast einhundertjährige Ahornbaum bei der Einfahrt in den Stadtpark gefällt werden. Die Rosenbeete, aber auch die Parkbänke vor dem Museum würden dieser Planung ebenso zum Opfer fallen, nur damit ein ca. sechs Meter breiter Weg den Taxis die Zufahrt zum Sterzinger Platz ermöglicht“, sagt Anna Werlberger, die sich dafür ausspricht, die Aufteilung des Standplatzes – tagesüber Kutschen und abends Taxis - beizubehalten. Bis dato wurde der Platz bis 16 Uhr von den Kutschern genutzt, anschließend stand der Bereich für drei Taxis als Standplatz zur Verfügung.

Huber: „Es geht um Sicherheit und Ortsbild“

Für eine Erweiterung der Taxi­standzeiten auch während des Tages kann sich auch Hermann Huber (ÖVP), Ausschuss-Obmann Straßen und Verkehr, nicht begeistern. „Es entstünden drei ‚Fahrspuren‘. Eine für die Kutschen, eine für die Taxis, damit sie vorbei an den Kutschen zum Sterzinger Platz fahren können, und dann noch ein Fußgängerstreifen. Das Ganze birgt eine große Gefahrenquelle, denn die Fußgängerzone ist in diesem Bereich sehr stark frequentiert“, erklärt Huber. Zudem stören Huber auch die Auswirkungen auf das Stadtbild. Durch den fast permanenten Taxistandplatz wird der Blick auf das Jochberger Tor, das sehr gerne von Touristen fotografiert wird, versperrt.

Kein Zweifel an Zuständigkeit

In einer Aussendung mokiert sich Gamper über die Einbindung des Ausschusses für Bauhof, Friedhof, Entsorgung und Ortsbild und sieht eine neuerliche Begehung als reine Schikane. Dies stößt bei Anna Werl­berger nur auf Verwunderung, schließlich ist sie für den Stadtpark zuständig und zeichnet sich auch für die Neugestaltung und Revitalisierung des Parkes verantwortlich. Die Zufahrt zum Taxistandplatz Sterzinger Platz erfolgt nun über den Stadtpark und gehört damit zu den Agenden von Anna Werlberger. „Wir werden im Frühjahr den Park wieder herrichten, damit Einheimische und Gäste die stadtnahe Grünoase genießen können“, sagt Werl­berger.

Im vergangenen Jahr wurde der Park mit viel Liebe zum Detail gestaltet und dafür gab die Stadtgemeinde Kitzbühel über 125.000 Euro aus.

Plakative Polterpolitik

Für GR Hermann Huber, der auch Mitglied im Ausschuss für Innenstadt, ruhenden Verkehr und Taxi ist, ist die Vorgangsweise von Ausschuss-Obmann Gamper eine rein plakative Polterpolitik. „Im Ausschuss passiert nichts. Wie wichtig es ihm mit den Taxifahrern ist, zeigt das Beispiel vom 28. Mai, als er medienwirksam einen Dringlichkeitsantrag in den Gemeinderat einbrachte (Anm. d. Red. Es ging dabei um einen Taxi­standplatz beim neuen Bauamt – der Kitzbüheler Anzeiger berichtete) und von diesem an seinen Ausschuss verwiesen wurde. Da aber in den Ausschusssitzungen keine Medienvertreter anwesend sind, wurde dieses Thema überraschenderweise nie behandelt. Es geht Kollegen Gamper nur um die Medienpräsenz und nicht um sachliche Politik“, kritisiert Huber die Vorgangsweise des FPÖ-Stadtparteiobmanns.
Elisabeth M. Pöll

Bild: Gegen eine Ausweitung der Taxistandzeiten am Sterzinger Platz, die eine Verbreiterung der Zufahrt im Stadtpark zur Folge hätte, sprechen sich die beiden VP-Gemeinderäte Hermann Huber und Anna Werlberger aus. Foto: Pöll

 
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