06.06.2020
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Sessellift bleibt im Winterschlaf

Der Geschäftsführer der Kirchdorfer Liftgesellschaft, GR Florian Schluifer, zieht die Reißleine – der Sessellift wird im kommenden Winter stillstehen. Die Gespräche mit Investoren sind gestoppt.

Kirchdorf | „Abgerissen wird hier schon mal gar nichts“ – vehement tritt Lift-Geschäftsführer GR Florian Schluifer den Gerüchten entgegen, dass die Lifte im kleinen Kirchdorf Skigebiet abgebaut und verkauft werden sollen. Er müsse jedoch die Reißleine ziehen, da die Corona-Pandemie auch vor Kirchdorf nicht halt gemacht hat, klärt er auf.
Seit er vor einigen Jahren das Zepter in der Liftgesellschaft übernommen hat, kämpft Schluifer um das Überleben des kleinen Gebietes. Die Hauptbesitzer der Gesellschaft, die Gemeinde Kirchdorf und der Tourismusverband, haben nach der Entschuldung des Unternehmens vor einigen Jahren klar kommuniziert, dass keine Zuschüsse mehr fließen werden.
Mit viel Enthusiasmus übernahm Schluifer die Geschäftsführung und kämpft mit allen Mitteln darum, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Klar war ihm immer, dass das Gebiet nur Überlebenschancen hat, wenn es ein Ganzjahresprogramm gibt. Also suchte er nach Lösungen und holte die Firma „Sports Unlimited“ an Bord. Geplant waren im Rahmen des „Projektes 365“, wie berichtet, ganz besondere Attraktionen, etwa ein „Mountain Flyer“, dem längsten Schienengleiter der Welt, oder die weltgrößte Freilichtschaukel. Außerdem soll an der jetzigen Talstation eine Erlebnisgastronomie für 200 Personen entstehen.

Investition liegt bei rund  zehn Millionen Euro
Mit rund zehn Millionen Euro Investitionskosten rechnen die Ideengeber und machten sich auf die Suche nach Investoren. Bereits bei der Präsentation des Projektes im Herbst des Vorjahres betonte Schluifer, dass bis Ende des ersten Quartals 2020 Investoren gefunden sein müssen, ansonsten werden andere unpopulärere Maßnahmen gesetzt werden. Anfang des Jahres konnte Schluifer melden, dass es einen ersten Investor gibt.
Und dann kam COVID 19. Und alles war schlagartig anders. „In der heißen Phase der Investorengespräche musste dann leider alles vertagt werden“, betont Schluifer. Leider habe die Krise auch die Geldgeber voll erwischt.
„Auch Gemeinde und Tourismusverband müssen angesichts der derzeitigen Lage einsparen“, sagt Schluifer. In den letzten Jahren schossen ja noch Gemeinde und Tourismusverband rund 120.000 Euro jährlich zu. Jetzt ist diese Geldquelle vorübergehend versiegt.

„Ich muss die Reißleine ziehen. Wir schaffen es nicht aus eigener Kraft“, bedauert Schluifer. Im Klartext heißt das, dass der Sessellift im kommenden Winter nicht fahren wird. Ein dementsprechender Antrag wird jetzt an die Seilbahnbehörde gestellt. „Das Kindergelände bleibt natürlich erhalten“, betont der Geschäftsführer. Dieses könne mit geringerem finanziellen Aufwand betrieben werden. „Und es gibt uns die Zeit, an unserem Projekt weiter zu arbeiten“, betont er.
Florian Schluifer macht sich aber keine Illusionen: Gibt es bis Frühjahr 2021 keine Lösung aus dieser finanziellen Misere, dann steht der Abbau tatsächlich im Raum. Und über noch etwas ist sich Schluifer im Klaren: Es gibt derzeit mehr Gegner als Befürworter des kleines Skigebiets. Margret Klausner

Der Vierer-Sessellift im kleinen Kirchdorfer Skigebiet ist inzwischen bereits zwölf Jahre alt, es stehen daher auch einige Wartungsarbeiten an. Er wird im kommenden Winter still stehen. Foto: Klausner

 
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