28.06.2017
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Seit 90 Jahren auf eigenen Beinen

Hartnäckig verfolgten die Oberndorfer ihre Abtrennung von St. Johann. Anfang Juli wird die 90-jährige Selbstständigkeit mit einer „Woche der Gemeinde“ gefeiert.

Oberndorf | Versuche von 1892 und 1911 waren gescheitert, aber die Oberndorfer gaben nicht auf. Sie wollten eine eigenständige Gemeinde sein. Nach einer Volksabstimmung am 15. Februar 1925 stellten die Gemeinderäte den neuerlichen Antrag zur Abtrennung von St. Johann. Die Loslösung wurde beschlossen. Nach etlichen Vorsprachen beim Land Tirol gab auch diese ihr Einverständnis. Das Land beschloss: „Mit 1. Juli 1927 ist Oberndorf eine selbstständige Gemeinde“.

90 Jahre später gedenken nun die Oberndorfer diesen Tag und wollen ein Bewusstsein für die Geschichte schaffen. Am 1. Juli ,dem „Oberndorfer Unabhängigkeitstag“, wie ihn Bürgermeister Hans Schweigkofler schmunzelnd nennt, wird beim Kriegerdenkmal ein Gedenkstein enthüllt. „Wenn man nach Oberndorf kommt, findet man nirgends etwas über die Geschichte der Ortschaft. Wir haben eine Zeittafel erarbeitet mit den wichtigsten Ereignissen“, erklärt Schweigkofler. Der Bürgermeister hat die erste Fassung der Zeittafel bei einer Zugfahrt entworfen. Zusammen mit dem Dorfchronisten Jochen Burger wurde sie nach acht Überarbeitungen nun fertiggestellt.

Ein Buch über die bäuerliche Entwicklung

Oberndorf wurde von Bauern gegründet. Die Gemeinde hat deshalb die Geschichte der Bauernhöfe zum 90sten Jubiläum in Buchform gefasst. Das Oberndorfer Bauernhöfebuch wird zwei Tage nach der Enthüllung des Gedenksteines beim Erbhof der Familie Hechenberger (Hoferbauer) präsentiert. „Das ist der älteste Hof von Oberndorf“, erklärt der Bürgermeister. Außerdem wurde unter der Federführung von Dorfchronist Burger unter dem Titel „Woche der Gemeinde“ ein buntes Programm für Jung und Alt organisiert. „Ich denke, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Veranstaltungen sollen das Miteinander fördern“, so Burger.

Ein Höhepunkt der Veranstaltungswoche wird etwa die Präsentation einer Bestandsaufnahme von den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und gewerblicher Wirtschaft. „Man wird sehen, wie sehr sich Oberndorf in den letzten Jahren entwickelt und verändert hat“, so Burger.

Wie schaut die Zukunft für Oberndorf aus?

Die drittkleinste Gemeinde im Bezirk will sich in Zukunft behutsam weiter entwickeln, wie Bürgermeister Schweigkofler veranschaulicht. „Mein Ziel ist es, dass Oberndorf zwischen den zwei großen Polen Kitzbühel und St. Johann nicht verloren geht. Das Dorf soll ein Dorf bleiben“, erklärt Schweigkofler. Vor allem den touristischen Bereich sieht der Bürgermeister noch ausbaufähig. „Wir haben zu wenig Betten im Ort“, veranschaulicht Schweigkofler.

In der 2.200 Einwohner zählenden Gemeinde hängen aber einige Projekte in der Warteschleife. Wie bereits berichtet, plant ein Investor ein Appartement-Hotel und das ehemalige Hotel Lindner soll den Besitzer wechseln. Das zunehmend verfallende Haus mitten im Ort soll zu einem Wohn- und Geschäftshaus werden. „Unterschrieben ist aber noch nichts“, informiert der Dorfchef.

Weitere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Das Jubiläumsjahr dauert in der Gemeinde Oberndorf noch bis zum 31. Dezember. „Wir wollen im Herbst auch noch ein paar kulturelle Veranstaltungen anbieten“, berichtet Bürgermeister Schweigkofler. Und vielleicht hat der Bürgermeister dann auch schon gute Nachrichten in Sachen touristische Belebung. Johanna Monitzer

Bild: Ortschronist Jochen Burger und Bürgermeister Hans Schweigkofler (re.) präsentierten  das Programm zum 90igsten Jubiläum der Gemeinde. „Dorf soll ein Dorf bleiben“, nennt der Bürgermeister ein Ziel für die Zukunft. Foto:  Monitzer

 
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