03.08.2020
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Sechs Klettertouren an einem Tag

Nachdem außeralpine Expeditionen bei den Bergführern heuer ausfallen, haben sich die Kletterfexe Thomas Rabl aus Erpfendorf und Andreas Gastl aus Itter eine besondere Herausforderung gesucht: Insgesamt sind sie am Wilden Kaiser sechs Klettertouren an einem Tag gegangen.

Erpfendorf, Itter | Der Koasa mit seinen markanten Gipfeln ist weitum bekannt und besonders bei Bergsteigern weist dieser eine lange Historie auf. Die Gipfel von Fleischbank (2.187 m), Predigtstuhl (2.115 m) und Totenkirchl (2.190 m) sind die berühmtesten Klettergipfel des Gebirges, 2018 haben die Kitzbüheler Bergführer dazu noch Lärchegg (2.123 m), Hintere Goinger Halt (2.217 m) und Ellmauer Halt (2.344 m) dazugenommen und das Komplettpaket „Kaiser hoch 6“ entwickelt. Es handelt sich um Routen im dritten und vierten Schwierigkeitsgrad, die den Einstieg in die Vertikale mit Bergführer für „Jedefrau“ und „Jedermann“ möglich machen.Insgesamt braucht ein durchschnittlicher Wanderer rund 6 Stunden für Auf- und Absteig der gesamten Route.

Ein Trainingsziel zum Fithalten
Für die Bergführer Thomas Rabl und Andreas Gastl eine willkommene Abwechslung in der Corona-Zeit, da alle außeralpinen Expeditionen abgesagt werden mussten. „Die Idee, alle sechs Gipfel an einem Tag zu besteigen, ist als Trainingsziel zum Fithalten in der Coronazeit entstanden“, erklärt Rabl die Anfänge. Am 24. Juni war dann der Tag gekommen.
Vom Mautparkplatz im Kaiserbachtal ging es um 3.30 Uhr mit Stirnlampen hinauf zur Ostwand. Belohnt wurde man für die Mühen, die Lärcheck Ostwand gilt als schwierigste Tour, mit einem Sonnenaufgang.Immer weiter und weiter lautete das Motto. Danach ging es zur Predigtstuhl-Nordkante, die als eine der Touren mit dem größten Tiefblick der Ostalpen gilt. 400 Meter geht es dort senkrecht hinunter bei relativ leichter Kletterei. Anschließend rannten die beiden über die Hintere Goinger Halt zur Fleischbank und runter über den Nordgrat zum Stripsenjochhaus.

5.000 Höhenmeter und 5.000 Klettermeter
Nach kurzer Stärkung ging es aufs Totenkirchl und rüber zum Kopftörl, wo mit dem Kopftörl- grat einer der längsten und spektakulärsten Grate der Ostalpen auf sie wartete. Dort ahnten sie bereits, dass sie es schaffen könnten. „Nun waren wir zuversichtlich und irgendwie glücklich. Zwar braucht man für den Kopftörlgrat mindestens vier Stunden, aber als Bergführer kennen wir dort fast jeden Stein und so ließ sich die Zeit etwas reduzieren“, schildert Rabl den letzten Abschnitt.
Einen Durchhänger bei der Kletterei gab es bei den zwei Bergfexen nicht, beim Wandern schon. „Beim Klettern waren wir fokussiert, die Gehpassagen in der Mittagssonne waren aber sehr anstrengend“, erinnert sich Rabl zurück und ergänzt, dass man sich im Kaisergebirge recht wohl fühlt: „Es ist ein Vorteil, wenn man alles gut kennt.“ Insgesamt wurden 5.000 Höhenmeter und an die 5.000 Klettermeter zurückgelegt!

Zeitvorgabe bei Tageslicht schaffen
Bereits im Vorfeld war die Idee bekannt und wurde mit den Kollegen der Kitzbüheler Bergführer, deren Obmann Rabl ist, abgesprochen. Die Meinungen über die Machbarkeit an einem Tag gingen dabei auseinander: „In zwei Tagen vielleicht machbar, an einem Tag unmöglich.“ Mit Kondition und Geschick haben die beiden ihren Kollegen das Gegenteil bewiesen. Um Rekordzeit oder unbedingt der 1. sein ging es den beiden nicht, bei Tageslicht wollten sie die Tour abschließen. Mission geschafft – den Sonnenuntergang gabs auf der Ellmauer Halt, die Stirnlampe wurde erst beim Absteig von der Gruttenhütte eingeschaltet.veh, KA

Foto: Geschafft: Nach 17 Stunden am Koasa war die Ellmauer Halt der sechste Gipfel und sogleich das Ziel. Zur Belohnung gab es für Thomas Rabl (l.) und Andreas Gastl einen wunderschönen Sonnenuntergang.Foto: Rabl

Angesagt - Klettern mit Bergführer
Wer selbst Lust bekommen hat den Koasa mit professioneller Unterstützung eines Bergführers zu erklimmen, der bekommt im Internet unter: www.kitzbuehelerbergfuehrer.at weitere Informationen.

 
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