14.04.2019
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Schwieriger Start, gutes Finale

Wie lief der Winter bei der Bergbahn Pillersee? Der Kitzbüheler Anzeiger bat Prokurist Thomas Wörgötter zum Interview.

St. Ulrich  | Wie verlief die heurige Wintersaison?
Das Chaos und die Wetterkapriolen im Jänner haben uns nicht das beschert, was wir eigentlich haben wollten, nämlich ein kleines Plus. Aber wir haben dank des guten Februars und Märzanfangs schlussendlich fast das Ergebnis vom letztjährigen Umsatz erreicht. Man muss das auch in Relation sehen, der vorige Winter war mit Abstand der beste. Mit dem heurigen Ergebnis sind wir im Schnitt, wo wir eigentlich immer waren. Der letzte Winter war ein Ausreißer mit nahezu einer Million Fahrten. Und heuer haben wir in etwa 900.000 Fahrten. Das ist in einem Bereich, wo man sagt, voll im Durchschnitt, wenn nicht sogar ein bisschen drüber. Man darf nicht vergessen, wir haben 15 Tage die Hauptbahn geschlossen gehabt. Aufgrund der Wetterkapriolen – nicht weil wir nicht wollten. Es hat uns auch die Auffahrten eingeschneit. Da mussten wir teilweise händisch freischaufeln. Und man darf eins nicht vergessen, die Panoramabahn, die für uns ja ein sehr wichtiger Bestandteil ist, war insgesamt 25 Tage geschlossen.

Wie stehen Sie zu den Gerüchten rund um die Personalsituation?
Da hat es teilweise wilde Gerüchte gegeben, aber ich  möchte eigentlich gar nichts dazu sagen, wir haben unser Bestes gegeben. Wir setzen nach wie vor den klaren Fokus auf die Kinder und Familien. Zum Beispiel der neue Kinderpark, der Pletzipark. Wir haben das jetzt schon vorbesprochen für den nächsten Winter, dass die Betreuung und aktive Animation in enger Abstimmung mit der Skischule organisiert und auch von dieser umgesetzt wird. Die Bergbahn stellt die Infrastruktur zur Verfügung. Wir tun wirklich viel, jeden Tag zweimal Programm für die Kinder und jeden Mittwoch ein nettes Kinderfest.

Hat sich der starke Fokus auf Kinder und Familien bewährt?
Das hat sich sehr bewährt. Am Anfang, ja, da hatten wir aufgrund einer erschwerten Suche nach Animationspersonal das nicht auf die Reihe gekriegt. Das Wetter hat uns auch nicht wirklich mitgespielt. Es sind außerdem verschiedene Utensilien verspätet geliefert worden. Das sind die Fakten. Aber es ist dann alles gekommen und wirklich gut angenommen worden.

War die Personalfrage generell heikel im Winter?
Das waren die Gerüchte. Die Personalfrage war kein Thema. Wir hatten immer genug Leute und wir hatten zu 90 Prozent das Personal vom Vorjahr. Das ist immer lustig, wenn es heißt, ich hätte die Leute hinausgeschmissen. Das stimmt einfach nicht.

Wie ist der Stand bei der geplanten Beschneiung?
Wir sind ganz intensiv seit einem Jahr dabei zu verhandeln und zu planen, um dieses Gebiet zu optimieren. Wir sind da in enger Abstimmung mit den Grundstücksbesitzern, es geht gut voran. Wann wir soweit sind, können wir nicht genau sagen. Wir werden jedenfalls laufend in die Sicherstellung des Betriebes investieren, das vor allem Pistenkorrekturen, die Vergrößerung des Speicherteichs und die Beschneiungsanlage beinhaltet. Wir haben im Dezember 2017 die Bergbahn übernommen, wenn man das Revue passieren lässt, ist schon wirklich viel passiert.  

Wieviel wurde letztes Jahr konkret investiert?
1,4 Millionen Euro. Die sichtbaren Dinge sind auf jeden Fall der Tellerlift, der wie sich heraus gestellt hat, das Highlight im Winter war. Gottseidank haben wir diese Schlepplifte noch. Wir haben auch im Kartensystem reagiert und sind eine der wenigen Regionen, wenn nicht die einzige, die eine eigene Schleppliftkarte haben. Warum machen wir das? Weil Familien sagen, wir möchten mit den Kindern Ski fahren gehen und sind nicht bereit, die große Karte zu bezahlen. Unser Umsatz ist zu 40 Prozent nur durch Schleppliftkarten im heurigen Winter. Das hat uns schon das Ergebnis gerettet.

Wie schaut‘s im Sommer aus?
Wir haben einen klaren Fokus auch auf den Sommer gerichtet. Das Freizeitangebot gehört ständig optimiert. Die Sachen, die man hat, gut in Schuss halten und sachte in Abstimmung mit dem Jakobskreuz weiter entwickeln. Wir haben die längste Sommersaison von 19. April bis 3. November. Die Gastronomie im Tal hat ein Upgrade erfahren. Insbesondere im Sommer hat sich heraus gestellt, dass wir ein guter Anlaufpunkt für Fahrradfahrer waren, auch für Einheimische. Wir haben in der Gastronomie ein ordentliches Plus gemacht. Oben sind wir ziemlich gleich geblieben. Der Grund ist klar: die Schließtage. Wir hören auch da nicht auf, uns zu optimieren. Aktuell sind wir oben dabei, ein Facelifting zu machen. Es soll ein Restaurant werden, das barrierefrei zu erreichen ist. Das Jakobskreuz ist schon ein USP, wir sind auch in sehr enger Abstimmung mit der Erzdiözese, wo wir Veranstaltungen und Kooperationen mit ihnen durchführen wollen. Ein Highlight heuer wird sicher die Tourismuswallfahrt der Erzdiözese Salzburg am 11. Juni sein.
Der Ausblick ist generell sehr gut, wir haben schon einige Tausend Reservierungen. Viele Seniorengruppen oder Firmen stellen Packages zusammen.  

Welche Investitionen stehen in Zukunft an?
Wir investieren ständig, haben aber noch keine Zahlen, was uns das kosten wird. Da kann ich auch keine Aussage tätigen. Es gilt aber, ständig dran zu bleiben. Die Gondelbahn Hochfilzen ist eine Vision, aber momentan kein Thema, weil wir zuerst den Betrieb konsolidieren, dann reden wir über weitere Investitionen.  

Die Region Pillerseetal, v.a. Fieberbrunn, erfährt gerade einen Hotelboom. Wir profitieren schon sehr davon, weil Familien da sind, auch viele Großeltern. Wir freuen uns über sehr viele Gäste vom Skigebiet Leogang und Fieberbrunn.
Interview:  Elisabeth Galehr

Bild: Thomas Wörgötter skizziert die abgelaufene Saison. Foto: Galehr

 
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