29.01.2017
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Schwarzbau wurde reingewaschen

Eine Sondersitzung hielt der Kirchberger Gemeinderat ab und dabei gab es eigentlich nur ein Thema, nämlich für die Aschauer Kirchenmauer samt Anbau beim benachbarten Gasthaus einen Bebauungsplan zu beschließen und den Schwarzbau somit reinzuwaschen. Am Ende der Sitzung wurde auch dazu der Beschluss gefasst. Zehn Gemeinderäte sprachen sich für die Widmung aus, sechs enthielten sich und einer nahm an der Abstimmung nicht teil.

Kirchberg | Der Bebauungsplan samt ergänzendem Bebauungsplan für die Expositurkirche in Aschau und der Anbau des benachbarten Gasthofes waren schon öfter Punkte auf der Tagesordnung des Kirchberger Gemeinderates. Eine detaillierte Aufklärung wurde mehrmals gefordert, schließlich beschäftigt sich der Gemeinderat bereits seit Oktober 2015 mit dieser Causa und nach dem Wahlen im Februar 2016 sitzen nun auch neue Gemeinderäte in der Amtsstube. Diesem Wunsch wurde vergangene Woche Folge geleistet, zudem wurden auch Erich Rieger, Bauamtsleiter der Erzdiözese Salzburg und der Hochbausachverständige Günter Gasteiger eingeladen.

Es war Gefahr in Verzug

Rascher Handlungsbedarf war 2015 gefordert, denn es war Gefahr in Verzug. Die Friedhofsmauer in Aschau drohte einzubrechen. Eine Sanierung des Bauwerkes, das über kein Fundament verfügt, wäre eine kostspielige Sache geworden. Die Kosten wurden auf 420.000 Euro geschätzt. Im Prozess der Lösungsfindung wurde ein Zubau beim Gasthof, der nicht nur die Friedhofsmauer stützt, sondern als Überbau auch schützt, als ideale Lösung empfunden. Mit dieser Lösung konnte auch finanziell einiges eingespart werden. Anstelle der 422.000 lagen die Kosten dabei bei 110.000 Euro.

Bau wich vom Einreichplan ab

Der verhängte Bebauungsplan war für den Wirt aber nicht umsetzbar. Anstelle des geplanten Lagerraums wurde eine Küche gebaut, um die gewerblichen Auflagen auch zu erfüllen. Damit entsprachen die vorgenommen Arbeiten nicht den Plänen, ein Baustopp war die Folge. Und dies sorgt bei Vizebürgermeister Andreas Schipflinger für große Verwunderung: „Warum wurde, wenn es klar war, dass der Gasthof eine Küchenerweiterung braucht und keinen Lagerraum, nicht einfach der genehmigte Einreichplan bereits im Vorfeld entsprechend geändert?“

Zudem war der Bebauungsplan nicht rechtskräftig, da ja Gefahr in Verzug war. Grund dafür war, dass bei der Raumordnungsausschusssitzung vom 23. November 2015 festgestellt wurde, dass der Bebauungsplan abzuändern wäre, weil die Ausführungen dem Plan nicht entspreachen und eine Prüfung des Landes durchgeführt werden sollte.

Schließlich beschloss man, den Anbau noch um eine öffentliche WC-Anlage zu erweitern. Dabei soll der Toilettenanbau die Stützfunktion für die Kirchenmauer übernehmen.  Doch auch diese 5,82 Quadratmeter waren ein Schwarzbau.

„Faktum ist, die Mauer gilt es zu sanieren“, sprach Bürgermeister Helmut Berger und erhielt auch Unterstützung von seinem Parteikollegen Lois Leiter: „Wir haben jetzt ein Ziel und eine Lösung. Es gibt nun eine Klarheit, dass die Rechtslage in Ordnung ist, und wir haben jetzt eine wasserdichte Lösung.“

Baubegleitende Maßnahmen

Es wurden auch die nächsten Schritte festgelegt. Hochbausachverständiger Günter Gas­teiger wird den Bau begleiten, wobei die Erzdiözese sowie die Gemeinde eine gewissen Kontrollfunktion haben. Am Ende soll das Erscheinungsbild auch den Vorstellungen der Kirche der Gemeinde entsprechen. Elisabeth M. Pöll

 
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