03.05.2020
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Schutz vor Naturgefahren

Mehr als 28 Millionen Euro gehen in den Schutz vor Wildbächen – je 16 Millionen Euro fließen in die Bundeswasserbauverwaltung und in den Schutzwald – klimafitte Bergwälder haben hohe Priorität. Ein Viertel der Mittel ist für den Bezirk Lienz budgetiert.

Bezirk | Naturgefahren sind in Tirol allgegenwärtig - das hat sich im Jahr 2019 wieder gezeigt. Die Bandbreite reichte von den Schneemassen im Jänner, über den extrem heißen Juni, bis zu den Rekordniederschlägen im November, vor allem in Osttirol. Die positive Bilanz: Die bestehenden Schutzbauten und -maßnahmen haben in Ex­tremsituationen Sicherheit vor Naturgefahren gewährleistet.
Auch wenn das Jahr 2020 bis dato maßgeblich von der Bewältigung der Corona-Krise bestimmt wird, bleibt der Schutz vor Naturgefahren gerade in einer alpinen Region wie Tirol eine wichtige Aufgabe der öffentlichen Hand. Insgesamt sind für das heurige Jahr Investitionen in der Höhe von 72 Millionen Euro geplant. Einen Großteil der finanziellen Mittel in der Höhe von mehr als 36 Millionen Euro übernimmt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, die restliche Summe kommt vom Land Tirol und den beteiligten Gemeinden.
Rund 28,4 Millionen Euro werden für den Schutz vor Wildbächen zur Verfügung gestellt, 16 Millionen Euro für Tal- und Hauptgewässer. Einen großen Stellenwert hat in diesem Jahr der Erhalt des Schutzwaldes: Hier werden 15,5 Millionen Euro fließen. Rund 7,6 Millionen Euro investiert die öffentliche Hand in den Lawinenschutz.

„Lawinen, Muren Hochwasser, Stürme oder Steinschlag halten sich weder an einen Lockdown, noch lassen sie sich ‚schrittweise wiederhochfahren‘. Die Gefahr, die von Naturgewalten ausgeht, ist sehr real. Deshalb müssen Land, Bund und Gemeinden weiterhin in die Sicherheit unseres Lebens- und Wirtschaftsraums investieren“, weist LH-Stv Josef Geisler auf die Bedeutung der Maßnahmen im Naturgefahrenmanagement und die wichtige Rolle der Gemeinden hin. 18 Millionen Euro des Gesamt­investitionsvolumens von 72 Millionen Euro stemmen die Gemeinden, mehr als 36 Millionen Euro das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.
Die Corona-Pandemie entwickelt sich zunehmend zu einer Wirtschaftskrise, die sich auch auf die Finanzkraft der Gemeinden auswirkt. „Wenn wir die Sicherheit bestmöglich gewährleisten wollen, darf es aber keinen Investitionsstopp geben. Wir haben den Gemeinde­ausgleichsfonds um 40 Millionen Euro aufgestockt, damit geplante Schutz- und Bauprojekte in den Dörfern realisiert werden können“, will LH-Stv Geisler Schutzprojekte am Berg, im Wald und im Tal weiterhin partnerschaftlich mit Unterstützung des Landes umsetzen.

Mehr als sechs Millionen Euro für den Bezirk
An den Schutzbauten und -maßnahmen wird auch im Bezirk Kitzbühel gearbeitet. Für die Erhaltung des Schutzwaldes werden 1,6 Millionen Euro investiert, für den Lawinenschutz sind Ausgaben in Höhe von 275.000 Euro geplant. Für Arbeiten im Bereich Schutz vor Wildbächen sind 3,138 Millionen Euro vorgesehen und für den Schutz von Tal- und Hauptgewässern sind 1,386 Millionen Euro vorgesehen. Für den Erosions- und Steinschlagschutz sind 20.000 Euro vorgesehen. Die laufenden Projekte wie der Brixenbach in Brixen und der Walsenbach in Kitzbühel werden fortgesetzt.  Tirolweit sind 45 Bauvorhaben geplant.

Wiederherstellung des Schutzwaldes im Fokus
Ende 2018 hat das Sturmtief VAIA in Osttirol massive Schäden im Schutzwald verursacht. Die Situation wurde durch die extremen Schneefälle im November 2019 verschärft. „Wir legen daher 2020 besonderen Fokus auf die Aufforstung der Windwurfflächen und der durch den enormen Schneebruch geschädigten Schutzwälder“, sagt Landesforstdirektor Josef Fuchs. Zum Einsatz kommen für den Standort passende Baumarten wie Tanne, Bergahorn und Lärche. Für die Ende 2019 neuerlich beschädigten Schutzwälder wurde gemeinsam mit der WLV ein umfangreiches Paket aus technischen und forstlichen Maßnahmen geschnürt, um Siedlungen und Infrastruktur zu schützen.
Auch für die WLV steht das Thema Schutzwald ganz oben auf der Agenda. „Aufbauend auf dem Aktionsprogramm Schutzwald des Bundesministeriums arbeiten wir an mehreren flächenwirtschaftlichen Projekten, die heuer starten bzw. in der Genehmigungsphase sind“, sagt DI Walter. „Unser Beitrag sind vor allem technische Maßnahmen zum Schutz von Siedlungen und Infrastruktur. Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Krise ist es aber verstärkt notwendig, die Waldeigentümer bei der Bewirtschaftung der Schutzwälder zu unterstützen.“

Den Baubetrieb unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen hat die Wildbach- und Lawinenverbauung, Sektion Tirol, mit 14. April wieder aufgenommen. Elisabeth M. Pöll

Die Schutzbauten am Walsenbach in Kitzbühel werden voraussichtlich heuer fertiggestellt. Foto: Pöll

 
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