01.05.2020
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Schulverbot trifft Alpenschule hart

Einen Totalausfall verzeichnet die Alpenschule in Westendorf heuer. Alle Ausflüge und Veranstaltungen mussten bis in den Sommer hinein abgesagt werden. Betroffen sind auch die Bergbauernhöfe als Unterkunftsgeber.

Westendorf | „Die Coronakrise macht auch vor der Hochschule am Berg nicht halt. Leider gibt es in der Alpenschule Tirol in Westendorf gravierende Auswirkungen dieser Pandemie, zum Glück jedoch nicht in gesundheitlicher Hinsicht“, informiert Obmann Franz Berger.
Die Bildungsdirektion Tirol hat in einem Schreiben an die Direktoren aller Tiroler Schulen Anfang April mitgeteilt, dass das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung ein Verbot für alle Schulveranstaltungen bis Ende des Schuljahres 2019/20 ausgesprochen hat. Dies gilt für die gesamten Schulen in Österreich.

Verbot für Schulveranstaltungen
Eine Katastrophe für die Alpenschule. „Das bedeutet einen Totalausfall in der Alpenschule bis zum Herbst. Und das ausgerechnet in einer Saison, die wieder gut gebucht war und auch neue Schulen angelockt hat. So ein kleiner unsichtbarerer Zwerg macht alle Bemühungen mit einem Schlag zunichte und verwehrt vielen Kindern unbeschwerte Tage in der Natur und am Tiroler Bergbauernhof“, berichtet die sichtlich betroffene Geschäftsführerin Birgit Kluibenschädl. Sie erzählt von einer Schulklasse mit Sonderpädagogischem Bedarf. „Wir haben schon einen Sponsor gesucht, damit alle Kinder zu uns kommen können“, schildert die Geschäftsführerin und ergänzt, dass viel Herzblut bei der ganzen Organisition dabei ist. „Besonders Leid tut es mir für Kindern in der 4. Klasse, die ihre Abschlussreise einfach absagen müssen.“ Eine Verschiebung ist dort ja auch nicht mehr möglich. Eine Lehrerin hat es auf den Punkt gebracht: „Es tut uns so von Herzen leid, dass wir die reservierten Bauernhoftage bei Ihnen leider absagen müssen.“ Die Nachricht meinen Schülerinnen zu übermitteln wird auch nochmals sehr, sehr schwierig werden!“

Bauern verlieren die Nächtigungen
Ein fixes Angestelltenverhältnis hat Kluibenschädel, betroffen sind aber auch die Berg- bauern vor Ort, da nun keine Kindergruppen bei ihnen übernachten und verpflegt werden. „Es war eine Grundidee der Alpenschule, die Bergbauern zu unterstützen“, erklärt Kluibenschädel und ergänzt, dass somit für die Bäuerinnen ein Nebenerwerbsjob wegfällt. Dazu gibt es noch eine Köchin und eine weitere Pädagogin, die inden Sommermonaten angestellt würden. Insgesamt sind elf Gruppen aus Österreich und Bayern angemeldet gewesen, die Schüleranzahl lag zwischen 15-28.

Erfolgsgeschichte vorerst gestoppt
Ob im Herbst noch ein paar Schulklassen kommen dürfen, ist derzeit unklar. Die Buchungen wären vorhanden. „Es steht alles in den Sternen.“
Obmann Franz Berger und Geschäftsführerin Birgit Kluibenschädl können gemeinsam auf eine fast 10 Jahre andauernde, positive Entwicklung in der Alpenschule Tirol zurückblicken und hoffen, bald wieder Kinder begrüßen zu können: „Die Themen Natur und Landwirtschaft sind aktueller denn je, die Biobergbauern bieten ein wertvolles Lernumfeld für die Schulkinder und wir haben gewaltige Partner an unserer Seite. Mit der Alpenschule können wir hoffentlich bald wieder die Chancen nützen, die sich hier im Umweltbildungsbereich bieten.“ veh /KA

Der Schein trügt: So schön die Ruhe hoch über Westendorf anzuschauen ist, die Kinder werden in der Alpenschule schmerzlich vermisst. Dies wird bis auf weiteres so bleiben. Foto: Alpenschule

 
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