23.03.2017
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Schneeeinbringung noch nicht geklärt

Nach wie vor ist die Schneeeinbringung in die Achen ein Problemthema unter den Fischern.

Going | Der Stanglwirt in Going war Schauplatz der Jahreshauptversammlung der Fischer des Bezirkes Kitzbühel.

„Wir haben im Bezirk rund 40 Fischereireviere“, erklärt der Obmann der Fischer, Hans Obernauer. Rund 200 Fischer sind im Besitz einer Jahreskarte, dazu kommen noch zahlreiche Angler, die mit Tageskarten ihrer Leidenschaft frönen.

Zur Jahreshauptversammlung konnte Hans Obernauer nicht nur zahlreiche Fischer des Bezirkes begrüßen, u.a. berichtete Landesobmann Andreas Bachler über die Tätigkeiten des Landesverbandes.

Warten auf Bescheid

Grundsätzlich zog Obernauer eine positive Bilanz über das abgelaufene Fischereijahr, auch wenn die Petrijünger mit zahlreichen Problemen zu kämpfen haben. „Die Hochwassersituation hielt sich im Vorjahr in Grenzen, daher haben wir glücklicherweise bei unseren Fischbeständen keine großen Schäden“, erklärte Obernauer. Große Sorgen allerdings bereitet den Fischern im Bezirk nach wie vor die Schneedeponierung durch die Gemeinden in den Flüssen und Bächen des Bezirkes. „Im Großen und Ganzen werden von den Gemeinden die Bescheide eingehalten“, weiß Obernauer. Der Bescheid die Stadt Kitzbühel betreffend sei im Vorjahr herausgekommen.

Dieser allerdings war nicht im Sinne der Fischer – inzwischen ist der Österreichische Verwaltungsgerichtshof am Zug, wie der Obmann die Versammlung informierte. In St. Johann hingegen warten die Fischer bereits seit Jahren auf einen neuen Bescheid. „Die Wasserrechtsverhandlung hat bereits vor zwei Jahren stattgefunden, einen neuen Bescheid gibt es aber immer noch nicht“, so Obernauer. Damit sei nach wie vor der alte Bescheid gültig und dieser sei alles andere als gut für die Fischbestände. „Wenn uns dann auch noch der zuständige Sachverständige in Innsbruck, nachdem er den schwarzen Schnee angeschaut hat, erklärt, dass dieser Trinkwasserqualität hat, dann verstehe ich die Welt nicht mehr!“, will Obernauer und sein Team weiter gegen die Schneeablagerungen in den Flüssen kämpfen.

Vogelzählung steht an

Doch die Fische im Bezirk haben nicht nur menschliche, sondern vor allem auch tierische Feinde. So sei die Anzahl der Graureiher und Gänsesäger in den vergangenen Jahren massiv angestiegen – und deren Appetit auf die heimischen Fische ist fast unstillbar. Jeder Reiher, so Obernauer, fresse im Durchschnitt zwischen Oktober und März jeden Jahres zwischen 400 und 500 Fische. Wenn man bedenke, dass Ornithologen bei einer Zählung in Kössen auf einen Schlag rund 30 Gänsesäger gezählt haben, kann man sich ausrechnen, wie viele es im ganzen Bezirk gibt. Damit sinken die Fischbestände in diesem Zeitraum beträchtlich.

Auch heuer im Frühjahr wird der Bezirksausschuss wieder eine Zählung organisieren und hofft, dass sich zahlreiche Fischer daran beteiligen. „Wir wollen die Vögel ja keinesfalls ausrotten, es braucht aber eine Bestandsregulierung“, erklärt der oberste Fischer. Dafür sei die Zählung notwendig, damit die Behörde dann möglicherweise einen Abschussauftrag an die Jäger erteilen kann.

Was Hans Obernauer und seinem Revierausschuss überdies am Herzen liegt, ist die Ausbildung für die Petrijünger. Derzeit reicht eine acht- bis zehnstündige Unterweisung, um im Bezirk fischen zu können. „Das ist uns zu wenig. Wir sind der Meinung, dass es eine Fischerprüfung geben soll. Im Zuge der Novellierung des Fischereigesetzes ist das auch vorgesehen“, weiß Obernauer. Wann dieses neue Gesetz aber in Kraft treten wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Margret Klausner

Bild: Der Ausschuss zog eine positive Bilanz: Markus Gruber, Helmut Pletzenauer, Hans Obernauer, Heinz Lubach, Martin Grissmann, Georg Hauser und Benjamin Schott (v.l.). Foto: Klausner

 
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