28.04.2016
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Schacht verunziert Garten

Im Vorjahr erfüllte sich die junge Kössenerin Claudia Hörfarter mit ihrem Sohn Stefan mit viel Mühe den Wunsch nach einem Eigenheim. Die Freude über die Wohnung in der Anlage „Sonnalp“ währte aber nur kurz. Zwei Tage nach ihrem Einzug stellten Bauarbeiter in ihrem Garten ohne ihr Wissen einen neun Meter langen Tiefgaragenabluftschacht auf. Seitdem kämpft Hörfarter um dessen Entfernung – bisher ohne Erfolg.  

Kössen | Bei Claudia Hörfarter liegen die Nerven blank – der Traum vom Eigenheim entpuppt sich für die junge Kössener Mutter langsam, aber sicher zum Alptraum. „Ich habe im Vorjahr in der Anlage ‚Sonnalp‘ eine Eigentumswohnung mit einem kleinen Garten gekauft“, erzählt die junge Kössenerin. Perfekt für sie und ihren zweijährigen Sohn Stefan, der sich schon darauf freute, im eigenen Garten spielen zu können. Ein Bauträger hatte eine jahrelang leerstehende Hotelruine aufgekauft und daraus eine familienfreundliche Wohnanlage mit 35 Wohnungen gemacht.

Nicht im Kaufvertrag

Doch die Idylle endete für Claudia Hörfarter im Oktober 2015, zwei Tage nach dem Einzug. „Wir sind am Wochenende eingezogen, am Montag standen dann plötzlich Bauarbeiter in meinem Gartenstück und stellte einen neun mal zwei Meter langen Kasten auf“, erzählt Hörfarter. Wie sich bei ihrer Nachfrage herausstellte, handelt es sich dabei um einen Tiefgaragenlüftungsschacht. „Weder hat der Bauträger mit mir gesprochen oder mich gefragt, noch ist irgendetwas in meinem Kaufvertrag oder auf meinem Plan darüber vermerkt“, erzählt die junge Frau. Da es keine Lösung mit den Bauherren gab, wandte sie sich an die Kitzbüheler Rechtsanwältin Helga Embacher.

„Wir kämpfen seit einem halben Jahr um die Entfernung, aber nichts passiert“, sagt Hörfarter. Ihr Sohn Stefan sei in größter Gefahr und könne daher nicht einmal im Garten spielen. „Die Kanten des Kastens sind scharf und genau in Kopfhöhe meines Kindes, außerdem ist der Schacht vorne nur mit einer Plastikfolie abgedeckt. Stefan könnte hineinfallen und sich schwer verletzen“, erklärt Hörfarter. Abgesehen davon, dass das „Ungetüm“ direkt vor ihrem Küchenfenster alles andere als schön ist.

Klage dauert Jahre

„Ich weiß, dass ich im Recht bin. Klage ich den Bauträger kann sich das alles über Jahre hinziehen“, so die verzweifelte Frau. Der Kauf der Wohnung habe sie finanziell an ihr Limit gebracht. „Einen jahrelangen Rechtsstreit kann ich mir einfach nicht leisten, vor allem geht mir irgendwann die Kraft aus.“ Der Bauträger – die Peter Berger Consulting – habe ihr immer wieder Lösungen zugesagt, doch passieren tue nichts.

Bauträger kündigt Lösung an

Bauträger Peter Berger will zum „jetzigen Verfahrensstand nichts sagen.“ Kündigt aber an, dass „es eine Lösung geben wird.“ Unter dem Grundstück verlaufe offenbar ein von der Gemeinde nicht ausgeführter Kanal, deshalb habe dieser Schacht als Notlösung so gemacht werden müssen. Morgen Freitag treffen sich alle Beteiligten zu einem Gespräch an Ort und Stelle, um eine Lösung zu finden. Margret Klausner

 
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