19.07.2016
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„Sanfte“ Beschneiung für das Horn

Die Bauarbeiten laufen bereits auf Hochtouren. Ab der kommenden Wintersaison wird der Skibetrieb am Kitzbüheler Horn mit einer Beschneiungsanlage abgesichert.

Kitzbühel | Lang gehegte Pläne setzt die Bergbahn AG Kitzbühel nun in die Tat um. Ab kommendem Winter wird eine Beschneiungsanlage am Kitzbüheler Horn den Skibetrieb absichern. „Es stellte sich schon lange die Frage, wie die Zukunft am Horn ausschauen soll. Die Realität ist, wenn der Skibetrieb weiter gehen soll, dann ist eine unterstützende Beschneiung unabdingbar“, erklärt Bergbahn-Vorstand Josef Burger. „Unterstützend“ deshalb, weil nicht der gesamte Berg beschneit werden soll. „Unter 1.200 Meter erfolgt gar keine Beschneiung. Mit der Schneeanlage werden die Pisten vom Gipfelhaus bis zur Mittelstation abgesichert“, informiert Projektleiter Florian Wörgötter.

Was versteht man unter „sanfter“ Beschneiung?

Vorstand Burger erklärt den Begriff „sanfte“ Beschneiung anhand eines Beispiels. „Im Bereich der Brunn Abfahrt am Hahnenkamm  beschneien wir 23,7 Hektar mit Hilfe von 76 Schneeerzeugern. Am Horn werden für 35,9 Hektar 55 Schneeerzeuger installiert. Das bedeutet, dass am Horn pro Hektar 1,5 Schneeerzeuger im Einsatz sein werden. Im Vergleich dazu sind es bei der Brunn 3,2 Schneeerzeuger pro Hektar“, rechnet Burger vor. Das Verhältnis von Lanzen und Schneekanonen hält sich bei beiden Projekten die Waage, wie Burger erläutert.

Speicherteich unterhalb der Hornköpfl-Hütte

Um das Wasser für die Schneeanlage bereitzustellen wird schräg unterhalb der Hornköpfl-Hütte ein Speicherteich mit einem Fassungsvermögen von 111.000 Kubikmetern errichtet. „Durch den Aushub ist es uns auch möglich, das Gelände der Hornköpfl-Piste zu verbessern“, berichtet Wörgötter.

Bedenken, dass es Probleme mit dem Wasser geben könnte, wurden von allen Experten dementiert, wie die zahlreichen Gutachten zeigen. „Seit Projektbeginn war der Tiroler Umweltanwalt, neben anderen Experten aus den Bereichen Naturschutz, Wasserschutz und Forst, eingebunden. Das Vorhaben wurde auf Herz und Nieren geprüft und für ökologisch sowie ökonomisch unbedenklich und nachhaltig empfunden“, betont Burger. Der Bau wird außerdem von einer ökologischen, einer geologischen sowie einer geotechnischen Bauaufsicht begleitet.

Beschneiung ohne Chemie

Das Wasser, welches für die Beschneiung benötigt wird, muss, wie im restlichen Skigebiet, Trinkwasserqualität aufweisen. „Mittels einer UV-Anlage wird die Trinkwasser-Qualität sichergestellt. Es gibt keine chemische Verfahren oder chemischen Zusätze im Wasser“, betont Wörgötter. Damit kein Wasser verschwendet wird, arbeitet die Bergbahn AG mit einem hochtechnischen Beschneiungssystem sowie einer GPS Technik, welche die Schneedecke bis auf zwei Zentimeter genau vermisst. „So können wir gezielt beschneien und verschwenden keine Ressourcen“, erklärt Wörgötter.

Am Horn soll es  „beschaulich“ bleiben

Dass es am Kitzbüheler Horn im Gegensatz zum Hahnenkamm weiterhin etwas beschaulicher zugeht, ist auch der Bergbahn ein Anliegen. „Die sportlichen Skifahrer haben sicher mehr Freude am Hahnenkamm, aber es ist uns wichtig, das Skigebiet am Horn für Familien, Anfänger und Genussskifahrer zu erhalten“, erklärt Burger. Die Bergbahn wird deshalb auch weiterhin spezielle Tarife für das Horn anbieten, um diese Gästeschicht zu befriedigen. „Wir bieten zum Beispiel den Kindertarif um 10 Euro an, Jugendliche können um 16 Euro fahren“, informiert Burger.

Rund 100 Arbeitsplätze im Winter

Trotz aller Beschaulichkeit soll die Zeit am Horn aber nicht stehen bleiben. Die Bergbahn will weiter in das Horn investieren.„Es werden keine neuen Anlagen gebaut, aber die bestehenden werden Schritt für Schritt modernisiert. Es geht hier auch um den Fortbestand von rund 100 Arbeitsplätzen“, veranschaulicht Burger. Wie der Kitzbüheler Anzeiger bereits berichtete, befindet sich derzeit eine Gondelbahn von der Trattalmmulde bis zum Gipfel in Planung.

„Wir respektieren die Meinungsfreiheit“

Den Bedenken der Grünen und der FPÖ sowie den geplanten Protestzug nimmt der Bergbahn-Vorstand zur Kenntnis: „Wir respektieren ihre Haltung und sind für Meinungsfreiheit. Ich stelle mir aber schon die Frage, ob man unterschiedliche Anschauungen auf der Straße lösen kann“, so Burger. Johanna Monitzer

 
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