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12.06.2019
News  
 

Ruf der Wildnis für den Menschen 4.0

Kitzbühel  | Beim aktuellen „Hoangascht“ von Kitzbühel Tourismus wurden Gedanken zum alpinen Tourismus der Zukunft vorgestellt. Die Chancen sind groß, denn die Vorzüge, die Regionen wie Kitzbühel anzubieten haben, kommen den Bedürfnissen der Zukunft voll entgegen – die Kunst ist die, das dem Gast auch zu vermitteln und Sehnsucht zu erzeugen. 

Drei große Trends spielen in den Gästemarkt der Zukunft hinein. Digitalisierung, Urbanisierung und der demografische Wandel. „Die Veränderung geht sehr schnell vor sich“, hält der Hauptreferent des Vormittags, Thomas Aichner von Salewa, fest. Softwareunternehmen wie AirBnB und Co. revolutionierten in wenigen Jahren den Beherbergungsmarkt. Das zeigt bereits, welches Potenzial in digitalen Neuerungen steckt.  Beispielsweise ermöglicht uns Digitalisierung, Arbeit unabhängig vom Firmenstandort zu erledigen. Dadurch können auch ländliche Gebiete profitieren. Soziale Medien sind für den Tourismus nicht nur ein wesentliches Instrument zur Kundenbindung. „Wir Menschen verbinden uns digital und dauerhaft mit Orten, die uns wichtig sind“.  Angefangen hat dieser Trend bereits mit Postkarten und Wetterkameras – mittlerweile sind Instagram, Facebook und Co. beinahe schon zum digitalen Abbild des Urlaubsortes geworden.

Künstliche Intelligenz steuert Info-Fluss
In Zukunft wird diese Entwicklung übrigens noch auf die Spitze getrieben: Soziale Medien sortieren die vielen Informationen bereits jetzt nach Algorithmen, die die Vorlieben ihres Nutzers zu erraten versuchen. Die künstliche Intelligenz, die auf dem Vormarsch ist, schiebt sich künftig immer stärker zwischen den Menschen und seine digitale Wirklichkeit. Die Maschine entscheidet, was wir im Netz zu sehen bekommen. „Wenn Kitzbühel da nicht dabei ist, existiert es für mich nicht“, bringt Aichner die Konsequenz daraus drastisch auf den Punkt.  

76 Prozent der  Menschen in Städten
Die Urbanisierung schreitet weiter voran und nicht nur das: die Städte verdichten sich immer mehr. Im Jahr 1800 lebte nur ein Viertel der deutschen Bevölkerung in Städten, heute sind es schon 76 Prozent. Einerseits bedient ein Urlaub in den Alpen das Bedürfnis nach Freiraum, andererseits müssen sich die heimischen Destinationen aber auch Gedanken über die Bedürfnisse dieser urbanen Gäste machen. Denn sie sind eine gute Infrastruktur gewohnt – großes Stichwort ist hier beispielsweise das Thema Mobilität. Ein durchgetakteter und gut ausgebauter öffentlicher Verkehr ist für den Gast aus der Stadt keine Besonderheit mehr – es ist etwas, das er kennt und vermisst, wenn es nicht da ist.
Ein anderer Trend, der von den Touristikern überlegt werden will, ist der demografische Wandel. Längst bekannt ist die Tatsache, dass die Bevölkerung im Schnitt immer älter wird: „Es gibt die Prognose, dass jeder dritte Deutsche im Jahr 2060 mindestens 65 Jahre alt sein wird“, sagt Thomas Aichner, „die Zielgruppe wird nicht kleiner, aber es ändern sich die Bedürfnisse.“

„Natur“ garantiert dir viele Klicks
Diese Grundvoraussetzungen führen dazu, dass die Aktien für Regionen wie Kitzbühel recht gut stehen. Treibende Faktoren für diese „Sehnsucht nach Wildnis“ sind die Trends zum Outdoorerlebnis, zu Nachhaltigkeit und vielem mehr. Wie „wild“ Wildnis für den Gast – oder auch für den Einheimischen – sein darf, ist natürlich nochmals eine andere Frage, die übrigens an diesem Vormittag im Publikum gestellt wurde. „Das würde mehr als nur einen Vormittag dauern, diese Frage zu beantworten“, schmunzelte Aichner. Nichtsdestotrotz – die Wildnis-Sehnsucht lässt sich an den sozialen Medien sehr gut ablesen. „Natur“ steht bei Influencern und digitalen Kanälen auf dem Stockerl der dominierenden Leitthemen.

Marken als Wegweiser im Angebotsdschungel
Echte Marken – wie Kitzbühel – sind dabei führend. Sie dienen als Wegweiser im Dschungel der touristischen Möglichkeiten des „Wo soll ich hinreisen?“
Genau darin liegt auch die Chance für eine Destination, wie Aichner unterstreicht: „Werden Sie Plattform für ein Thema. In Kitzbühel zum Beispiel das Ski- bzw. im Sommer das Radfahren.“
Sich aber nur dieses Etikett aufzukleben, reicht nicht. Die Einheimischen müssen dahinter stehen, das Thema bzw. die Marke muss klar und sauber kommuniziert werden. Aichner dazu: „Lassen Sie sich nicht von jedem Wind in eine Richtung treiben. Setzen Sie auf Ihre Marke und auf Ihre Menschen.“ Wenn alles in eine Richtung weist, ist es auch für den Gast stimmig.  Somit geht dann auch der nächste Urlaub nach Kitzbühel.  Elisabeth Galehr

Thomas Aichner von Salewa rät Kitzbühel Tourismus, weiter auf seine Marke zu setzen und auf die Menschen, die dahinter stehen. Foto: Galehr 

 
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