17.02.2019
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Reith verordnet sich „Frischekur“

Allen Wahlberechtigten in Reith wird in diesen Tagen ein Fragebogen ins Haus flattern. Die Gemeindeführung will gemeinsam mit der Bevölkerung das Dorf weiterentwickeln.

Reith | Dorfleben, Wohnen, Verkehr, Kultur, Infrastruktur – die 15 Themenkreise, zu denen die Wahlberechtigten in Reith ihre Meinung abgeben sollen, sind vielfältig. Bereits im letzten Jahr sprach sich die Reither Gemeindeführung dafür aus, dem Dorf eine „Frischkur“ zu verpassen. In Zusammenarbeit mit der GemNova DienstleistungsGmbH und dem Land Tirol wurde nun ein Dorferneuerungsprozess gestartet. „Als erster Schritt wird ein Fragebogen ausgeschickt, damit wir wissen, bei welchen Themen die Bürger besonderen Handlungsbedarf sehen“, informiert Prozessbegleiter Magnus Gratl von der GemNova im Rahmen eines Pressegespräches.

Jöchl: „Keine Projekte für die Schublade“

In den nächsten Monaten soll  Reith Schritt für Schritt weiterentwickelt werden. „Wir möchten keine Projekte für die Schublade erarbeiten. Es werden zwar nicht alle Wünsche und Visionen umgesetzt werden können, Ziel ist es aber,  gemeinsam mit der Bevölkerung etwas zu bewegen“, erklärt Bürgermeister Stefan Jöchl (VP).

Bis Anfang März haben die Wahlberechtigten die Möglichkeit, den Fragebogen zu beantworten. Anfang April sollen die ersten Ergebnisse im Rahmen eines Dorfabends präsentiert werden. „Im Anschluss daran werden mittels Zufallsprinzip Bürgerinnen und Bürger für Arbeitskreise eingeladen, die dann bei den Themen in die Tiefe gehen“, erklärt Gratl. Warum ein Zufallsprinzip? „So können wir auch Menschen erreichen, die sonst eher im Hintergrund bleiben würden“, veranschaulicht Bürgermeister Jöchl.

Bis zum Oktober soll ein Schlusspapier mit Zielen und Projekten ausformuliert werden, welches dem Gemeinderat zur weiteren Bearbeitung vorgelegt wird.

Prozess auf Homepage mitverfolgbar

Um eine möglichst hohe Transparenz des Dorferneuerungsprozesses zu gewähren, wird die Homepage www.mehr-reith.eu eingerichtet, wo alle Schritte dokumentiert werden.

Für die GemNova ist es der erste Dorferneuerungsprozess im Bezirk Kitzbühel, den sie begleitet. „Wir haben in Tirol schon sehr gute Erfahrungen gesammelt. So konnte in Aschau im Zillertal ein Verkehrsproblem durch die Idee eines 17-Jährigen unkompliziert gelöst werden“, erzählt Gratl.

Eine Lenkungsgruppe wurde installiert

Innerhalb des Gemeinderats wurde für den Dorferneuerungsprozess eine Lenkungsgruppe mit sechs Gemeinderatsmitgliedern ins Leben gerufen. „Das nachhaltige an dem Dorferneuerungsprozess ist, dass die Ideen aus der Bevölkerung kommen und nicht von oben diktiert werden“, freut sich Vize-Bürgermeister Josef Rehbichler (VP) auf die bevorstehenden Monate. Bettina Behr (Parteifrei), hofft auf eine rege Teilnahme in der Bevölkerung: „Nur gemeinsam können wir etwas bewegen und Reith weiterentwickeln.“

Reith lässt sich den Dorferneuerungsprozess 22.000 Euro kosten. 55 Prozent der Kosten werden vom Land Tirol gefördert. Johanna Monitzer

Bild: Reith soll weiterentwickelt werden: Vize-Bgm. Josef Rehbichler (VP), GRin Bettina Behr (Parteifrei), Bgm. Stefan Jöchl (VP) und Prozessbegleiter Magnus Gratl (v.li.) stehen arbeitsintensive Monate bevor. Foto: Monitzer

Daten & Fakten
Das wird zum Thema gemacht
Reith | 15 Themenbereiche umfasst der Fragebogen, welchen die Gemeinde Reith in diesen Tagen ausschickt. Die Bürger sollen angeben welche Priorität die einzelnen Bereiche für sie haben.

1. Dorfleben – Es ist mir wichtig, dass wir uns als Gemeinde stärker für das Dorfleben einsetzen.
2. Dorfkerngestaltung – Ich wünsche mir einen lebendigen Ortskern, der ein echter Treffpunkt wird und verkehrsberuhigt ist.
3. Wohnen – Wohnen ist mir auch für die nächste Generation besonders wichtig.
5. Wirtschaft – Als Dorf ist es auch unsere Aufgabe, eine starke regionale Wirtschaftsstruktur zu haben.
6. Nahversorgung – Die Nahversorgung ist ein wesentlicher Baustein für ein funktionierendes Dorfleben.
7. Gastronomie und Tourismus – Es ist mir wichtig, dass wir uns weiterentwickeln und bestehende Dorfgasthäuser unterstützen.
8. Jugend – Damit unsere Jugend im Dorf bleiben kann, soll ein spezielles Angebot geschnürt werden.
9. Familie – Es ist mir wichtig, dass wir uns als Gemeinde zukünftig stärker für Familien einsetzen.
10. Kultur – Das Kulturangebot soll bunter und besser werden.
11. Raumordnung und Ressourcen – In der Raumordnung soll ein sparsamer Umgang mit Grund und Boden forciert werden.
12. Landwirtschaft – Die regionale kleinbäuerliche Landwirtschaft ist mir ein Anliegen.
13. Erneuerbare Energie und Umweltschutz – Es ist mir wichtig, dass sich unsere Gemeinde für den Umweltschutz einsetzt.
14. Ältere Menschen – Der älteren Generation soll ein höherer Stellenwert zukommen.
15. Infrastruktur – Es ist mir wichtig, dass sich die Gemeinde für die Verbesserung von Infrastruktur einsetzt.
Quelle: GemNova

 
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