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23.09.2019
News  
 

Regional auch in der Wirtschaft

Regionalität und Nachhaltigkeit soll nicht nur bei Lebensmitteln verfolgt werden, sondern auch im Wirtschaftsleben. Mit CO2-Zöllen für Importwaren will Josef Hechenberger eine Chancengleichheit für österreichische Betriebe herstellen.  

Kitzbühel | Der Stein des Anstoßes war ein Artikel in einer österreichischen Tageszeitung, in dem über den Schädlingsbefall durch den Laubholzbockkäfer berichtet wurde. Importiert wurde dieser Schädling mit Granitsteinen aus China und frisst sich, mangels natürlicher Feinde, an den Laubbäumen in Oberösterreich satt. Die Bekämpfung des Schädlings dauert Jahre.  In Kitzbühel setzt man seit 2016 auf österreichische Granitsteine, die zwar in der Anschaffung um ca. 30 Prozent teurer sind, für Huber soll aber die Wertschöpfung in Österreich bleiben. „Regionalität betrifft nicht nur die Lebensmittel auch bei der Wirtschaft sollte man regional denken“, sind sich Huber und LK-Präsident Josef Hechenberger einig und bringen auch die Auswirkungen auf den Klimaschutz ins Spiel, denn die Steine werden als Gewichtsausgleich auf den Schiffen nach Europa benötigt und hier billiger als die österreichischen Steine verkauft. „Die Transportkosten belaufen sich also in den meisten Fällen gegen Null“, erläutert Hechenberger und will gemeinsam mit Huber für nicht nur diese Thematik sensibilisieren, sondern auch auf die Absurdität des Billigsteinimportes aufmerksam machen und aufzeigen, dass sich der Regionalitätsgedanke auch bei der Stärkung der heimischen Wirtschaft und in Sachen Klimaschutz positiv auswirkt. „Ich glaube, dass in diesem Bereich auch eine Nachschärfung des Bestbieterprinzips im Bundesvergabegesetz angedacht werden könnte“, fordert Hechenberger.

CO2-Zölle für ganz­heitliche Klimabilanz
„Mir gefällt die Initiative von Hermann Huber sehr gut, weil sie aufzeigt, wie weit entfernt wir in manchen Bereichen noch von wirklicher Nachhaltigkeit und Regionalität sind. Wir arbeiten in der Landwirtschaft seit Jahrzehnten daran, heimische Kreisläufe in Sachen bäuerliche Erzeugnisse zu stärken. Ich sehe es jedoch auch als unsere Aufgabe, auch in anderen Bereichen zu handeln“, erklärt Hechenberger, der einen fairen Wettbewerb schaffen will – auch im Sinne einer klimaneutralen Politik und eines CO2-Fußabdrucks.  Um eine Chancengleichheit für die heimischen Wirtschaftsbetriebe zu schaffen, denkt Hechenberger über CO2-Zölle nach.

Huber: „Über Generationen denken“
Für den Kitzbüheler Gemeinderat Hermann Huber ist der Kauf von Billigsteinen „ein Wahnsinn“, denn die Wertschöpfung solle in Österreich bleiben und nicht nach China oder in andere Staaten abwandern, damit diese als Investoren dann die heimischen Betriebe aufkaufen. „Ich sehe es als Verpflichtung der öffentlichen Hand, österreichische Produkte zu kaufen. Der Welthandel in allen Ehren, aber wir dürfen nicht an jenem Ast sägen, auf dem wir sitzen“, sagt Huber. Die Granitsteine, die in Kitzbühel als Randsteine verwendet werden, kommen aus Schladming. Elisabeth M. Pöll

Die Stadt Kitzbühel setzt Granitsteine aus Schladming als Randsteine. Josef Hechenberger und Hermann Huber wünschen sich mehr Regionalität und Nachhaltigkeit von der Wirtschaft. Foto: Pöll

 
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