24.03.2020
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Rascher Baubeginn ist geplant

Schon seit fünf Jahren zieht sich das Verfahren rund um den Bau eines geplanten Hubschrauber-Hangars in Erpfendorf hin. Vergangene Woche war das Land am Zug.

Erpfendorf | Er kämpft seit fünf Jahren und doch gibt er nicht auf: der Chefpilot und Geschäftsführer der Firma Kitz Air in Erpfendorf, Georg Schuster. Seit einigen Jahren betreibt der St. Johanner die Firma, die  sich mit ihrem Hubschrauber auf Lastenflüge spezialisiert hat. Vor allem bei Wildbach- und Lawinenverbauten, für Liftgesellschaften und bei Lastflügen auf Almen ist der Pilot im Einsatz.
Nachdem der Platz für sein Unternehmen am Flugplatz in St. Johann zu klein geworden ist, übersiedelte Schuster damit vor einigen Jahren nach Erpfendorf. Direkt neben der Firma Steinbacher steht jetzt ein Zelthangar, die Büros befinden sich im Gebäude der ehemaligen Firma Purmo.

Doch Schuster hat große Pläne. Er will auf dem rund 5.500 Quadratmeter gr0ßen Grundstück einen Lande- bzw. Startplatz, ein Gebäude mit angeschlossenem Hangar für zwei Hubschrauber, ein Bürogebäude sowie eine Tankstelle errichten. Die Kosten liegen bei rund 2,5 Millionen Euro.
Doch seit fünf Jahren spießt es sich. Immer wieder regte sich in Erpfendorf Widerstand gegen das Projekt, Anrainer fürchten eine massive Lärmbelästigung. Besonders die Grünen sehen das Projekt kritisch. Für Bezirkssprecher Helmut Deutinger handelt es sich dabei um ein „Promi-Flug-Taxi“.  Er hat von Anbeginn an gegen den Landeplatz mobilisiert. Neben der generellen Kritik stößt sich Deutinger am geplanten Standort. Außerdem gibt es einen Anrainer, über dessen Feld die Einflugschneise verläuft, der bei geplanten Baumaßnahmen auf seinem Grund massive Einschränkungen befürchtet.   

300.000 Euro schon in das Projekt investiert
Nach inzwischen fünf Jahren Vorbereitung, über 20 erstellten positiven Gutachten und vor allem Kosten von über 300.000 Euro stand vergangene Woche die Verhandlung nach dem Umweltverträglichkeitsgesetz auf dem Programm. Zwei Tage lang wurde im Landhaus in Innsbruck verhandelt. Beantragt war die Genehmigung zur Beförderung von Fluggästen, Post und Fracht im gewerblichen Flugverkehr. Maximal zwei Hubschrauber sollen eingesetzt werden. Pro Tag sind höchstens vier An- und Abflüge vorgesehen und insgesamt 25 Flugbewegungen im Jahr in der Abendzeit. An- und Abflüge werden grundsätzlich aus bzw. in Richtung Süden durchgeführt.

Nach den Marathon-Verhandlungstagen ist Georg Schuster optimistisch, dass er die Genehmigung zum Bau bekommt. Alle von den Behörden geforderten Gutachten seien positiv gewesen, sagt er. Jetzt beginnt das Warten auf die Bescheide. „Ich hoffe aber natürlich, dass wir noch heuer mit dem Bau des Hangars beginnen können“, sagt Schuster.
In Innsbruck mit dabei war auch Kirchdorfs Bürgermeister Gerhard Obermüller, der betont, „dass die Gemeinde hier jedoch keine Parteienstellung hat, auch hinsichtlich des Gebäudebaues nicht.“ Er habe die Verhandlung als sehr sachlich empfunden, hat aber auch Verständnis für die Kritik der Bevölkerung.

Kurz notiert - Alpenverein Wilder Kaiser
Die aktuelle Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus stellt auch den Alpenverein vor große Herausforderungen. Der Alpenverein, Sektion Wilder Kaiser St. Johann, gibt bekannt, dass ab sofort alle Aktivitäten der Sektion bis auf Widerruf nicht mehr stattfinden werden. Auch der Betrieb der Koasa Boulder Halle in St. Johann ist bis auf weiteres eingestellt. Margret Klausner

Die Firma Kitz Air hat in Erpfendorf den für sich besten Unternehmensstandort gefunden. Derzeit steht der Hubschrauber allerdings noch in einem Zelt. Besitzer Georg Schuster will einen neuen Hangar bauen. Foto: Klausner

 
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