04.12.2017
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Pletzer übernimmt die Bergbahn

Für die Bergbahn Pillersee beginnt mit der Übernahme durch die Pletzer Gruppe eine neue Zukunft. Ein Investitionspaket von 13 Mio. Euro wurde geschnürt. Auch die Gemeinden und der Tourismusverband sagen finanzielle Unterstützung zu.

St. Jakob | Die Pletzer Gruppe steigt mit sofortiger Wirkung als Mehrheitseigentümer bei der Bergbahn Pillersee GmbH ein – vermeldete die Gruppe den Ausgang der Generalversammlung. Mit der Meldung hat das Rätselraten ein Ende, denn die heimische Unternehmensgruppe wollte ihre konkreten Übernahmeabsichten gegenüber der Presse nie klar bestätigen.

Die Pletzer Gruppe mit Sitz in Hopfgarten, die sich in den Geschäftsfeldern Immobilien, Tourismus und Industrie einen Namen gemacht hat, hält nun rund 90 Prozent der Bergbahn Pillersee. Über den Kaufpreis mit den bisherigen Eigentümern, der Familie Günther, wurde Stillschweigen vereinbart, erklärt die Gruppe.

Pletzer will das Skigebiet ausbauen

Pletzer will den Berg das ganze Jahr über attraktiver gestalten. Der Skibetrieb soll gestärkt werden. Für 2018 sind als erster Schritt Investitionen in den Ausbau der Beschneiungsanlage geplant, inklusive Erweiterung des Speicherteiches. „Diese Investitionen sind dringend notwendig. Auch im Bereich der Gastronomie wollen wir das Angebot ausbauen und in einem nächsten Schritt den Sommerbetrieb stärken. Insgesamt haben wir uns gemeinsam mit den Gemeinden auf ein Investitionspaket von rund 13 Mio. Euro verständigt. Einen überwiegenden Teil wird die Pletzer Gruppe als frisches Kapital zuschießen“, erklärt Geschäftsführer Manfred Pletzer.

Wie viel zahlen die Gemeinden?

Die Gemeinden St. Jakob, Hochfilzen und St. Ulrich, die schon jetzt jährlich einen Finanzzuschuss an die Bergbahn bezahlt haben, wollen den Betrieb nach dem Besitzerwechsel weiterhin unterstützen. „Bisher haben wir jährlich 17.880 Euro an die Bergbahn bezahlt, das werden wir weiterhin tun. Es steht aber auch eine Erhöhung der Beiträge im Raum, welche erst ausverhandelt werden muss“, erklärt Bgm. Leo Niedermoser (St. Jakob). Ins selbe Horn stoßen Konrad Walk (Hochfilzen) und seine Amtskollegin Brigitte Lackner (St. Ulrich). „Vor allem über die Höhe der Beträge müssen aber noch Gespräche geführt werden“, erklärt Bürgermeisterin Lackner. St. Ulrich zahlt derzeit 42.000 Euro pro Jahr, Hochfilzen rund 16.500 Euro.

Nimmt der TVB eine Abgabenerhöhung vor?

Von Seiten des Tourismusverbandes gab es mit den neuen Eigentümern noch keine konkreten Gespräche bezüglich eines höheren Finanzierungszuschusses. Im Raum steht aber eine Abgabenerhöhung für die betreffenden Ortschaften. „Wir werden einen Beitrag dazu beisteuern, müssen aber auch auf unser Budget schauen, denn auf den TVB kommen immer mehr Aufgaben zu“, erklärt Geschäftsführer Armin Kuen.

Für eine Abgabenerhöhung braucht es die Zustimmung der Mitglieder in einer Vollversammlung.

Pletzer will auch ein Hotel errichten

Neben der neuen Beteiligung im Pillerseetal ist die Pletzer Gruppe seit 1997 auch Mehrheitseigentümer der Bergbahn Hohe Salve. Zusätzlich begleitet das Unternehmen die Erweiterung des größten Skigebiets Deutschlands im bayerischen Sudelfeld mit neuen Lift- und Hotelprojekten. „Auch in St. Ulrich ist mittelfristig die Errichtung eines Hotels geplant. Das ist Teil unseres Zukunftskonzepts“, betont Manfred Pletzer.
Johanna Monitzer

Bild: KR Anton (Mitte) und Manfred (re.) Pletzer freuen sich mit den Bürgermeistern Brigitte Lackner, Leo Niedermoser (li.) und GV Helmuth Perterer als Vertreter der Gemeinde Hochfilzen auf eine neue Ära für die Bergbahn. Foto: Wörgötter

Außerdem
Finanzpolizist und Prokurist
St. Ulrich | Für Verwunderung sorgt, dass der Leiter der Finanzpolizei für Tirol und Vorarlberg, Thomas Wörgötter, nach Übernahme der Pletzer Gruppe die Prokura bei der Bergbahn Pillersee GmbH übernimmt.

Wörgötter, der aus St. Ulrich stammt, trat schon im Vorfeld als „Schnittstelle“ (wie er sich selbst bezeichnete) zwischen der bisherigen Eigentümerfamilie  Günther und der Unternehmensgruppe Pletzer auf. Vor der offiziellen Übernahme präsentierte er bei der Gemeindeversammlung in St. Jakob die Investitionsvorhaben der Gruppe.

Wörgötter bezeichnet seine nunmehrige offizielle Arbeit für die Pletzer Gruppe als Einzelprokurist gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger als Nebentätigkeit: „Nein, ich werde nicht in die Privatwirtschaft wechseln und verbleibe in der Leitung der Finanzpolizei.“ Für weitere Auskünfte verweist er an die zuständige Pressestelle des Finanzministeriums.

Wie lässt sich das vereinbaren?

Leitender Steuerfahnder und Prokurist, der lt. Verzeichnis der Wirtschaftskammer ein Unternehmensberatungsgewerbe angemeldet hat – wie lässt sich das moralisch und zeitlich vereinbaren? Johannes Pasquali, Sprecher des Finanzministeriums, teilt auf Anfrage des Kitzbüheler Anzeigers mit: „Wir haben diese Angelegenheit geprüft und es liegt keine Unvereinbarkeit vor. Bitte um Verständnis, dass wir darüber hinaus private Angelegenheiten unserer Mitarbeiter grundsätzlich nicht öffentlich kommentieren.“ Auch Wörgötter selbst will zu seinen privatwirtschaftlichen Tätigkeiten keine weiteren Auskünfte geben.
jomo

 
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