07.10.2017
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Pletzer Gruppe könnte übernehmen

Die Verhandlungen zwischen der Besitzerfamilie Günther und der Pletzer Gruppe bezüglich der Übernahme der Bergbahn Pillersee laufen auf Hochtouren. Verwunderung herrscht über eine Präsentation des Investitionskonzeptes, denn fix ist noch nix.

St. Jakob | „Nun ist die Katze aus dem Sack“, erklärte Bürgermeister Leo Niedermoser am im Rahmen der Gemeindeversammlung in St. Jakob. Die Spatzen haben es zwar schon länger von den Dächern gepfiffen, dass die heimische Unternehmensgruppe Pletzer die Bergbahn Pillersee übernehmen will – aber die Katze ist deshalb noch lange nicht aus dem Sack. Fix ist nämlich noch gar nichts, wie Manfred Pletzer gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger erklärt: „Es gibt konkrete Gespräche mit der Familie Günther und es gibt strategische Überlegungen für Ausrichtungen und Infrastruktur. Mehr nicht.“  

Ausgang der Verhandlungen ist offen

Die heimische Unternehmemensgruppe, die sich in den Geschäftsfeldern Immobilien, Tourismus und Industrie einen Namen gemacht hat, könnte eine neue Zukunft für die Bergbahn Pillersee bedeuten, denn für notwendige Investitionen fehlt das Geld. Wann die Verhandlungen abgeschlossen werden und ob sie Früchte tragen werden, will Pletzer derzeit nicht abschätzen: „Ich bitte um Verständnis, dass wir dem Ausgang der Verhandlungen nicht vorgreifen können.“

Verwunderung über Präsentation

Nichtsdestotrotz präsentierte Thomas Wörgötter (leitender Beamter bei der Finanzpolizei), der sich selbst als „Schnittstelle“ zwischen den Verantwortlichen bezeichnet, ein Investitionskonzept, das lt. seinen Angaben von der Pletzer Gruppe umgesetzt werden könnte.

Die Spekulationen rund um den möglichen Investor werden dadurch weiter befeuert. „Das geschätzte Investitionsvolumen liegt bei rund 15 Millionen Euro. Es handelt sich aber lediglich um Grobplanungen bzw. Ideen. Verhandlungen mit Grundbesitzern, Bewilligungsverfahren etc. stehen natürlich noch aus“, erklärte Wörgötter vor vollem Haus im Rahmen der Gemeindeversammlung. Er berichtete von den Ausbauplänen der Beschneiung, der Erneuerung von Aufstiegshilfen und stellte sogar ein neues Hotel in Aussicht, welches am Parkplatz der Bergbahn errichtet werden könnte.  

Gemeinden sehen es positiv

Die örtlichen Bürgermeister bestätigen, dass es Gespräche bezüglich finanzieller Zuschüsse bei einer möglichen Übernahme gibt. Der Betrag, den die Gemeinden schon jetzt jährlich an die Bergbahn leisten, soll verdoppelt werden. „Wir stehen einer möglichen Übernahme sehr positiv gegenüber. Über die Höhe des Zuschusses von Seiten der Gemeinde sind wir uns aber noch nicht einig“, erklärt dazu die St. Ulricher Bürgermeisterin Brigitte Lackner.

Konrad Walk, Bürgermeister in Hochfilzen, sieht eine große Chance für eine zukünftige touristische Entwicklung. Die Gemeinde würde es bei einer Übernahme mit rund 33.000 Euro pro Jahr treffen. „Wir waren von Anfang an bei allen Gesprächen eingebunden. Wir wollen den Berg nicht sterben lassen und der Zuschuss ist im Hinblick auf die Investitionen, die getätigt werden, vertretbar“, betont Walk. Ins selbe Horn stößt Bürgermeister Leo Niedermoser: „Es ist eigentlich das Beste, was der Bergbahn passieren könnte. Ohne einen Investor schaut die Zukunft nicht rosig aus.“ St. Jakob würde in Zukunft 36.000 Euro pro Jahr an die Bergbahn zuschießen. Der Aufteilungsschlüssel erfolgt nach den Kommunalsteuereinnahmen. „Dieser Betrag ist für uns vertretbar und es sind zahlreiche Ausstiegsszenarien vorgesehen. So sind Zuschüsse zweckgebunden für Investitionen“, erklärt Niedermoser. Die Förderverträge wurden von den Gemeinden vor Redaktionsschluss noch nicht unterzeichnet.

Kuen: „Es herrscht Aufbruchstimmung“

Einen Beitrag zum Ausbau des Skigebiets könnte auch der Tourismusverband leisten. Wie bereits in Fieberbrunn beim Anschluss an Saalbach geschehen, könnte auch in den Gemeinden Hochfilzen, St. Ulrich und St. Jakob die Kurtaxe angehoben werden. Die daraus resultierenden Mehreinnahmen könnten zweckgebunden für Investitionen an die Bergbahn Pillersee fließen.

„Es ist ein Glücksfall, dass die Pletzer Gruppe als Investor im Gespräch ist. Die Gruppe kommt aus der Region und hat schon viele tolle Projekte umgesetzt. Es ist schon jetzt eine Aufbruchstimmung in der Region zu spüren“, freut sich Armin Kuen, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Pillerseetal über die mögliche Entwicklung. Ein Beschluss steht aber auch hier noch aus. Es bleibt somit weiterhin spannend im Pillerseetal.
Johanna Monitzer

Bild: Die Buchensteinwand hat mit dem Jakobskreuz eine einzigartige Attraktion. Nun soll der Berg auch im Winter wieder attraktiver werden. Die Pletzer Gruppe wird als möglicher Investor gehandelt. Foto: Bergbahn Pillersee /A. Langreiter

 
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