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16.09.2019
News  
 

Pflege, Frauen und Gewaltschutz

Die SPÖ-Spitzenkandidaten für die Nationalsratswahl am 29. September touren durch das Land, um auf ihre Themenschwerpunkte aufmerksam zu machen. Selma Yildirim (Landesliste Nummer eins) besuchte den „Kitzbüheler Gesundheitshügel“, Christian Kovacevic (Wahlkreis Unterland) machte im Sozialzentrum Kirchberg auf die Notwendigkeiten im Pflegesystem aufmerksam.

Kirchberg, Kitzbühel | Nach dem Besuch des Sozialzentrums Kirchberg lud SPÖ-Spitzenkandidat Christian Kovacevic (Wahlkreis Unterland, Bezirke Kitzbühel und Kufstein) gemeinsam mit seinen Parteikollegen zu einem Pressegespräch. Kovacevic sieht eine absolute Hauptaufgabe der Politik darin, das Pflegesystem zukunftsfit zu machen. „Für eine nachhaltige Sicherung der Pflege braucht es mehr als nur Ankündigungen und Schlagworte. Die Politik muss dem laufend steigenden Bedarf ein durchdachtes Konzept gegenüberstellen. Genau das haben wir der Regierung schon vor Monaten vorgelegt. Es braucht ein bundesweit einheitliches Pflegesystem und regionale Beratungsstellen, aber auch umgehende Verbesserungen für Pflegepersonal“, erklärt Kovacevic. Eine der absoluten Hauptaufgaben der Politik ist für SP-Nationalrat Kovacevic, das Pflegesystem zukunftsfit zu machen.
„Unser Besuch im Sozialzentrum Senecura in Kirchberg bekräftigte die Forderungen aus dem SPÖ-Pflegekonzept und unterstrich, wie wichtig die Einrichtung von flächendeckenden Pflege-Servicestellen ist. Oftmals sind zu Pflegende, aber auch deren Angehörige, überfordert und brauchen Beratung und Unterstützung vor Ort. Einen sogenannten „Casemanager“ („Kümmerer“) braucht es daher in allen Regionen Österreichs“ , sind sich Kovacevic und sein Team einig. Für eine staatliche Pflegegarantie muss der Staat mehr Geld in die Hand nehmen, dafür braucht es laut Kovacevic mutige Schritte und Visionäre. Mögliche Gegenfinanzierungsmöglichkeiten wären für ihn die Erbschaftssteuer oder eine Wiederanhebung des AUVA-Beitrages auf die bisherigen 1,3 Prozent.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Einkommensgerechtigkeit, Gratiskindergarten, Gewaltschutz und Frauengesundheit sind die Themen von SPÖ-Landesspitzenkandidatin und Nationalrätin Selmy Yildirim, die sie gemeinsam mit den Wahlkreis-Kdandidaten Christian Kovacevic, Claudia Hagsteiner und Anna Grafoner am Kitzbüheler Gesundheitshügel präsentierte.
„Für Frauen ist der Bezirk Kitzbühel einer der einkommensschwächsten in ganz Österreich. Nicht einmal ein Drittel der Kitzbühelerinnen arbeitet ganzjährig Vollzeit. Daher gilt es einerseits dafür zu sorgen, dass Frauenarbeit besser bezahlt wird. Andererseits braucht es auch gute Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu gehört für mich der Gratiskindergarten und zwar ganztägig und ganzjährig. Nur ein Drittel der Kindergartenkinder in Tirol hat einen Platz, der mit Vollzeitarbeit vereinbar ist. Im Bezirk Kitzbühel haben Kindergärten an 38 Tagen im Jahr geschlossen. Die SPÖ-geführten Bundesländer machen bei der Gratisbetreuung vor, dass es geht“, sagt Selma Yildirim.

Einkommensschere schließen
Kritik kommt von den SPÖ-Politikern auch an der Einkommensschere. Das mittlere Einkommen der Männer in Tirol liegt leicht über dem Österreichschnitt, das der Frauen um 11 Prozent darunter und damit an deutlich letzter Stelle. Im Tirolvergleich verdienen sowohl die Frauen als auch die Männer im Bezirk unterdurchschnittlich. Der Unterschied zwischen Frauen- und Männereinkommen beträgt im Bezirk Kitzbühel 22,2 Prozent bei ganzjähriger Vollzeitarbeit. Das mittlere Jahresbrutto von Männern beträgt 30.118 Euro, das der Frauen 17.811 Euro. Das ist ein Unterschied von fast 41 Prozent.
Als rückschrittlich bezeichnet Selma Yildirim die Frauenpolitik der abgesetzten türkis-blauen Regierung, die zahlreichen Fraueneinrichtungen das Geld gekürzt hat. „Frauen haben es in manchen Lebensbereichen immer noch schwerer als Männer. Gleiche Chancen, gleiche Rechte, gleicher Lohn, das unterstützen wir, dafür setzen wir uns ein“, sagt Anna Grafoner. Die bessere Bezahlung von Frauenarbeit ist ihr dabei ebenso ein Anliegen wie der Gewaltschutz. Speziell in Tirol fehlen auch nach der Fertigstellung des neuen Frauenhauses mehr als 20 Plätze. „Es kann nicht sein, dass um Lebensnotwendiges ständig gebettelt werden muss“, so die SPÖ-Frauen.
„Frauen bewältigen eine Vielzahl von Aufgaben. Oft denken sie dabei zu wenig an sich selbst. Frauengesundheit in allen Lebenslagen zu fördern, ist uns seit jeher ein großes Anliegen“, schildert Claudia Hagsteiner. Sie fordert die Umsetzung des Aktionsplanes Frauengesundheit, der 40 Maßnahmen mit diesem Ziel umfasst. So etwa die stärkere Förderung geschlechtsspezifischer Medizin.
Auch im Bereich Gewaltschutz hat die SPÖ zahlreiche Initiativen im Parlament gesetzt. So zum Beispiel zu opferschutzorientierter Täterarbeit oder verpflichtenden Anti-Gewalt-Trainings.Elisabeth M. Pöll

Fotos: Die SPÖ auf Wahltour im Bezirk Kitzbühel – zuerst im Sozialzentrum Kirchberg, tags darauf am Kitzbüheler Gesundheitshügel. Fotos: Pöll

 
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