22.11.2020
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Pfarrer, Bauherr und Festwirt

Seit bald 25 Jahren war Steinberg im Burgenland wieder die Heimat des Priesters, aber  er blieb mit den Fieberbrunnern verbunden.

Fieberbrunn | Er hat der Kirche im Ort ein neues Gesicht gegeben. Mit dieser Würdigung verabschiedete Erzbischof Dr. Georg Eder seinen zum Ehrenkanonikus des Stifts Mattsee ernannten Mitarbeiter. Durch ein Vierteljahrhundert war Fieberbrunn die priesterliche Aufgabe von Josef Stifter gewesen, als er sich 1996 entschloss, in den Ruhestand zu gehen und in sein Haus im Burgenland zu übersiedeln. Das Fest zum Achtziger, das mit dem Jubiläum „40 Jahre Priester“ zusammenfiel, feierte er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Fieberbrunn. Die Verbundenheit mit der Erzdiözese Salzburg zeigte er in längerfristigen Aushilfen in priesterlosen Pfarren.

Der Pfarrer feierte gerne und lang
Oft feierte Josef Stifter mit Freunden aus Fieberbrunn, die ihn im burgenländischen Weinbaugebiet besuchten. Wie die Feste, die seinerzeit  zugunsten der Kirchenrenovierung im Pfarrhof gestaltet wurden, waren diese Zusammenkünfte eindrucksvolle Erlebnisse. In den letzten Jahren war der Altpfarrer kränklich und die Kontakte wurden schwächer. Sein Tod mitten in einer Pandemie verhindert auch die würdige Mitfeier durch Fieberbrunner am  Auferstehungsgottesdienst und die Teilnahme  am Begräbnis.  Bürgermeister Walter Astner würdigte  in einem Nachruf die Leistungen des Ehrenbürgers.

Josef Stifter war Kooperator gewesen, als er 1971 die große Pfarre Fieberbrunn übernahm. Er fand ein reiches Arbeitsfeld als Pfarrer, als strenger Katechet, in der Alten- und Krankenpastoral und nicht zuletzt als Bauherr. Mit der Innen- und Außenrenovierung der Pfarrkirche, einer neuen Orgel, der Sicherung des Baudenkmals Pfarrhof, der Erneuerung der Johanneskapelle und der Erweiterung des Friedhofs verwirklichte Josef Stifter ein Maximalprogramm. Er bewies nicht nur künstlerisches Empfinden,  sondern auch wirtschaftliches Durchsetzungsvermögen. Bei den Renovierungsvorhaben war ihm Diözesankonservator Protonotar Dr. Johannes Neuhardt der fachliche Berater. Gemeinsam erarbeiteten sie das Bauprogramm für die Rebarockisierung der zweimal zeitgeistig umgestalteten Kirche. Der Innsbrucker Künstler Wolfram Köberl  schuf neue „barocke“ Deckengemälde und aus dem Handel konnten zwei seinerzeit dem Restaurator überlassene Seitenaltarbilder zurückgeholt werden.

Dem Kirchenhügel neuen Glanz verliehen
Rückblickend verdienen nicht nur der „Bauherr“, sondern auch die Geldgeber aus der Pfarre, die Marktgemeinde, das Land Tirol und die Erzdiözese Salzburg höchste Anerkennung für die Pionierleistungen.
Mit der Ernennung zum Ehrenbürger im Jahr 1998 wurde der enorme Einsatz von Pfarrer Geistl. Rat Josef Stifter bedankt. Nun verneigt sich „seine“ Pfarre vor dem Lebenswerk des lebensfrohen und fleißigen Seelsorgers. Möge der Herr des Lebens seinen Einsatz und seine Treue lohnen. H.W.

Bild: Ehrenkanonikus Josef Stifter war 25 Jahre Pfarrer und „Bauherr“ in Fieberbrunn. Foto: Heinz, Fieberbrunn

 
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