20.05.2018
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Perspektive für Menschen in Kenia

Die Menschen so zu unterstützen, dass sie es selber aus der Armut herausschaffen – das ist das Hauptziel von „Tumaini Outreach Kenya“. Die Organisation wurde von einer engagierten Kirchbergerin ins Leben gerufen.

Kirchberg, Kenia | Ende letzten Jahres kündigte Daniela Sacko ihre Stelle in einer Rechtsanwaltskanzlei. Die junge Frau gründete die Non-Profit Organisation „Tumaini Outreach Kenya“, um in der Region Bungoma Entwicklungshilfe zu leisten. „Auch wenn mein Umfeld es teilweise nicht versteht – es war der einzig richtige Schritt für mich. Ich habe meine Berufung gefunden“, erzählt sie im Gespräch mit dem Kitzbüheler Anzeiger.

Geboren in Grossarl, aufgewachsen als Kind taubstummer Eltern, blickt die 37-jährige auf eine nicht immer leichte Kindheit zurück. Schon früh musste sie Verantwortung tragen und die Dinge selbst in die Hand nehmen. Ihrem Heimatort kehrte sie mit 15 Jahren den Rücken. Nach mehreren Stationen im Ausland zieht es sie 2007 nach Kirchberg.

2009 dann der tiefe Fall: Panikattacken und Depressionen werden zum Hauptakteur in ihrem Leben. „Wunden aus meiner Kindheit brachen wieder auf. Die Ärzte diagonstizierten eine bipolare Störung sowie das Borderline-Syndrom“, spricht Sacko offen. Doch sie gibt nicht auf: „Nach vielen Behandlungen hab ich darüber nachgedacht, was ich im Leben eigentlich will.“

Schon seit Kindheit an hegt sie eine Faszination für den afrikanischen Kontinent. Im letzten Sommer nimmt sie vier Wochen Urlaub am Stück und reist nach Kenia, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Im Gepäck einen Rucksack und einen Koffer voller Kinderkleider für ein Kinderheim. „Ich hatte über Facebook Osborn Mayoye kennengelernt, der selbst in der Entwicklungshilfe tätig ist. Etwas mulmig war mir aber schon, ganz alleine nach Afrika zu reisen“, gesteht die junge Frau.  

Hunger, Not und Korruption

Die Bedenken waren unbegründet. Mayoye, der auch als Journalist arbeitet, lädt sie zu seiner Familie ein und zeigt ihr das Land. Zusammen besuchen sie Schulen und Waisenhäuser. „Hunger, Krankheiten und Not sind allgegenwärtig. Allerorts herrscht Korruption. Einige Hilfsorganisationen haben mehr Schaden als Nutzen angerichtet“, schildert Sacko und zeigt Bilder von Schulen, Krankenhäusern und Grundstücken, die  Hilfsorganisationen gehören, nun aber leer stehen. „Keiner kümmert sich darum, der Regierung ist es egal.“

Mit Unterstützung von Osborn Mayoye und seiner Hilfsorganisation „The new Era Outreach“ will Sacko Entwicklungshilfe nun effizienter angehen. „Ich glaube, dass kleinere Projekte mehr bewirken können“, so Sacko. Als erster Schritt soll ein ein Hektar großes Grundstück angekauft werden. „Dort werden wir einen Brunnen bauen. Grundwasser ist genug vorhanden, dann werden wir das Feld bewirtschaften“, erklärt die junge Frau. Über 50 Einheimische haben bereits ihre Mitarbeit zugesagt.

Unterstützung von den Tiroler Schützen

Die Investitionskosten für das Projekt schätzt sie auf ca. 30.000 Euro, Geld, das sie durch Spenden lukrieren will. Einen ersten großen Unterstützer hat sie im  Schützenbataillon Rupert Wintersteller gefunden. „Einer der Grundsätze des Schützenwesens ist die Freiheit und Würde des Menschen. Und das wollen wir  vor allem auch all jenen Menschen zukommen lassen, die in Entwicklungsländern in größter Armut leben. ‚Tumaini Outreach Kenya‘ garantiert Hilfe und Entwicklung vor Ort“, betont Bildungsoffizier Christian Hopfensperger.

Dass die Menschen auch wissen, was mit ihrem Geld geschieht, ist Sacko wichtig. „Im Gegensatz zu den großen Organisationen haben wir einen minimalen Verwaltungsaufwand. Ich werde jährlich offenlegen, wo wir die Spenden investiert haben“, erklärt Sacko.

Wie kann man helfen?

„Tumaini Outreach Kenya“ kann man mit einer einmaligen Spende oder auch als förderndes Mitglied mit einem Beitrag ab fünf Euro pro Monat unterstützen. „Unser Hauptziel ist es, den Menschen in Kenia so zu unterstützen, dass sie es selber aus der Armut heraus schaffen. Der Brunnen und das Feld sollen erst der Anfang sein“, so Sacko. Schon bald will die Kirchbergerin wieder nach Kenia reisen –  im Gepäck mit hoffentlich vielen Spenden.

Weitere Informationen: www.danielasacko.com, Spendenkonto: AT09 2050 5000 0119 0065).
Johanna Monitzer

Bild: Mithilfe von Osborn Mayoye (hinten, 2. v.r.) will Daniela Sacko (vorne rechts) die Entwicklungshilfe in Kenia vorantreiben. Foto: Privat

 
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