21.04.2018
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Pendler: Wohin mit dem Auto?

In St. Johann sind die 35 Pkw-Stellplätze beim Bahnhof schnell besetzt. Die FPÖ fordert eine Erweiterung des Park & Ride Angebotes.

St. Johann, Bezirk | Mit der Bahn zur Arbeit, mit der Bahn zum Skifahren, auf Urlaub fahren mit der Bahn – der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel wird auch in unserem Raum stark beworben. Im Gegensatz zum städtischen Bereich muss man bei uns zuerst aber einmal zum Bahnhof hinkommen. Die meisten Pendler müssen dafür ins Auto steigen.

In St. Johann kommt dann auch noch oftmals die mühsame Parkplatzsuche hinzu, denn die 35 Park & Ride Stellplätze sind schnell besetzt. „Der Verkehrsverbund Tirol bewirbt aktiv den Umstieg vom Auto auf die Bahn. Diesem Aufruf folgen auch immer mehr Pendler, diese wissen dann aber nicht wohin mit dem Auto“, veranschaulicht FPÖ Gemeindevorstand Heribert Mariacher.

Gemeinde will bei der ÖBB anfragen

Die FPÖ stellte in der jüngsten Sitzung des St. Johanner Gemeinderates einen Anfrage, ob die Park & Ride Maßnahmen im Ort ausgebaut werden. „St. Johann wächst und wächst. Wir brauchen auch hier eine entsprechende Infrastruktur“, veranschaulicht Mariacher. Bürgermeister Stefan Seiwald (VP) kennt die Problematik. „Ich bzw. der Verkehrsausschuss werden bei den zuständigen Stellen anklopfen“, verspricht der Bürgermeister tätig zu werden.

ÖBB ist bemüht, das Angebot zu verbessern

Das Thema Park & Ride hat bei den ÖBB einen hohen Stellenwert, erklärt ÖBB-Pressesprecher, Christoph Gasser-Mair, auf Anfrage des Kitzbüheler Anzeigers. „Das Angebot ist mitentscheidend für den Umstieg vom Auto auf die Bahn. Entsprechend sind die ÖBB bemüht, in guter Kooperation mit den Land Tirol und den Gemeinden Park & Ride Anlagen zu planen und zu errichten“, so Gasser-Mair.

Untersuchung läuft bis Herbst

Die ÖBB und das Land Tirol haben gemeinsam die Untersuchung „Mobilitätsverknüpfung Tirol“ in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Herbst dieses Jahres vorliegen und einen Leitfaden für den künftigen Bedarf von Pkw-Stellplätzen, Fahrradabstellplätzen und einspurigen Fahrzeugen an allen Tiroler Verkehrsstationen vorgeben.   

Fakt sei aber schon jetzt, dass seit der Einführung des Tirol-Tickets die ÖBB einen vermehrten Bedarf an Stellplätzen sowohl für Pkw`s als auch für Fahrräder und einspurige Kfz feststellen. Konkrete Ideen für den Ausbau des Park & Ride Angebots in St. Johann gibt es jedoch noch keine, heißt es von offizieller Stelle.

Ausbau in Westendorf und Oberndorf

In anderen Orten im Bezirk planen die ÖBB bereits eine Vergrößerung des Angebotes, wie Gasser-Mair veranschaulicht: „Im Bezirk Kitzbühel sind heuer folgende Ausbauten geplant: Die Zustimmung der Gemeinde vorausgesetzt ist in Westendorf der Baubeginn für die  Errichtung von 69 Pkw-Stellplätzen, 40 überdachten Fahrradabstellplätzen und 20 überdachten Abstellplätzen für einspurige Fahrzeuge (Mopeds und Motorräder) vorgesehen. In Oberndorf erfolgt noch in diesem Jahr die Errichtung von insgesamt rund 50 Fahrradabstellplätzen.“

Nicht alle Wünsche sind erfüllbar

Ein Ausbau oder die Neuerrichtung von Park & Ride Plätzen ist nicht allerorts möglich. „Wenn aber Wünsche und Anregungen an uns herangetragen werden, werden diese mit den Partnern seriös auf Machbarkeit und Finanzierbarkeit geprüft. Erst wenn die technische Umsetzbarkeit bestätigt und eine Finanzierungsvereinbarung zwischen ÖBB, Land und Gemeinden vorhanden ist, kann ein Projekt in die konkrete Umsetzungsplanung gehen“, erklärt Gasser-Mair.

Wer zahlt dafür?

Wenn neue Park & Ride Anlagen gebaut oder ausgebaut werden beteiligen sich im Normalfall das Land Tirol und die Gemeinden mit 50 Prozent an den Kosten – dies wird in einem Aufteilungsschlüssel geregelt.
Johanna Monitzer

Daten & Fakten
Park & Ride

Stellplätze
Brixen: 9 Zweirad
Fieberbrunn: 64 Pkw
Hochfilzen:  5 Pkw
Hopfgarten: 18 Pkw, 14 Zweirad  
Kirchberg: 26 Pkw, 36 Zweirad
Kitzbühel: 47 Pkw
Oberndorf:  4 Zweirad
St. Johann: 35 Pkw, 175   Zweirad
Westendorf: 35 Pkw, 10    Zweirad
Quelle: ÖBB

 
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