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10.02.2020
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Neustart für Hotelprojekt Kelchsau

Mit einem demonstrativen Schulterschluss präsentierte die Marktgemeinde Hopfgarten kürzlich die neuen Pläne für das Hotelprojekt „KitzAlps Lodge Kelchsau“.

Hopfgarten | Das Konzept für die Anlage wurde auf komplett neue Füße gestellt – das Vorhaben, in der Kelchsau ein Hoteldorf umzusetzen, ist allerdings nicht neu. Seit zehn Jahren wird diese Idee nun schon verfolgt. Für einige Aufregung hatte das Vorgängerprojekt gesorgt – es scheiterte an der fehlenden Finanzierung. Dennoch erfolgte ein Baustart ohne Genehmigung, unter anderem wurden schon Bodenplatten errichtet.  
Unter diese Vergangenheit will die Marktgemeinde nun einen endgültigen Schlussstrich ziehen. Mittlerweile sind neue Akteure an Bord – für die Umsetzung zeichnet die Raiffeisen WohnBau verantwortlich. Ein Raumordnungsvertrag stellt sicher, dass die neue Anlage ganzjährig geöffnet und betrieben wird.

180 „warme“ Betten über Investorenmodell
Konkret sollen auf einer Gesamtfläche von 10.732 Quadratmetern 15 Häuser mit 38 Appartements entstehen. Hinzu kommen Frühstücksbereich, Tagungsraum und eine Tiefgarage mit 50 Parkplätzen. Insgesamt sollen über ein Investorenmodell 180 Betten geschaffen werden. Betten, die auf jeden Fall „warm“ sind, wie Bürgermeister Paul Sieberer sowie GF Thomas Hussl von der Raiffeisen WohnBau betonen. Rigorose Bestimmungen in den Verträgen stellen sicher, dass keine Freizeitwohnsitze über die Hintertür entstehen können. So gilt der Raumordnungsvertrag auf die Dauer des Bestandes. Die Hotelanlage wird über einen konzessionierten Betrieb geführt – die Verhandlungen mit einem Betreiber sind aktuell in der finalen Phase. Dieser muss auch selbstständig Marketing für das Hoteldorf betreiben. Entsprechende Hotelleistungen wie eben Gastro-Angebot oder Seminarräume unterstreichen zusätzlich noch die geplante Nutzung. „Die Widmung sieht vor, dass eine Eigennutzung ausgeschlossen ist. Die Schlüsselhoheit liegt beim Hotelbetreiber“, unterstreicht Thomas Hussl. Wer gegen die Auflagen verstößt, muss mit Strafzahlungen rechnen.

Arbeitsplätze und Tourismusangebot
Im Frühjahr des kommenden Jahres soll der Spatenstich erfolgen, Eröffnung ist für Herbst 2022 geplant. Die Investitionssumme will Hussl nicht genau nennen, es geht aber um „einen zweistelligen Millionenbetrag“. Die Finanzierung des Projekts erfolgt über ein Investorenmodell, wer sein Geld in die Anlage investiert, kann mit einer Rendite von 3 bis 4 Prozent rechnen.
Für die KitzAlps Lodge werden 180 Vollbelegstage anvisiert.
Eine Zahl, die auch Tourismusverbands-Geschäftsführer Stefan Astner gerne hört. Auch er war bei der Präsentation des Projektes dabei, um den touristischen Nutzen nochmals zu unterstreichen. „Qualitative Betten fehlen in der Kelchsau – vor allem für die Zielgruppe des KAT-Walk“, so Astner. Die Kelchsau zeichnet sich durch ihren naturbelassenen Erholungsraum aus. Das solle auch so bleiben, hält der Verbands-Geschäftsführer fest. Das Hotelprojekt hilft vielmehr, die Zielgruppen, die für diese Art des Tourismus vorhanden wären, abzudecken. Auch die Kelchsauer Wirtschaft würde profitieren, wie Gemeindevorstand Martin Hölzl (Kelchsauer Liste) betont. „Mit dem Hoteldorf kann auch die Bergbahn, der Nahversorger und die Gastronomie im Tal profitieren“, ergänzt Bürgermeister Paul Sieberer, für den es vor allem um Arbeitsplätze in der Kelchsau geht. Derzeit gibt es im Ortsteil 35 bis 40 Jobs. Durch das Hoteldorf sollen um ein Viertel mehr, also zehn, dazu kommen. „Die wirtschaftliche Entwicklung der Kelchsau beschäftigt uns sehr“, unterstreicht Sieberer. Warum forciert die Gemeinde dann nicht ein „klassisches“ Hotelprojekt am Standort? „Alle unsere diesbezüglichen Bemühungen verliefen leider im Sand“, schildert der Bürgermeister einen langen Werdegang. Immobilienmakler Harald Knoll ergänzte: „Wenn jemand hier etwas hätte machen wollen, wäre er mit offenen Armen empfangen worden.“ Dazu sei es nicht gekommen, weswegen das Projekt jetzt nun über diese Schiene realisiert wird.

Bereits kurz nach der öffentlichen Vorstellung des neuen Kelchsauer Hoteldorfes meldete die FPÖ übrigens bereits Kritik an: LA Alexander Gamper und sein Hopfgartener Parteikollege GR Guido Leitner monierten die Vorgehensweise der Gemeinde beim umstrittenen Vorgängerprojekt. Gamper  kündigte an, die Causa prüfen zu lassen. Zudem stehe er auch dem neuen Projekt grundsätzlich kritisch gegenüber.
Bereits bei der Vorstellung der Pläne hielt Martin Hölzl jedoch entgegen: „Es muss etwas geschehen. Und wir haben alle etwas davon.“ Elisabeth Galehr

Arbeiten mit voller Kraft an der Realisierung: Thomas Hussl, Bgm. Paul Sieberer, GV Anton Pletzer, GV Martin Hölzl und TVB-GF Stefan Astner. Foto: Galehr

Ein Hoteldorf soll mit Investoren realisiert werden. Foto: 6020 Architekturbüro Hauser

 
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