16.03.2018
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Nazi-Broschüre erzürnt die FPÖ

Die Broschüre „Kein Bock auf Nazis“, die im St. Johanner Jugendzentrum aufliegt, sorgt für Entrüstung bei der FPÖ.

St. Johann | Im St. Johanner Jugendzentrum (JUZ) hat FPÖ Gemeinderat Robert Wurzenrainer den Flyer „Kein Bock auf Nazis“ vorgefunden, der seiner Meinung nach in einer öffentlicher Gemeindeeinrichtung nichts zu suchen hat. „Diese Broschüre enthält unter anderem zwei Buchtipps, ein Buch davon ist im Unrast Verlag erschienen – dieser Verlag wurde mehrfach vom deutschen Verfassungsschutz beobachtet“, erklärt Wurzenrainer.

Broschüre stammt aus Deutschland

In der aus Deutschland stammenden Druckschrift geht es vor allem um die NPD. Es wird dazu aufgerufen, sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu engagieren. Nazi-Aufmärsche sollen verhindert und gestört werden. Unterstützt wird die Initiative von zahlreichen Künstlern und Bands, so gibt es auch ein Interview mit der deutschen Punkband „Die Toten Hosen“ in der Broschüre.

Ein wenig verwundert reagiert JUZ-Leiterin Gudrun Krepper, da der Flyer schon seit Jahren im Jugendzentrum aufliegt. „Wir haben auch eine Fahne mit der Aussage ‚kein Bock auf Nazis‘. Die Broschüre fordert zum Hinschauen auf und spricht sich gegen Nazis und Rassismus aus – ich weiß jetzt nicht, was daran falsch sein soll. Schade, dass Herr Wurzenrainer unseren anderen präventiven Flyern keine Beachtung geschenkt hat“, erklärt Krepper.

Pickerl im St. Johanner Gemeindegebiet

GR Wurzenrainer stört besonders der Aufruf dazu, rechte Propaganda abzureißen oder gleich mit Pickerln zu überkleben – „Aufkleberpakete kannst Du für wenig Geld bestellen“, steht in der Druckschrift. So wurden in St. Johann die Aufkleber zweckentfremdet, denn Nazipropaganda gibt es hier definitiv nicht. Pickerl wurden z.B. an Laternen in Richtung Weitau angebracht. „Soweit ich mich erinnern kann, waren wir uns, bis auf die Grünen, innerhalb des Gemeinderates einig, dass es sich beim Bekleben von öffentlichem Eigentum um eine Straftat handelt – die Broschüre ruft dazu auf“, zeigt Wurzenrainer auf.

Die Initiative „Kein Bock auf Nazis“ wurde einst von der Punkband „ZSK“ ins Leben gerufen und wird mittlerweile vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (apabiz) fortgeführt. „Apabiz ist ein Mitglied bei Antifa-Net, dort gibt es einige Organisationen mit direkten Verbindungen in linksextreme Kreise. Extremismus, egal ob links oder rechts, hat im Jugendzentrum nichts zu suchen“, betont der Gemeinderat.

Jugendliche sollen sich eine Meinung bilden

Dass es für Extremismus keinen Platz im JUZ geben darf, dem stimmt die Leiterin voll und ganz zu. „Junge Menschen sind aber auch politisch. Wir ermutigen sie, sich eine eigene Meinung zu bilden, die Wahlprogramme aller Parteien zu lesen und vor allem wählen zu gehen“, erklärt Krepper.

Dass die Druckschrift „Kein Bock auf Nazis“ der FPÖ ein Dorn im Auge ist, hat sich unter den Jugendlichen bereits herumgesprochen. „Mit dem Ergebnis, dass jetzt viele die Broschüre lesen wollen – vorher wurde sie kaum beachtet“, so Krepper. Johanna Monitzer

 
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