16.12.2019
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Nahversorger zieht positive Bilanz

Vor über einem Jahr stellten die Kelchsauer ihre Nahversorgung auf neue Beine. Sie gründeten eine Genossenschaft, die den kleinen Spar-Markt betreibt. Mit Erfolg.

Vor rund eineinhalb Jahren war in der Kelchsau guter Rat teuer. Nachdem die Betreiberin des kleinen Supermarktes beschloss, sich beruflich neu zu orientieren, stand die Nahversorgung in dem Hopfgartner Ortsteil auf der Kippe. Zumal auch das Gebäude, in dem der Supermarkt untergebracht war, verkauft wurde.

Gemeindevorstand Martin Hölzl (Kelchsauer Liste) war von Haus aus klar, dass es ohne Nahversorgung in der Kelchsau nicht mehr geht. Rund 800 Menschen leben in der Hopfgartner Fraktion und die Bevölkerung wächst stetig an. Weitere Wohnprojekte sind in der Planung oder bereits im Bau. Relativ rasch war für ihn damals klar, dass es schwierig wird, einen Supermarktbetreiber ins Tal zu bekommen. Daher machten die Kelchsauer Nägel mit Köpfen und gründeten eine Genossenschaft. Dank des neuen Besitzers des Gebäudes, in dem sich das Geschäftslokal befindet, konnte eine Lösung gefunden werden, obwohl dieser die Räumlichkeiten über kurz oder lang auch selbst benötigt.

Umsatzerwartungen mehr als erfüllt

Jetzt rund eineinhalb Jahre später kann Hölzl, der auch als Obmann der „Nahversorgung Kelchsau eGen“ fungiert, eine mehr als positive Bilanz ziehen. „Die Umsatzerwartungen konnten Dank der Mitglieder und Kunden schon im ersten  Jahr übertroffen werden“, freut sich der Kelchsauer. Das Sortiment wurde in den vergangenen Monaten im umgebauten Markt nicht nur massiv erweitert, auch eine gemütliche Kaffeeecke gibt es inzwischen. Insgesamt fünf Mitarbeiterinnen  – Teil- und Vollzeit – kümmern sich um die Kunden. Als Partner konnten die Kelchsauer die „Spar“ gewinnen, die ihre Waren jetzt regelmäßig in die Kelchsau liefert. „Wichtig sind uns aber auch regionale Lieferanten“, betont Hölzl.
Vom Bauernbrot über Eier bis hin zum Apfelsaft liefern die örtlichen Bauern zahlreiche Produkte, Kartoffeln kommen aus Kirchbichl und die Nudeln vom Hopfgartner Penningberg. Die engagierten Mitarbeiterinnen kümmern sich auch um die Poststelle und Lotto spielen ist natürlich auch möglich. „Unser Angebot wird sehr gut angenommen“, freut sich Martin Hölzl, dem von Anfang an klar war, dass der Laden nur funktioniert, wenn die Kelchsauer auch dort einkaufen. „Keine Not- sondern eine Nahversorgung“ war schon immer seine Devise. Und die Bevölkerung weiß die Anstrengungen zu schätzen und kauft auch dort ein. Vor allem die Kaffeeecke hat sich zum beliebten Treffpunkt entwickelt. Zum Plaudern findet man dort immer jemanden.

Genossenschaft hat bereits 118 Mitglieder

Doch auch das Modell „Genossenschaft“ hat sich bewährt. Für Hölzl, als Geschäftsführer des örtlichen Raiffeisen-Lagerhauses, das ja ebenfalls von einer Genossenschaft betrieben wird, liegen die Vorteile auf der Hand, wie er aufklärt.  Die Finanzierung des Unternehmens sei breit aufgestellt. Im Gegensatz zu einer Ges.m.b.H. werde die Haftung nämlich auf alle Mitglieder verteilt. „Wir haben inzwischen 118 Mitglieder“, freut sich der Obmann. Nicht nur Kelchsauer haben sich beteiligt, auch viele „Auswärtige“ sind darunter, u.a. auch deutsche Gäste. „Um die Zukunft weiter absichern zu können sind neue Mitglieder natürlich jederzeit gern gesehen“, wirbt Hölzl für das Modell. Die erste Bilanz hat er bei der Generalversammlung der Mitglieder veröffentlicht. Er sei sehr zufrieden.

Noch kann der Supermarkt an Ort und Stelle bleiben, doch über kurz oder lang allerdings müssen neue Räumlichkeiten her. Martin Hölzl setzt auf den geplanten Neubau des Feuerwehrhauses. Überlegungen gibt es ja schon länger, das Gebäude zu erneuern, entspricht es doch schon lange nicht mehr dem heutigen Standard. Doch die Umsetzung dauert noch an. Nächstes Jahr soll mit den Planungen begonnen werden, ist Hölzl optimistisch. Dort soll dann nicht nur ein neuer Supermarkt Platz finden, auch ein Tageskaffee ist angedacht. Interesse an Räumlichkeiten, betont er, haben u.a. auch die Raiffeisenbank, die einen Servicebereich einrichten will, sowie der Tourismusverband. Nicht nur Hölzl hofft daher darauf, dass das Projekt rasch umgesetzt wird. Margret Klausner

Der Obmann der Genossenschaft, Martin Hölzl, und die Leiterin des Marktes, Daniela Kogler, freuen sich, dass das Geschäft von den Kelchsauern so gut angenommen wird. Sie setzen auch auf regionale Produkte. Foto: Klausner

 
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