14.12.2019
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Nabaa Alawam malt und malt...

Ein zwei mal drei Meter großes Kunstwerk entsteht derzeit in der Zentrumsgalerie in Fieberbrunn. Nabaa Alawam arbeitet daran, wann immer es ihr die Ausgehzeiten vom Flüchtlingsheim erlauben.

Als der Kitzbüheler Anzeiger Nabaa Alawam besucht, ist die zwei mal drei Meter große Leinwand noch fast leer. Lediglich die Silhouette von drei Figuren sowie ein paar feine Bleistiftskizzen sind zu sehen. „Ich habe eine Grundidee im Kopf, aber wie das Bild am Ende ausschauen wird, kann ich selbst noch nicht sagen“, schmunzelt Nabaa Alawam. Die 21-jährige Irakerin malt nach Gefühl.  Kunstschule hat sie nie eine besucht.

In der Zentrumsgalerie will sie ein für den Advent passendes Kunstwerk erschaffen. Sie malt, wann immer es ihr die Ausgehzeiten und der Shuttlebus-Dienst vom Bürglkopf erlauben. Die Acrylfarben wurden von einem Fieberbrunner Unternehmen gesponsert. Zudem wird die Künstlerin durch das Kunstfieber-Benefizprojekt „Helpless II“ unterstützt sowie von örtlichen Wirten mit Mahlzeiten versorgt.

Kunstfieber: Nabaa Alawam beeindruckte

Vize-Bürgermeister und Kulturreferent  Wolfgang Schwaiger wurde auf die Künstlerin, die zurzeit mit ihrer Familie im Flüchtlingsheim am Bürglkopf lebt, kurz vor der Veranstaltung „Kunstfieber“ aufmerksam. „Eine Betreuerin hat angerufen, ob wir nicht auch Platz beim Kunstfieber für die Bilder von Nabaa haben. Wir haben sie kurzfristig ins Programm aufgenommen und die Leute waren beeindruckt“, erzählt Schwaiger.

Am Bürglkopf hat Nabaa Alawam auch schon den Speisesaal mit ihren Malereien verschönert. Für die 21-jährige, die vor fünf Jahren mit ihrer Familie aus dem Irak nach Österreich flüchtete, ist die Malerei wohl auch ihr Ventil. Fröhlich sind ihre Bilder nicht. Sie stimmen nachdenklich, zeugen von Zerrissenheit.

Von Oberösterreich nach Fieberbrunn

Bevor die Familie nach Fieberbrunn verlegt wurde, lebte sie in Oberösterreich. „Ich möchte gerne Krankenschwester werden und habe dafür auch schon ein Praktikum bei einem Augenarzt gemacht“, erzählt sie. In Oberösterreich wollte man die Verlegung nach Fieberbrunn verhindern. Der Bürglkopf wird wohl die letzte Station in Österreich sein: „Wir hoffen noch auf ein Interview, das alles ändern könnte, aber die Chancen, dass wir in Österreich bleiben dürfen, liegen bei ungefähr fünf Prozent.“ Was dann sein wird ist ungewiss. In den Irak zurück kann sie nicht sagt die 21-Jährige. Sie und ihre Familie würden sich dort in Lebensgefahr begeben.

Zusehen und plauschen erwünscht

Noch wurde die Abschiebung nicht vollzogen. Interessierte können Nabaa Alawam in der Zentrumsgalerie beim Malen zuschauen oder auf einen Plausch vorbeikommen. Bis zum Ende der Adventszeit soll das Kunstwerk fertig sein.
Das Kunstprojekt mit Nabaa Alawam erhielt den Namen „Ankommen“, angelehnt an Advent (aus dem lateinischen Ankunft). Für Nabaa Alawam ist der Weg in Fieberbrunn aber wohl noch lange nicht zu Ende. Johanna Monitzer

Noch ist die 2x3 Meter große Leinwand relativ leer. Nabaa Alawam arbeitet derzeit an ihrem Kunstwerk in der Zentrumsgalerie. Foto: Monitzer

 
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