12.03.2019
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Mpigi – Hoffnung für Straßenkinder

Mit Hilfe aus dem Tiroler Unterland werden Hilfsprojekte in Mpigi, Uganda, unterstützt.

St. Johann, Mpigi | 2011 stieß ein Vorstandsmitglied von Love & Care Österreich bei einer Rundreise durch Uganda auf ein Projekt für Straßenkinder im Slum Kibuli in Kampala. Ein Ort, an dem die Armut nicht drastischer sein könnte und ein Leben für Kinder ohne Eltern unvorstellbar ist. Und dennoch hat sich selbst an solch einem unmenschlichen Ort wie Kibuli ein Funke Hoffnung entzündet, der vielen Kindern einen Weg aus dem erbarmungslosen Elend zeigt. Verantwortlich dafür sind Menschen, die nicht wegschauen können, die in der Dimension des Erbärmlichen noch das Schicksal des Einzelnen sehen und einfach anpacken. Mpigi, ein kleiner Ort, 40 km von Ugandas Hauptstadt Kampala entfernt, ist der Hoffnungsschimmer für derzeit 75 Straßenkinder. 2013 wurde dort ein bisschen Land angekauft, ein Waisenhaus gebaut, in das ein Jahr später die Kinder übersiedeln konnten, weil das „Leben“ in Kibuli zu teuer wurde. Kaum vorstellbar, dass Lebensmittel so teuer wie hierzulande sind, Zucker zum Beispiel sogar teurer, auch Benzin kostet in Kampala mehr als in Österreich. Seit 2014 werden die Slum-Kinder nun in Mpigi von ausgebildeten Sozialpädagogen betreut.

Mit der Investition in Bildung, Ausbau von Zuchtprogrammen für Ziegen und Hühner etc. werden nachhaltige Einnahmequellen geschaffen. Ebenso mit der Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung des Waisenhauses. In erster Linie dient aber der Ertrag aus der Landwirtschaft der Deckung des Grundnahrungsbedarfes der Kinder. Das Mpigi-Projekt ist gemäß seinen Initiatoren Hilfe zur Selbsthilfe. Jeder gespendete Euro kommt direkt den Kindern zu Gute. Sämtliche Verwaltungsaufgaben werden ausschließlich ehrenamtlich wahrgenommen.

Tiroler Firmen helfen in vielfacher Weise

Um die Selbstversorgung zu verbessern, wurde zusätzlich Grund angekauft, mittlerweile sind es insgesamt 8 Acres (32.000 m²), auf denen Gemüse, Mais, Kassava, Yams, Mantoke und Bohnen angebaut werden. Neben Kühen gibt es auch Hühner, Kaninchen und Ziegen in Mpigi. Mit dem Erwerb von 20 Ziegen wurde der Grundstein eines Ziegenzucht-Projektes gelegt, von dem in Folge auch die Dorfgemeinschaft rund um das Waisenhaus profitieren soll. Die Ziegen werden an Nachbarn ausgegeben und somit wird auch für das Gemeinwohl gesorgt. Die Ziegenzucht wurde von Markus Moritz, einem Architekten aus Wörgl, initiiert und gestiftet. 2018 wurde der Bau der Betreuerhäuser abgeschlossen und mit der Errichtung der Dining Hall, einem Aufenthaltsraum für die Kinder, begonnen, vorangetrieben hauptsächlich durch die Familien Moritz und Karner.

Im Sommer 2018 hat Carlo Chiavistrelli aus St. Johann die Statik-Berechnungen der Dining Hall übernommen, und sich nach seinem Besuch in Mpigi – begeistert vom Projekt und den Menschen – auf Spenden-Mission begeben, um  Land für einen Fußballplatz und weitere Anbauflächen zu erwerben.

Doch all diese Bemühungen wären wohl umsonst, wäre da nicht Moses Kityo, der als Leiter des Waisenhauses mit seinen rund 80 Kindern über viele Jahre verantwortlich für den Erfolg des Projektes zeichnet. Moses selbst ist in bitterster Armut geboren und vom Schicksal schwer geprüft worden.

Mpigi ist so weit weg, wie wir es zulassen

Uganda ist eines der reichsten und zugleich ärmsten Länder der Welt. Ausgebeutet über Jahrhunderte – wie der ganze Kontinent – durchzogen mit Korruption und den politischen Machenschaften der Großmächte, geknechtet durch Krankheiten und Armut. Und doch: Ein Land das trotz seiner schwierigen Verhältnisse ein stolzes Volk beheimatet, das Herzlichkeit und Gastfreundschaft als oberste Gebote spüren lässt und das noch viele Projekte wie Mpigi braucht. Foto: Hanel

 
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