27.01.2018
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Mountainbiker entdecken Loipen

Auch wenn die Kaiserwinkler Nächtigungsbilanz im abgelaufenen Jahr ein kleines Minus ausweist, zeigen sich die Touristiker trotzdem zufrieden. Das Loipen-Problem ist nach wie vor nicht gelöst.

Kössen | Volles Haus gab es im Veranstaltungszentrum in Kössen – der Tourismusverband Kaiserwinkl hatte zur Vollversammlung geladen. Die Verantwortlichen des Tourismusverbandes – allen voran Obmann Gerd Erharter – zogen Bilanz über das abgelaufene Jahr. Und diese fällt durchwegs positiv aus.

Rund 900.000 Nächtigungen verzeichnete der Kaiserwinkl im Jahr 2017 – um 0,9 Prozent weniger als noch im Jahr 2016, das aber mit einem Plus von 6,8 Prozent auch ein besonders erfolgreiches war. „Das Jahresergebnis war durchaus zufriedenstellend, wenn man den späten Ostertermin, den stark verregneten September und die Schließung mehrerer großer Häuser berücksichtigt“, klärte Erharter auf. Insgesamt besuchten übrigens 173.462 Gäste den Kaiserwinkl und blieben durchschnittlich 5,2 Tage. Wie immer berichtete Erharter auch von den zahlreichen Veranstaltungen und Messen nicht nur in Österreich, sondern vor allem auch in Deutschland, die von Verantwortlichen des TVB besucht wurden.

Aufsichtsratschef Norbert Brunner sprach von „einem unspektakulären Jahr“. Nachdem die Aufenthaltsabgabe im Vorjahr erhöht wurde, hat sich auch die finanzielle Situation entspannt. Die Zahlen sind erfreulich, wenn auch bei den Rücklagen noch 50.000 Euro fehlen. Der Tourismusverband arbeitet weiterhin mit Volldampf an einigen größeren Projekten, die vorfinanziert werden müssen. Daher wurde ein Kreditrahmen von 500.000 Euro beantragt und auch genehmigt. Die angepeilten Projekte dürften mit bis zu 75 Prozent von der EU gefördert werden, daher handelt es sich hier nur um eine Zwischenfinanzierung, beruhigten die Verantwortlichen.

Amberglift in Walchsee stellt ein Problem dar

Während sich die finanzielle Lage erfreulich darstellt, müssen sich die TVB-Verantwortlichen aber mit einigen unangenehmen „Baustellen“ herumschlagen. Eine davon ist der Amberg­lift in Walchsee. „Im Moment funktioniert es so, wie es eigentlich hätte schon lange funktio­nieren sollen“, betonte Erharter. Grund dafür ist auch das Wetter und die damit verbundene gute Schneelage. „Wir haben jetzt zwar für diese Saison noch einen Pächter, danach müssen wir uns aber um eine Lösung bemühen“, erklärte der TVB-Obmann. Die Bezuschussung werde mit der Gemeinde Walchsee geklärt, betonte er.

Kopfzerbrechen bereiten Erharter aber auch die Loipen. Es sind nicht nur die Wanderer, die auf den Loipen für Ärger sorgen, weil sie sich auch noch „beratungsresistent“ zeigen, wenn man ihnen erklärt, dass das Begehen hier eigentlich verboten ist, klagt Erharter. Auch die sogenannten „Lampenläufer“, also jene Langläufer, die abends mit der Stirnlampe unterwegs sind, sind inwischen zum Problem geworden. „Sie erschweren die abendliche Loipenpräparierung“, ärgert sich der Touristiker.

Kampf gegen Windmühlen

Noch schlimmer seien inzwischen die Mountainbiker, die die gut präparierten Loipen als ihre neue „Spielwiese“ entdeckt haben. „Das ist ein Kampf gegen Windmühlen“, ist Erharter frustriert. Dass es nach wie vor Diskussionen mit den Grundeigentümern gibt, liegt Erharter ebenfalls schwer im Magen. „Wir haben inzwischen vier Fälle, die wir nur recht und schlecht lösen konnten“, so der TVB-Obmann. Auch im Rahmen der Versammlung meldete sich ein Grundeigentümer zu Wort – hitzige Diskussionen folgten. „Früher gab es Loipenkommissionen, die eingesetzt wurden, wenn sich Tourismusverband und Grundeigentümer nicht einigen konnten“, erklärte Erharter. Jetzt müsse das von den Betroffenen selbst geregelt werden. Das mache die Sache nicht einfacher.

Schneedepot war ein Erfolg

Als Erfolg entpuppte sich übrigens das Schneedepot, das im Frühjahr 2017 für Diskussionen betreffend der Finanzierung sorgte. „Wir konnten ein bisschen mehr als die Hälfte des deponierten Schnees erhalten. Es hat sich also rentiert“, so Erharter, der überzeugt ist, dass dank der Erfahrung heuer noch mehr Schnee über den Sommer gerettet werden kann.
Margret Klausner

Bild: Positive Bilanz: Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Brunner, Obmann-Stellvertreter Christian Mühlberger, die frischgebackene Aufsichtsrätin Sarah Gruber und Obmann Gerd Erharter (v.l.). Foto: Klausner

 
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