24.12.2017
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Miteinander statt nebeneinander

Lediglich eine Wohnung zu mieten geht im „Generationentreff Waagstätt“ nicht. Die Bewohner müssen sich auch in die Gemeinschaft einbringen. Eine neue Form des Zusammenlebens in einem Mietshaus.

Jochberg | Sie sind „handverlesen“, die Familien, Paare und Alleinstehenden, die am Freitagvormittag ihre Schlüssel übergeben bekommen haben. Das Generationenhaus, welches die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft „Neue Heimat Tirol“ (NHT) am Wagstättbichl in Kooperation mit der Gemeinde Jochberg gebaut hat, ist kein herkömmliches Mietshaus, denn jeder Mieter muss auch etwas zur Gemeinschaft beitragen. Türe zu und nebeneinander leben, ohne sich zu kennen, wird in diesem Haus nicht der Fall sein. „Die Grundidee basiert auf einer Großfamilie, die sozusagen an die modernen Zeiten angepasst wurde“, erklärt Projektleiter und Geschäftsführer der Firma Dasta, Kurt Dander.

Was brauche ich?
Was kann ich geben?

Dander hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit Wohnungsbewerbern geführt und diverse Treffen untereinander organisiert. Ziel war es, eine Gemeinschaft ins Leben zu rufen, die aus Geben und Nehmen besteht. Die Frage war, was kann ich einbringen und was brauche ich von der Gemeinschaft? Auf Vorschlag von Dander wurden die Wohnungen schlussendlich dann von der Gemeinde vergeben.

Eine Wohnbegleiterin unterstützt die innovative „Großfamilie“ zehn Stunden pro Woche und soll helfen, die Gemeinschaft am Leben zu erhalten. „Im Haus gibt es auch einige Begegnungszonen, die das Miteinander fördern“, erklärt Dander.

Erste Wohnanlage dieser Art im Bezirk

Im Bezirk ist ein solches Wohnprojekt bislang einzigartig. „Wir haben lange überlegt, wie wir es einerseits schaffen, dass die älteren Mitbürger so lange wie möglich im Ort bleiben können und anderseits, wie wir die Jungen hier halten können“, erklärt Bürgermeister Günter Resch. Sein Vorgänger Heinz Leitner fädelte das Generationenhaus ein, nachdem ein Projekt für betreubares Wohnen gescheitert war.

Eine Kinderkrippe für Aurach und Jochberg

In der Wohnanlage befindet sich auch eine Kinderkrippe. Bis zu zwölf Kinder können dort betreut werden – und auch hier geht man neue Wege und kooperiert mit der Nachbargemeinde Aurach. „Es muss nicht immer jeder sein eigenes Süppchen kochen. Wir sind dankbar, dass wir eine gemeinsame Kinderbetreuung für unsere Kleinsten nun auf die Beine stellen konnten“, freut sich Bgm. Andreas Koidl.

Neue Heimat investierte rund 4,1 Mio. Euro

Der „Generationentreff Waagstätt“ wurde auf dem Gemeindegrundstück mittels Baurechtsvertrag errichtet. Die NHT investierte rund 4,1 Millionen Euro. Für die Umsetzung der Anlage samt Tiefgarage zeichnete sich die St. Johanner Architektengruppe P3 verantwortlich.

Für den sozialen Wohnbauträger bedeutet das Mehrgenerationenhaus Neuland. „Diese Wohnanlage mit Mehrwert ist für uns eine neue Erfahrung. Ich bin aber überzeugt, dass es funktionieren kann“, so NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner. Lob für so viel Innovation gab es von LA Josef Edenhauser: „Das Projekt könnte beispielgebend für das ganze Land sein.“

Die Mieter freuen sich auf jeden Fall auf ihr neues Zuhause sowie viele nette gemeinschaftliche Erlebnisse – gemeinsam, statt einsam.
Johanna Monitzer

 
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