17.07.2020
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Mit Manieren die Gäste dirigieren

Die Musikkapellen laden wieder zu Platzkonzerten. Dass dies heuer ein schwieriges Unterfangen ist und neben musikalischem Können vor allem organisatorisches Geschick und Zeit beansprucht, mussten die Organisatoren bereits erfahren. Es gilt auch die Gäste zu „dirigieren“.

Bezirk | Laue Sommernächte, gute Musik und zum Glück noch ein Schnapserl! Eine lange Tradition haben die Platzkonzerte, die heuer jedoch mit dem Gewohnten brechen. Fixer Sitzplatz, Bekanntgabe von Namen und Telefonnummer sowie kein Ausschank gilt heuer für alle Konzerte. Außerdem ist mitwippen und mittanzen nur noch auf dem Sitzbankerl erlaubt.

Eigene Konzepte erstellt
Für die Musikkapellen sind die Proben aufgrund des Mindestabstands von einem Metern schon eine schwierige Angelegenheit, bei den Auftritten gibt es viel zu beachten. Ein eigenes Konzept zu Besucherströmen, Schulungen der Freiwilligen, spezifische Hygienemaßnahmen sowie ein eigener Covid-Beauftragter muss gestellt werden. Außerdem gilt es die genaue Besucheranzahl, die vom Bund vorgeschrieben ist, einzuhalten. „Die Platzkonzerte sind immer Aufgabe des Tourismusverbands“, erklärt Michael Werlberger, Obmann des Musikbezirkes St. Johann und ergänzt, dass die Kapellen darauf beharren müssen: „Der TVB hat für einen reibungslosen Ablauf unter diesen Auflagen zu sorgen.“

Wie schaut das in der Praxis aus?
Die ersten Musikkapellen haben bereits aufgespielt – so etwa in Kössen. „Bei uns ist es relativ unkompliziert“, erklärt Obmann Philipp Wolfenstetter und erklärt, dass Gastgärten um den Pavillon herum sind und es keine zusätzlichen Bänke braucht. Aufgrund des kleinen Pavillons mussten einige Musikanten davor platznehmen. Das Platzproblem gibt`s auch im Zillertal – die Musikkapellen sind so groß, dass man sich im „Tal der Musik“ entschlossen hat, diesen Sommer überhaupt keine Konzerte zu spielen.

Bürokratie pflastert Weg bis zum Musikgenuss
Die TVB Brixental, Pillerseetal und St. Johann haben ihr Ja für die Durchführung der Konzerte gegeben. In St. Johann muss die Covid-Beauftragte, eine Mitarbeiterin des TVB, bei den ersten Platzkonzerten Eintrittskontrollen, Infrastruktur und freiwillige Abstandsregeln im Auge behalten und einfordern. Laut TVB-Geschäftsführer Gernot Riedel ist es „ein bissl Mehraufwand“. Der TVB bleibt offizieller Veranstalter, jedoch übernehmen die Musikkapellen nach der Einschulung die weitere Abwicklung. „Die Maßnahmen wurden bislang gut angenommen. 85-90 Prozent geben ihre Daten bekannt“, erklärt Riedel und ergänzt, dass alle motiviert sind.
Die Goinger Musikkapelle hat ein Platzkonzert gespielt, das zweite musste ausfallen und der Unmut darüber ist groß. Denn die Nachbargemeinde Ellmau durfte am Mitwoch noch spielen, die Goinger am Freitag nicht mehr. Der TVB hat in einer weiteren Sitzung nun versucht Klarheit zu schaffen: „Wir versuchen uns mit den Bedienungen zu arrangieren“, erklärt Theresa Aigner, Pressesprecherin des TVB. Fix ist, dass die Konzerte in Ellmau weiterhin stattfinden, jedoch ohne Ausschank. Das Schnapserl wird im Einwegbecher ausgeschenkt. Weiters werden die Bestimmungen laut Aigner immer wieder überprüft.

Keine Platzkonzerte in Kitzbühel
Anders ist es in Kitzbühel. In der Innenstadt dürfen im Sommer keine Veranstaltungen stattfinden, als Alternative war der Hahnenkammparkplatz im Gespräch. Dort wurde aber das fehlende Flair beanstandet. „Wir arbeiten aber an Lösungen, die für alle Sinn machen“, verspricht Geschäftsführerin Viktoria Veider-Walser von Kitzbühel Tourismus. Für Obmann Michael Schwanninger ist die Situation verständlich. Es gibt einen Plan B. Die Stadtmusik will bei Gastwirten und Hotels aufspielen. Verena Mühlbacher

Foto: Das Wetter war beim ersten Platzkonzert der Kirchdorfer Musikkapelle verregnet, die Zuschauer ließen sich davon aber nicht abhalten. Foto: MK Kirchdorf

 
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