08.01.2020
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Melle Strele legt ihr Mandat zurück

2016 wurde Melle Strele in den Gemeinderat gewählt. Ihre Bilanz als Einzelkämpferin fällt durchwachsen aus. „Es war eine harte Partie“, resümiert Strele.

St. Johann | Mit Erscheinen dieser Ausgabe ist der Rücktritt von Maria Melle Strele als Gemeinderätin bereits rechtskräftig. Die Grüne Politikerin verlässt aus privaten Gründen die Marktgemeinde St. Johann und geht nach Wien. Auf ihre fast vierjährige Arbeit im Gemeinderat blickt sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. „Ich habe in dieser Zeit viel gelernt, aber es war keineswegs einfach mit nur einem Mandat etwas gegen die absolute Mehrheit der ÖVP durchzubringen – das war eine harte Partie“, erklärt sie im Abschieds-Pressegespräch.

Strele: „Was ging, wurde geheim gehalten.“
Die Quereinsteigerin erzählt von diversen Behinderungen und Intransparenzen, welche ihr die Arbeit nicht gerade leicht gemacht hätten. „Ich nenne es mal Geheimdiplomatie – wenn möglich, wird alles vor der Opposition geheim gehalten“, sagt Strele und nennt als Beispiel Akten aus dem Bauamt, die ihr plötzlich verweigert wurden: „Erst durch das Einschreiten der Bezirkshauptmannschaft wurde das dann zu meinen Gunsten geklärt.“ Generell sei Transparenz in der Gemeindepolitik oft mehr eine Floskel, als Wirklichkeit, sagt sie.
Es gab aber auch Positives auf das die Sozialarbeiterin, gerne zurückblickt: „Ein großer Erfolg war sicher die Etablierung von St. Johann als E-5 Gemeinde und die Anstellung von Elisabeth Pali als Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagerin im Gemeindeamt. Da war ich wohl lästig genug“, schmunzelt Strele, obwohl ihrer Meinung nach in St. Johann für den Klimaschutz noch nicht genug getan wird. „Und die Mitsprache von der Bevölkerung müsste unbedingt ausgebaut werden. Nehmen wir z.B. den Forstweg am Niederkaiser – da hätte man die Bürger schon vorab mit einbeziehen müssen“, betont Strele (Die Grünen unterstützten die Bürgerbewegung gegen den Bau einer Forststraße am Niederkaiser. Der Kitzbüheler Anzeiger berichtete).

Lob von Bürgermeister Hubert Almberger
Bürgermeister Hubert Almberger (VP) streute Strele hingegen Rosen und dankte ihr im Rahmen der letzten Sitzung für ihr intensives Engagement. Sie habe sich nicht nur für den Bau des Kinderbetreuungszentrums massiv eingesetzt, vor allem habe sie auch die E5-Ausschuss-Arbeit super gemacht.

Andreas Schramböck rückt nach
Die Anliegen der Grünen im Gemeinderat vertreten wird nun Listenzweiter Andreas Schramböck. Der ebenfalls als Sozialarbeiter tätige St. Johanner sieht seine Rolle vor allem als kontrollierende Opposition. „Es ist schwer, mit nur einem Mandat ein Umdenken zu bewirken, aber Haltung kann man trotzdem zeigen. So werde ich etwa nie für den Bau von Chaletdörfern oder Skigebietserweiterungen stimmen.“
Schramböck rückt auch im Umweltausschuss nach, dessen Vorsitz sowie die Leitung des E5-Teams will er aber von Melle Strele nicht übernehmen. „Das macht bei diesen Mandatsverhältnissen keinen Sinn“, erklären Strele und Schramböck. Johanna Monitzer

Abschieds-Pressekonferenz mit Melle Strele. Die Grüne Politikerin geht nach Wien und übergibt ihr Mandat an Andreas Schramböck. Foto: Monitzer  

 
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