27.10.2018
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Mehrkosten nicht analysierbar

Ein Dauerbrenner in der Kitzbüheler Politik ist der Pletzernweg. Die Zufahrt für vier Höfe am Kitzbüheler Horn wurde zwar vor drei Jahren fertiggestellt und dennoch reißen die Diskussionen nicht ab. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentierte der Überprüfungsausschuss seinen Bericht.

Kitzbühel | Fast schon zur „never ending Story“ avanciert der Pletzernweg am Kitzbüheler Horn. Ein halbes Jahrhundert lang kämpfte der Bauer um eine Zufahrt zu seinem Hof, 2014 wurde endlich die Realisierung gestartet. Mit der Fertigstellung konnte der Akt aber nicht geschlossen werden – durch die Kostenüberschreitung wurde ein neues Kapitel begonnen. Nun beschäftigte sich der Überprüfungsausschuss mit dieser Causa und Obmann Jürgen Katzmayr präsentierte am Montag den Prüfungsbericht.

In Summe wurden 15 Varianten geprüft – am Ende blieb nur jene, die jetzt die Zufahrt für die vier Höfe ist. Der Pletzernweg hat eine Gesamtlänge von 4.450 Metern und 434 Höhenmeter. Wichtig ist auch die ganzjährige Befahrung, die aber nur der Weginteressenschaft möglich ist.

Nach der Ausschreibung lagen drei Angebote vor – das günstigste belief sich auf 584.000 Euro. „Bei den Angeboten wurden aber nicht alle Kosten aufgelistet“, erklärt Katzmayr. Posten wie Holzschlägerarbeiten, Hangsicherung, Vermessungen, etc. waren nicht enthalten. Zudem gab es zwischen den Grundeigentümern Küchl und Oberhauser eine Übereinkunft mit der Stadt Kitzbühel, dass deren Anteil der Kosten von der Stadt übernommen wird, da sie einen Großteil der Wegfläche stellten.

Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro

Am Ende beliefen sich die Kosten für die Wegerrichtung auf fast 1,6 Millionen Euro. „Die Mehrkosten sind nicht auflistbar. Überspitzt gesagt, wurde zu wenig hoch kalkuliert“, sagt Katzmayr. Als mögliche Ursache für diese Differenzen gibt Katzmayr an, dass womöglich zu wenig Arbeitsstunden im Voranschlag eingerechnet wurden. Bürgermeister Klaus Winkler ergänzte, dass laut Plankosten für die Stadt Kitzbühel Ausgaben von 312.000 Euro entstanden wären. Die tatsächlichen Kosten für die Stadt belaufen sich aber auf 621.000 Euro, was eine Überschreitung von 309.000 Euro bedeutet. „Wir wollten dann die Weginteressenschaft mit den Mehrkosten nicht hängen lassen“, sagt Winkler.

Die Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro wurden zwischen Land (675.000 Euro), Stadt (621.000 Euro) und Weginteressenschaft (304.000 Euro) aufgeteilt.

Kritik an der Optik

Kritisch äußersten sich die Gemeinderäte Dominik Bertsch (SPÖ), Manfred Filzer und Marielle Haidacher (beide UK) sowie Bernhard Schwendter (FPÖ) an der Optik des Weges, der vom Gegenhang betrachtet den Berg „zerschneidet“. Bertsch regte zudem an, bei derartigen Projekten in Zukunft einen ökologischen Baubegleiter zu installieren.
Elisabeth M. Pöll

 
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