16.08.2016
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Maßnahmen gegen Biberplage

In den vergangenen Jahren haben sich die Biber entlang der Großache sowie seinen Nebenbächen massiv vermehrt - nicht nur zum Verdruss der Landwirte. Der Biberbeauftragte Philipp Larch zeigt Verständnis für die Probleme, plädiert aber für ein Miteinander zwischen Mensch und Tier. Im Herbst werden jetzt erste Maßnahmen gesetzt, damit sich ein Teil der Nager neue Reviere sucht.

Kirchdorf | Die Freude war groß, als sich vor rund 15 Jahren der erste Biber wieder an der Großache ansiedelte – war Europas größtes Nagetier doch nahezu ausgestorben. Inzwischen ist die anfängliche Freude vor allem bei den entlang der Ache beheimateten Landwirten in Frust umgeschlagen – die tierischen Baumeister fällen nicht nur zahlreiche Bäume entlang der Großache und vor allem an den Seitenbächen, sondern graben Fluchtröhren bis in die Felder hinein, die dem einen oder anderen Landwirt auf dem Traktor schon zum Verhängnis wurden. Dass die Tiere mit ihren Dämmen so manchen Bach aufstauen und so Überschwemmungen auslösen, sorgt ebenfalls für endendwollende Begeisterung bei den Anrainern.

Zählung schwierig

Die Rede ist von bis zu 60 Bibern, die sich inzwischen in Kirchdorf bzw. Erpfendorf angesiedelt haben. „Ich glaube nicht, dass es so viele sind“, sagt der Biberbeauftragte des Landes Tirol, Philipp Larch. Da die Nager nachtaktiv sind, sei eine Zählung schwierig. Dass es aber zu viele sind, die sich hier entlang der Ache pudelwohl fühlen, räumt Larch hingegen schon ein und zeigt auch Verständnis für die Probleme der Anrainer. „Es muss ein Miteinander zwischen Mensch und Tier sein“, plädiert Larch um Verständnis für seine „Schützlinge“. Es sei ihm aber völlig klar, dass es so nicht weiterlaufen könne, da die Population inzwischen einfach zu groß sei.

Verschiedene Maßnahmen

Maßnahmen, um den Nager in seine Schranken zu weisen, gibt es unterschiedliche. Elek­trozäune etwa, die die Biber vom Graben abhalten oder Drainagen. Im Herbst werden jetzt in jedem Fall erste Maßnahmen gesetzt, die die tierischen Baumeister sanft zum Abwandern bewegen sollen. „Wir werden auf einer Länge von etwa 300 Metern Nebendämme entfernen“, schildert Larch, der hofft, dass die dort lebenden Nager sich dann aufgrund der fehlenden Dämme neue Reviere suchen. „Wir können damit erst im Herbst starten, da dann zum einen die Felder abgeerntet sind und zum anderen der Grundwasserspiegel gesunken ist“, erklärt Larch die Vorgangsweise, der im Übrigen auch betont, ständig im Kontakt mit der Gemeinde zu sein und intensiv weiter daran arbeitet, um dem Problem Herr zu werden. Margret Klausner

Bild: Wenn er auch entzückend anzuschauen ist, kann er massive Schäden anrichten und für Überflutungen sorgen: der Biber. Foto: Gander

 
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