26.12.2020
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Man muss alles in Frage stellen

Auf ein bewegtes Jahr blickte Kitzbühel Tourismus bei seiner Vollversammlung vergangene Woche zurück. Neben den coronabedingten Ausfällen bei den Nächtigungen, gab es Änderungen im Aufsichtsrat und Vorstand.

Kitzbühel | Im Vergleich zu anderen Regionen trafen die Lockdowns und Reisewarnungen Kitzbühel und seine Feriendörfer härter. Nächtigungsrückgänge von 80 Prozent im März und April sowie 41,6 Prozent während der Sommermonate präsentierte Viktoria Veider-Walser, geschäftsführende Obfrau von Kitzbühel Tourismus bei der Vollversammlung. Im Mai und Juni sanken die Nächtigungen um 81 Prozent, von Juli bis September lag das Minus bei 21,7 Prozent. „Trotzdem stimmt die Entwicklung in den Märkten Deutschland und Österreich erfreulich“, sagt Veider-Walser, die hier deutliche Zuwächse vermelden kann. Das Fernbleiben der internationalen Gäste wirkte sich stark auf die Zahlen aus. Im Sommer hatte Kitzbühel ein Minus von 41,6 Prozent während tirolweit das Minus bei elf Prozent lag.

Stärker aus der Krise kommen
„Jammern bringt jetzt nichts. Wir müssen die Chancen für uns und Kitzbühel erkennen“, eröffnete Christian Harisch seinen Bericht und versuchte, Zuversicht samt Aufbruchstimmung zu versprühen: „Kitzbühel ging vorne weg und hat eine eigene Screeningstation. Zudem sind die Betriebe bestens vorbereitet.“ Harisch richtete seinen Appell an alle Unternehmer, ihre Betriebe, sobald dies erlaubt ist, aufzusperren und damit ein klares Signal für die Region zu setzen. „Wir müssen ein klares Signal senden, und im übertragenen Sinne ein Feuerwerk starten und als Erster aus der Krise gehen. Die Marktanteile werden nach der Krise neu vergeben“, sagte Harisch. Der Obmann von Kitzbühel Tourismus gab anschließend einen Ausblick in die Zukunft. Im Frühjahr wird eine Klausur des Aufsichtsrates stattfinden, in der Gedanken zusammengetragen werden und entschieden wird, welcheSchritte gemacht werden. „Wir werden uns neu erfinden müssen“, sagte Harisch und stellte in groben Zügen das Projekt „next Generation“ vor. Dabei geht es um die 14- bis 18-Jährigen, für die man Strategien entwickeln will. „Wir orientieren uns dabei am Gast 2030. Diesen Prozess gilt es, jetzt zu starten“, erklärt Harisch.

Alles in Frage stellen
Neben dem Markenstammtisch will Harisch auch eine Plattform für Ideeneinbringung installieren. Im Zuge der Neuausrichtung des Tourismusverbandes soll aber auch alles in Frage gestellt werden und analysiert werden, was richtig und falsch war. „Es gibt keine heiligen Kühe und Gämse, wir müssen alles in Frage stellen. Nutzen wir diese einmalige Situation, um in der Zukunft erfolgreich zu sein“, sagte Harisch.
Unterstützung für den Mut zu neuen Dingen erhielt Harisch von Sebastian Witzmann, der die Eventstrategie der letzten Jahre kritisierte: „Die Eventstrategie hat über die Mängel hinweggetäuscht, aber die Marke nicht nachhaltig gestärkt“, sagte Witzmann in seiner Wortmeldung und sprach damit die fehlende Auslastung im Sommer an. Seiner Ansicht nach, gilt es jetzt die Ressourcen für den Sommer massiv zu kanalisieren, damit sich Kitzbühel bei den alpinen Destinationen wieder im Spitzenfeld findet.

Wechsel im Aufsichtsrat und Vorstand
Im Jahr 2020 kam es zu einigen Änderungen im Aufsichtsrat und Vorstand von Kitzbühel Tourismus. Im Jänner gab Präsidentin-Stellvertreter Manfred Hofer seinen Rücktritt bekannt. Einstimmig wurde Franz Gredler zu seinem Nachfolger gewählt, Christian Hofer rückte in den Aufsichtsrat nach. In der Aufsichtsratssitzung vom Mai wurde der Vorstandsvorsitzende der Bergbahn AG Kitzbühel, Anton Bodner, in den Aufsichtsrat kooptiert. Ende Mai gab Herbert Günther seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat bekannt, ihm folgte Christian Harisch nach. Im Oktober legte Josef Burger sein Amt als Aufsichtsratvorsitzender nieder und auch Signe Reisch trat als Präsidentin von Kitzbühel Tourismus zurück. Einstimmig wurde in der Sitzung vom 22. Oktober Katrin Schlechter zur neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt, als Stellvertreter folgte ihr Mike Mayr-Reisch nach. Michael Bachler von der Sparkasse Kitzbühel rückte für Josef Burger in den Aufsichtsrat nach. In dieser Sitzung wurde Christian Harisch einstimmig zum Obmann gewählt. Für den Obmann ist Alois Stern in den Aufsichtsrat nachgerückt. Ebenso wurde in dieser Sitzung die Kooption vom Marketing-Vorstand der Bergbahn AG Kitzbühel, Christian Wörister, beschlossen.

Für die ausgeschiedenen Mitglieder der Gremien gab es nur lobende Worte für ihr Engagement und ihren Einsatz für Kitzbühel und die Region. In ihren Ansprachen ließen Josef Burger und Signe Reisch die vergangenen acht Jahre, in denen sie den Verband erfolgreich führten, nochmals Revue passieren. Auch erklärten sie der Vollversammlung die Gründe für ihren Rücktritt und setzten Spitzen gegen ihre Kontrahenten. Elisabeth M. Pöll

Bild; Die Führung von Kitzbühel Tourismus mit Joe Dagn (Obmann-Stv.), Mike Mayr-Reisch (AR-Vorsitzende-Stv.), Katrin Schlechter (AR-Vorsitzende), Christian Harisch (Obmann), Viktoria Veider-Walser (geschäftsführende Obfrau) und Franz Gredler (Obmann-Stv.). Foto: Pöll

 
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