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29.06.2019
News  
 

Mädchen- und Frauenberatungszentrum vergrößert Angebot

St. Johann | Nach zehn Jahren Mädchen- und Frauenberatung kann nun der nächste Schritt als Klassifizierung zur Frauenservicestelle erfolgen – dank größerer Räumlichkeiten.

Anfangs fragte sich wohl der ein oder andere, ob es wirklich eine reine Mädchen- und Frauenberatungsstelle im Bezirk brauche. Ja, es braucht sie, dass beweisen die jährlichen Statistiken. Seit Beginn wenden sich jährlich mehr und mehr Frauen an die Beratungsstelle. Im Jahr 2018 verzeichnete das Mädchen- und Frauenberatungszentrum insgesamt 908 Kontakte.

Größere Räume und mehr Beratungen
Beraten wurde bislang in einem kleinen Büro auf 22 m2 im Haus des Sozialsprengels. Die beengten Zeiten sind nun vorbei, am Freitag wurden die neuen Räumlichkeiten im Musikheim bezogen. „Heute beginnt der Sommer und mit ihm beginnt auch ein neuer Abschnitt für das Frauenberatungszentrum. Schon lange ist es unsere Absicht, das Angebot im Beratungszentrum zu erweitern, damit wir vom Ministerium als Servicestelle anerkannt werden“, freute sich Obfrau Renate Magerle. Mit der angestrebten Klassifizierung als Frauenservicestelle erhöht sich auch die Förderung vom Bund um das 10-fache. Finanzielle Mittel, die dringend benötigt werden, denn ohne die großzügige Unterstützung der Gemeinde St. Johann, heimischer Institutionen, Spender  und Unternehmen wäre die Vergrößerung nicht möglich gewesen. „Die Klassifizierung setzt eine Wochenöffnungszeit von mindestens 20 Stunden voraus – was wir uns vor kurzem einfach nicht leisten konnten, obwohl der Bedarf da ist“, so Magerle.
Die Räumlichkeiten im Musikheim werden von der Gemeinde St. Johann zu einem monatlichen Quadratmeterpreis von 4,49 Euro zur Verfügung gestellt. Nun sind auch mehrere Beratungen zeitgleich möglich.

Wer sucht Hilfe im Beratungszentrum?
Wie die Statistik zeigt, handelt es sich bei 70 Prozent der hilfesuchenden Frauen um Österreicherinnen. Der Großteil der Frauen war 2018 zwischen 40 und 49 Jahre alt (44 Prozent), gefolgt von Frauen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren (20 Prozent). Die Frauen wenden sich am häufigsten wegen psychischer Überlastungen sowie finanzieller Probleme an die Beratungsstelle.
Zusätzlich zum Beratungsangebot unterhält das Mädchen- und Frauenberatungszentrum Übergangswohnungen, wo Frauen schnell und unbürokratisch Unterschlupf finden können. „In der Regel sind alle diese Frauen von Gewalt betroffen“, veranschaulicht Magerle. Die Wohnungen an geheimen Adressen im Bezirk sind praktisch immer belegt, erklärt Magerle. 1.320 Übernachtungen zählt die Statistik.

Soroptimist Club legte den Grundstein
Vor 10 Jahren feierte der Soroptimist Club Kitzbühel sein 30-jähriges Bestehen und legte den Grundstein für das Mädchen- und Frauenberatungszentrum. Seitdem zählt es zu den Hauptprojekten der Clubschwestern. „Eines der Ziele der Soroptimistinnen ist es, die Lebenssituation von Frauen und Mädchen zu verbessern“, veranschaulicht Magerle.

Kostenlose und anonyme Beratung
Das Mädchen- und Frauenberatungszentrum bietet anonyme, vertrauliche und kostenlose psychosoziale sowie rechtliche Beratung  in den verschiedensten Bereichen an. Mehr Informationen unter www.frauenberatung-stjohann.at. Johanna Monitzer

Eröffnung der neuen Räumlichkeiten im Musikheim (v.li.) : Martina Waldstätten (Beirätin, Rechtsberatung), Claudia Pürstl (Beirätin), GRin Melanie Hutter, Beraterin Sylwia Kruch, GRin Andrea Hauser, Conny Maurer-Embacher (Vorstand), Christian Krug (Beirat) sowie Beraterin Elke Savelsberg und Obfrau Renate Magerle (sitzend).  Foto: Monitzer

 
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