06.02.2019
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Liftpionier Andrä Brandtner

Stillstand ist ihm ein Greuel, stattdessen hat er den Fortschritt zu seinem unternehmerischen Lebensprinzip erhoben: Steinplatten-Pionier Andrä Brandtner ist ein Visionär mit Handschlagqualität und jetzt unglaubliche 90 Jahre jung.    

Waidring | Man kennt ihn als ambitionierten Parkplatz-Einweiser auf dem Gondelbahn-Parkplatz, als begeisterten Pistenraupenfahrer im Skigebiet und vor allem als unermüdlichen Entwickler von neuen Projekten: Der Tatendrang von Steinplatten-Pionier Andrä Brandtner ist nach wie vor ungebremst, auch im hohen Alter von 90 Jahren. Für ihn ist dieser runde Geburtstag allerdings kein Anlass, um sich zur Ruhe zu setzen. Umtriebig wie eh und je ist er unterwegs, mischt sich unter die Gäste und befragt sie nach ihrer Meinung. Denn nur so könne sich ein Betrieb weiterentwickeln und den Gästen ein Maximum an Qualität bieten, wie er stets betont.  

 „Ich wollte immer  etwas bewegen“

Der Sohn eines Holzknechts und der Tochter einer Waidringer Wirtsfamilie wollte schon in jungen Jahren etwas bewegen. Der Waidringer Hof und das mit dem Vater mühevoll errichtete Sägewerk bildeten die Basis für den unternehmerischen Erfolg, der, gepaart mit Pioniergeist und Weitblick,  in der Erschließung der Waidringer Steinplatte gipfelte. Seiner Hartnäckigkeit  und wohl auch seiner Überzeugungskraft ist es zu verdanken, dass er diese Pläne niemals aufgegeben hat, obwohl die Hürden zunächst unüberwindbar erschienen: Es brauchte die Zustimmung von den Agrargemeinschaften, um ihre Flächen als Skipisten nutzen zu können.

Mangels einer Talabfahrt musste der Güterweg zu einer Mautstraße ausgebaut werden. Haupthindernis war, dass sich das Skigebiet über zwei Staaten, Deutschland (Bayern) und Österreich (Tirol und Salzburg) erstrecken sollte. Und dann bereitete auch die Frage der Finanzierung enorme Schwierigkeiten. „Ich hatte damals keinen Groschen Geld“ erinnert sich Brandtner, „alles, was ich hatte, habe ich in das Hotel und das Sägewerk gesteckt.“

Für die Realisierung seines ehrgeizigen Vorhabens  konnte er seinen Schulfreund, den Innsbrucker Anwalt Richard Larcher, sowie  seinen Freund, den Waidringer Wirt und Skischulbetreiber Wenzel Pravda, gewinnen. Doch die notwendigen Investoren für ihr Projekt (60 Millionen Schilling) konnte das Dreiergespann nicht auftreiben.  

Zweifel, dass das Vorhaben auf der Steinplatte scheitern könnte, hatte Andrä Brandtner nie, zumal das weitflächige Alm- und Latschengebiet schon seinerzeit zahlreiche Tourengeher angelockt hatte. Bis zu 500 an einem Tag hatte Brandtner damals auf der Steinplatte gezählt.  „Überall sind damals Skigebiete entstanden. Warum also nicht auch bei uns?“, war seine Folgerung.

Für die abgespeckte Variante des Erschließungsprojektes (18 Millionen Schilling) gab es schließlich grünes Licht von der Bank, der Rest ist Geschichte. Das Unternehmen, das sich nach dem Tod von Pravda und Larcher fest in Familienhand befindet, zählt heute zu den modernsten Skigebieten Österreichs und setzt sich erfolgreich gegen die großen Mitbewerber durch. Sohn  Andi, der vor mehr als 30 Jahren in die Geschäftsführung eingestiegen ist, hat die Zügel fest im Griff und auch die dritte Generation ist im Unternehmen längst erfolgreich durchgestartet. Der Seniorchef wird indes nicht müde, seine Philosophien und Grundsätze weiterzugeben, damit das Geschaffene auch für die Zukunft erhalten bleibt. Die Arbeit, viel Bewegung und eine positive Lebenseinstellung haben Andrä Brandtner jung gehalten, erzählt er. In meinem Leben möchte ich keinen einzigen Tag missen.“ Alexandra Fusser

Biografie

Andreas Brandtner wurde am 26. Jänner 1929 in Waidring (Waidringer Hof) geboren. Nach der Reifeprüfung am Humanistischen Gymnasium in Hall errichtete er mit dem Vater 1949 ein Sägewerk und leitete den Betrieb sowie den Waidringer Hof ab 1960 allein. Als sein Lebenswerk gilt die Erschließung der Waidringer Steinplatte für den Tourismus. 1972 erfolgte die Gründung der Steinplatte AufschließungsGesmbH & CoKG, im selben Jahr nahmen die Schlepplifte „Plattenkogel“, „Kammerkör 1“ und  „Schwarzlofer“ den Betrieb auf.

Seither wird das Skigebiet kontinuierlich erweitert und modernisiert. Meilensteine in der Entwicklung der Steinplatte sind der Bau der Gondelbahn Waidring (1999), der Winklmoosbahn in Reit im Winkl (Bayern) sowie der Bau der urzeitlichen Erlebniswelt Triassic Park samt Aussichtsplattform.    

Daneben war Brandtner  lange Zeit politisch aktiv. Im Alter von 32 Jahren saß er bereits im Waidringer Gemeinderat, dem er insgesamt 27 Jahre lang angehörte. 1997 wurde der ehemalige Vizebürgermeister zum Ehrenbürger ernannt.

Andrä Brandtner ist mit Anni verheiratet. Seiner ersten Ehe mit Hilde, geborene Sailer, entstammen die beiden Kinder Andreas und Waltraud.

Bild: Idealismus,  Hartnäckigkeit, Pioniergeist und Begeisterung zählen zu den prägendsten Eigenschaften von Andrä Brandtner. Foto: Rudi Manesch

 
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