11.05.2018
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Leserbrief „Grüne fordern Rücktritt“

Der neue Landtagsabgeordnete der FPÖ Alexander Gamper hat also Schulden. Naja. Ist nicht lustig. Heute lese ich in einer Tageszeitung  dass 56 Prozent  (!) aller Tiroler verschuldet sind. Auch nicht lustig.

Und überhaupt gar nicht lustig finde ich den Kommentar des Bezirksgrünenchefs Deutinger im letzten Anzeiger. Gamper müsse zurücktreten, denn er „sollte ein Vorbild sein“ und der Gipfel der parteipolitischen Häme lautet wortwörtlich so: „... stellt sich so dar, dass Gamper sich seine persönlichen Schulden von der Allgemeinheit, nämlich den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, zahlen lassen muss.“

Ja, geht´s noch ?? Bestimmen jetzt die Grünen, was die Leute mit ihrem Gehalt zahlen dürfen? Gamper bezieht für seine Tätigkeit als Landtagsabgeordneter ein Gehalt. Was er mit dem Geld macht, das geht doch die Grünen nichts an. Oder? Ich gehe davon aus, dass unsere Abgeordneten ordentliche Arbeit verrichten und folglich auch dafür bezahlt werden müssen.
Es ist in jedem einzelnen Fall eine persönliche Tragödie, wenn der Traum von der Selbstständigkeit plötzlich platzt. Es ist nicht wahnsinnig lustig, wenn in regelmäßigen Abständen der Exekutor anläutet und verwertbare Gegenstände sucht. Aber wer nichts tut, der kann nicht scheitern. Wer als freigestellter Betriebsrat im Kämmerlein sitzt, finanzielle Existenzsorgen nur vom Hörensagen kennt, der sollte zu diesem Thema wohl besser schweigen.

Und noch etwas ganz Wesentliches: Unser Parlament sollte unsere Gesellschaft widerspiegeln. Also nicht nur Beamte und Möchtegernpolitiker in den Landtag, sondern auch Arbeiter, Angestellte und eben auch Menschen, die wissen, was es bedeutet, wenn der Einkaufszettel nicht nach kulinarischen Genüssen erstellt wird, sondern nach der Überlegung, was sich finanziell noch ausgeht… Leute, die eine Ahnung vom Konkursrecht aus Sicht des Schuldners und nicht des Unternehmers haben.

Ich wünsche mir mehr  solche Menschen in der Regierung. Menschen, welche aus ihren Fehlern gelernt haben und vermutlich künftig nicht mehr versagen werden. Menschen, welche etwas ausprobieren, auf die Nase fallen und wieder aufstehen.

Für all jene, die mich nicht kennen: Nein, ich habe mit der FPÖ überhaupt nichts am Hut! Sind für mich absolut unwählbar. Dies ist aber kein Grund, unmotiviert und rein parteipolitisch begründeten Schwachsinn unter die Leute zu bringen.
Hannes Hofinger
St. Johann

 
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